Jupiters Magnetfeld erzeugt „Golfstrom“ im Ozean auf Mond Europa

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Blick auf dem Jupitermond Europa. Copyright: NASA

Blick auf dem Jupitermond Europa. Copyright: NASA

Paris (Frankreich) – Französische Astronomen haben Belege dafür gefunden, dass das starke Magnetfeld des Jupiters im Innern des unter der frostigen Oberfläche des Saturnmondes Europa verborgenen Ozeans eine starke Meeresströmung antreibt, der auch von Bedeutung für eventuell auf dem Jupitermond existierendes Leben sein könnte.

Wie Christophe Gissinger und Ludovic Petitdemange vom Laboratoire de Physique de l’Ecole Normale Superieure an der Université PSL aktuell im Fachjournal „Sciecne Astronomy“ (DOI: 10.1038/s41550-019-0713-3) berichten, basiert ihre Analyse auf den Daten der NASA-Sonde „Galileo“, die von 1995 bis 2003 den Jupiter und seine Monde erkundete.

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Wie die Forscher berichten, sei das Magnetfeld des Jupiters stark genug, um sich bis auf dessen Monde auszuwirken. Gemeinsam mit dem salzigen verborgenen Ozean, ergebe sich eine hohe Leitfähigkeit, die wiederum sehr wahrscheinlich in Innern des Ozeans eine starke Strömung antreiben könne.

Simulationsmodelle des Jet Streams im Innern des Europa-Ozeans (Illu.).Copyright/Quelle: Petitdemange und Gissinger, Science 2019

Simulationsmodelle des Jet Streams im Innern des Europa-Ozeans (Illu.).Copyright/Quelle: Petitdemange und Gissinger, Science 2019

Anhand zahlreicher Simulationen zeigen Petitdemange und Gissinger, dass sich ein solcher Strom am wahrscheinlichsten in der Nähe des Äquators bilden würde und das Wasser mit einer Geschwindigkeit von mehreren Zentimetern pro Sekunde entgegengesetzt zur Rotationsrichtung des Mondes bewegen würde.

Ein derart gegenläufiger Strom sollte sich dann auch in Form von geologischem Stress auf die eisige Oberfläche des Mondes auswirken und hier zu markanten Spalten und Rissen führen, wie sie tatsächlich für Europa charakteristisch sind.

Das Wissenschaftler-Duo führt weiterhin aus, dass sich die Energie des Magnetfeldes auf den Ozean übertragen würde, wodurch Teile davon – vermutlich rund um die Pole – dem Mond entweichen würden. „Sollte dies der Fall sein, sollten sich auch Anzeichen dafür finden lassen, dass die eisige Kruste de Monde dünner wird, je mehr Schmelzwasser an die Oberfläche gelangt“, so die Forscher und führen dazu weiter aus: „Auch dieser Umstand wurde bereits in Form der Geysir-artigen Fontänen an den Europa-Polen beobachtet.“

Die nun beschriebene Meeresströmung im Europa-Ozean vergleichen die Wissenschaftler mit dem irdischen Golfstrom, der neben Wärme auch weitere für das Leben wichtige Komponenten in den irdischen Ozeanen verteilt. „Sollte es auch auf Europa Leben geben, so könnte auch der dortige Jet Stream eine ähnliche Funktion erfüllen.“

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