Kleiner Saturnmond Mimas besitzt jungen verborgenen Wasserozean

Blick der NASA-Sonde „Cassini“ auf den Saturnmond Mimas. Copyright: NASA / JPL-Caltech / Space Science Institute
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Blick der NASA-Sonde „Cassini“ auf den Saturnmond Mimas.Copyright: NASA / JPL-Caltech / Space Science Institute

Blick der NASA-Sonde „Cassini“ auf den Saturnmond Mimas.
Copyright: NASA / JPL-Caltech / Space Science Institute

Paris (Frankreich) – Zahlreiche Eismonde im Sonnensystem verbergen unter ihrer oft kilometerdicken Eiskruste flüssige Wasserozeane, in denen Astrobiologen auch mögliches außerirdisches Leben im Sonnensystem erhoffen. Eine neue Studie setzt nun auch den kleinen Saturnmond Mimas auf die Liste dieser frostigen Wasserwelten.

Wie das Team um Dr. Valéry Lainey vom Observatoire de Paris-PSL und Dr. Nick Cooper von der Queen Mary University of London aktuell im Fachjournal „Nature“ (DOI: 10.1038/s41586-023-06975-9) berichtet, verberge auch der nur 400 Kilometer durchmessende Mimas, der aufgrund seines gewaltigen äquatorialen Riesenkraters als auch „Todestern“ bezeichnet wird, einen weniger als 25 Millionen Jahre jungen Wasserozean unter seiner Oberfläche. Das Alter ermittelten die Forschenden anhand der Auswirkungen von Gezeitenwechselwirkungen von Mimas mit Saturn, die sich auch auf eine Unregelmäßigkeit in seiner Umlaufbahn erzeugt.

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Möglich wurde die Entdeckung durch die Analyse von Daten der NASA-Raumsonde Cassini, die den Saturn und seine Monde über ein Jahrzehnt lang akribisch untersuchte. Durch die genaue Untersuchung der subtilen Veränderungen in der Umlaufbahn von Mimas konnten die Forscher auf das Vorhandensein eines verborgenen Ozeans schließen und dessen Größe und Tiefe abschätzen.

Hintergrund
Obwohl sämtliche Eismonde mit verborgenen Ozeanen deutlich außerhalb der lebensfreundlichen Zone unserer Sonne liegen – jener Abstandsregion also, innerhalb derer ein Planet oder Mond seinen Stern umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Temperaturen Wasser in flüssiger Form (und damit zumindest die Grundlage des uns bekannten Lebens) existieren kann – sorgen andere Mechanismen als die Sonnenenergie nicht nur dafür, dass das Wasser dieser Ozeane flüssig bleibt, sondern könnten auch die notwendige Energiequelle für Leben liefern. So könnte etwa radioaktive Strahlung, die von den Felskernen der Eismonde von Saturn und Jupiter aber auch des Pluto und dessen Hauptmondes Charon, sowie des Zwergplaneten Ceres im Asteroidengürtel ausgeht, in den dort unter den Oberflächen vermuteten und teilweise nachgewiesenen Wasserozeanen Wassermoleküle aufspalten und auf diese Weise die Nahrungsgrundlage für Wasserstoff-verzehrende Mikroben darstellen. Damit könnte es schon in unserem eigenen Sonnensystem von außerirdischem Leben nur so wimmeln.

Die Entdeckung des jungen Ozeans von Mimas in rund 30 Kilometern Tiefe habe erhebliche Auswirkungen auf unser Verständnis des Potenzials für Leben außerhalb der Erde. Dies deutet darauf hin, dass selbst kleine, scheinbar inaktive Monde verborgene Ozeane beherbergen können, die lebensnotwendige Bedingungen ermöglichen. „Dies eröffnet aufregende neue Wege für zukünftige Erkundungen und führt uns möglicherweise der Beantwortung der uralten Frage näher: Sind wir allein im Universum?“, so die Autoren und Autorinnen der Studie abschließend.

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Recherchequelle: Queen Mary University of London; Nature

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