Japaner sollen Pyramiden-Scans überprüfen

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Die Große Pyramide von Gizeh. Copyright: Andreas Müller für Grenzwissenschaft-Aktuell.de

Die Große Pyramide von Gizeh.
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Kasuga (Japan) – Die 2017 veröffentlichten Ergebnisse von Myonen-Scans im Innern der Großen Pyramide von Gizeh, aus denen ein großer unbekannter Hohlraum im Innern des auch als Cheops-Pyramide bekannten Bauwerks hervorgeht, haben weltweit für Aufsehen aber auch Skepsis und Kritik gesorgt. Im kommenden Sommer soll nun ein japanisches Team weitere Myonen-Scans im Innern der Pyramide durchführen und so die bisherigen Ergebnisse überprüfen.

Wie japanische Zeitung “The Asahi Shimbun“ unter Berufung auf Forscher der Kyushu University in Fukuoka berichtet, soll ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Kyusho University, der Tohoku University, der University of Tokyo und des Chiba Institute of Technology um die Professoren Sakuji Yoshimura und Tadahiro Kin die neuen Scans durchführen

Hintergrund
Bei Myonen handelt es sich um kosmische Teilchen, die in der oberen Erdatmosphäre durch die Kollision von kosmischen Strahlen und Atomkernen in der Atmosphäre entstehen. Diese reisen mit annähernder Lichtgeschwindigkeit und einer konstanten Fallrate von 10.000 pro Quadratmeter und Minute in Richtung Erdoberfläche.

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Schaubild zum Einsatz der Myonen-Tomografie
Quelle: scanpyramids.org

Ähnlich wie es mit Hilfe von Röntgenstrahlen möglich ist, das Skelett von Lebewesen im Körper sichtbar zu machen, so durchdringen Myonen vergleichsweise einfach jegliche Art von Strukturen – sogar festes Gestein, wie etwa massiver Fels Berge oder Bauten. Werden entsprechenden Detektoren am richtigen Ort platziert (in den Pyramiden sollte dies unterhalb der vermuteten, noch unbekannten Kammern sein) so können darüberliegende Hohlräume und damit Kammern und Gänge im Innern der Pyramiden abgebildet werden, da diese von den Myonen einfacher durchdrungen werden können, als dichtere Teile einer Struktur, durch die die Elementarteilchen absorbiert und abgeschirmt werden.

Mit ihrer Methoden wollen die japanischen Wissenschaftler mittels Myonen-Detektoren im Innern der Königinnenkammer nicht nur die Dicke Steinblöcke ermitteln, mit denen die Pyramide erbaut wurde, sondern auch den zuvor entdecken, bis zu 40 Meter langen Hohlraum oberhalb der Großen Galerie untersuchen.

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Trotz der bereits bestätigen früheren Myonen-Scans (…GreWi berichtete), zeigen sich einige Wissenschaftler gerade angesichts des großen Hohlraums noch immer skeptisch und bezweifeln dessen Existenz, bzw. dass es sich dabei um einen wirklichen Raum im Sinne einer Kammer oder Galerie handelt. Vielmehr vermuten sie darin eine lediglich eingestürzte innere Struktur.

Laut dem Zeitungsbericht habe die ägyptische Regierung selbst den bereits seit langem für seine Pyramidenforschung bekannten Professor Yoshimura um die Untersuchungen, die im kommenden Sommer beginnen sollen, gebeten. Erste Ergebnisse erwarten die Wissenschaftler dann im kommenden Herbst.

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Quelle: The Asahi Shimbun

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