ICARUS-Antenne soll zeigen, ob Tiere Naturkatastrophen vorhersehen können

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Tiere beobachten aus dem All: Die Antenne des Icarus-Systems wurde erfolgreich zur ISS transportiert (Illu.).

Copyright: DLR/MPG

Radolfzell (Deutschland) – Mit der seit gestern auf der Internationalen Raumstation (ISS) installierten “Icarus”-Antenne wollen Wissenschaftler Tierbewegungen und -wanderungen weltweit beobachten. Die beteiligten Forscher anhand der Daten auch Aufschlüsse darüber, welche Tierarten Naturkatastrophen vorhersagen können.

Im einem MPI-Interview erläuterte bereits im vergangenen Februar Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell und Leiter der Icarus-Mission, dass die Antenne – wie jetzt geschehen – im August an der Außenseite der Raumstation montiert werden und dann auch schon die ersten Testdaten zur Erde übertragen soll.

Nach einer zweimonatigen Testphase soll die eigentliche Forschungsarbeit dann im Herbst oder Ende des Jahres beginnen: “Mit Icarus können Wissenschaftler erstmals tausende von Tieren auf ihren Reisen rund um den Globus beobachten – und das über Monate und Jahre hinweg, rund um die Uhr”, berichtet Wikelski. “150 Forschungsprojekte warten schon darauf, von den neuen Möglichkeiten Gebrauch zu machen.”

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Von größtem Interesse sei das Verhalten der Zugvögel: “Ihre Zahl nimmt weltweit gerade so dramatisch ab, und wir wissen oft weder, wo sie verschwinden und warum. Wenn wir hier nicht schnell Antworten bekommen, damit wir Gegenmaßnahmen ergreifen können, wird es für viele Arten zu spät sein. Dasselbe gilt für die massiv ausgebeuteten Fischbestände sowie viele Meeressäuger in den Ozeanen. Außerdem müssen wir dringend mehr darüber wissen, wie Tiere Krankheitserreger verbreiten. Wie kommt die Vogelgrippe nach Europa? In welchen Tieren kommt das Ebola-Virus vor? Künftig wollen wir deshalb mit Icarus die Flugrouten von Wasservögeln in Asien und Flughunden in Afrika verfolgen. Beide gelten als mögliche Überträger der Erreger.”

 

Visualisierung globaler Tierwanderungen.

Der Wissenschaftler gibt auch eine Aussicht auf das Ende der Mission: “Zu guter Letzt werden wir in zehn Jahren wissen, welche Tierarten Naturkatastrophen vorhersagen können. Erste wissenschaftliche Daten von Erdbeben und Vulkanausbrüchen legen nahe, dass verschiedene Tiere solche Ereignisse Stunden vorher spüren (…GreWi berichtete, siehe “GreWi-Dossier” u.) Wenn wir diese Fähigkeiten hieb- und stichfest belegen können, würde dies in Zukunft hunderttausenden Menschen das Leben retten.”

– Weitere Information zum Icarus-Projekt finden Sie HIER

GreWi Dossier: Spüren Tiere nahende Naturkatastrophen im Voraus

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