Konkrete Pläne: NASA will in 10 Jahren zurück zum Mond, in 20 zum Mars

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Schaubild der NASA-Visionen zu Mond und Mars bis in die 2030er Jahre (Illu.)
Copyright: NASA

Washington (USA) – Nach der Vorgabe von US-Präsident Trump vom Dezember 2017, laut der die NASA gemeinsam mit kommerziellen und internationalen Partnern ein „innovatives und nachhaltiges Forschungsprogramm zur Ausdehnung im Sonnensystem und Rückkehr von Wissen Möglichkeiten zurück zur Erde“ vorgegeben hatte, hat die NASA in der vergangenen Woche nun konkrete Pläne für die robotisierte und menschliche Erkundung von Mond und Mars vorgestellt.

Wie die US-Raumfahrtbehörde berichtet, steht zunächst die Inbetriebnahme des Raumfrachters Orion mit Hilfe des Space Launch Systems (SLS) an, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre abgeschlossen werden und seine Aktivitäten zunächst auf niedrigen Erdumlaufbahnen aufnehmen soll.

In einem nächsten Schritt soll die Erkundung des Mondes mit Hilfe von Sonden und Robotern wieder aufgenommen werden, um bemannte Mondlandungen und den Aufbau dauerhafter, nachhaltiger Forschungsstationen auf dem Erdtrabanten vorzubereiten. Zugleich soll dieses Programm dann auch zeigen, dass auch eine bemannte Mission zum Mars möglich ist.

Auf diese Weise will die NASA das derzeitige Modell der bemannten Raumfahrt, das sich noch auf Aktivitäten im niedrigen Erdorbit (Internationale Raumstation ISS) beschränkt, zukünftig auch kommerziell und für den Privatsektor nutzbar auf den Mond ausweiten Hierzu sollen neue, unabhängige kommerzielle Plattformen und bis 2025 neue – dann auch für den privaten Sektor nutzbares – Elemente für die ISS entwickelt werden.

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Hierzu soll die ISS noch mindestens bis 2024 als ein Kernelement der bemannten Raumfahrt dienen an und mit der die Auswirkungen von interplanetaren Raumfahrtmissionen auf den Menschen zu erforschen und hierzu notwendige Technologien zu entwickeln. Die ISS soll demnach also sozusagen „als Testlabor für die Weiterentwicklung von Robotik, Kommunikation, Medizin, Landwirtschaft und Umweltforschung dienen“.

Zudem soll die Raumstation auch dazu dienen, den Übergang zur Nutzung des Weltalls auch für private und kommerzielle Aktivitäten zu erleichtern. Alleine die NASA hat in jüngster Zeit Verträge mit 12 Partner aus Industrie und Wirtschaft abgeschlossen, um so die ISS für die kommerzielle US-Industrie zu nutzen und deren führende Rolle zu sichern“, so die NASA.

In einem nächsten Schritt steht dann der Mond, als „außerirdischer Kontinent“ im Zentrum des Interesses an „wertvollen Ressourcen und für die Erforschung wissenschaftlicher Schätze, durch die wir mehr über unseren eigenen Planeten lernen können.“

Schaubild zur geplanten Monderkundung bis Ende der 2020er (Illu.).
Copyright: NASA

Obwohl es Amerikaner gewesen seien, die vor fast 50 Jahren als erste (und bislang einzige) auf dem Mond ihre Fußabdrücke hinterlassen haben, solle sich der nächste Schritt der Erforschung des Mondes grundlegend von den Apollo-Missionen unterscheiden.

„Die NASA arbeitet an einem Plan, schon 2023 Amerikaner zurück in eine Umlaufbahn um den Mond zu schicken und diese nicht später als Ende der 2020er Jahre auch wieder den Erdtrabanten betreten zu lassen.“ Dies erreicht, werde „Amerika hier aber nicht anhalten“.

Der Schlüssel zur Einrichtung der ersten US-amerikanischen Infrastruktur um und auf dem Mond stelle dabei das sogenannte Gateway dar – eine Station auf einer Mondumlaufbahn, von der aus Astronauten die weitere erdferne Erforschung aufnehmen sollen.

Auf diesem „Portal“ will die US-Regierung gemeinsam mit ihren Partnern interplanetare Missionen vorbereiten, neue Technologien und System testen und die Infrastruktur für bemannte Missionen zur Mondoberfläche und später auch zum Mars konzipieren.

Von hier aus will die NASA die Auswirkungen des Tiefenweltraums, dessen Strahlung, und Mikrogravitation auf lebende Organismen und über lange Zeiträume erforschen. Das „Gateway“ soll zudem als Kommandoplattform für den Zusammenbau und die Wartung von Lastenmodulen und Transportsystemen für die Aktivitäten auf dem Mond selbst dienen

Schaubild der Aufgaben der geplanten US-amerikanischen „Gateway“-Station im Mondorbit (Illu.).
Copyright: NASA

Teile des Gateways würden bereits an unterschiedlichen NASA-Institutionen und von kommerziellen Partnern in den USA gebaut, berichtete die NASA. Schlussendlich soll die Station dann mit Hilfe von Orion und dem SLS, sowie von kommerziellen Raumschiffen im Weltraum zusammengebaut werden. Das erste Element, das für die Versorgung mit Energie und Treibstoff verantwortlich sein soll, werde schon 2022 von Florida aus ins All starten.

Die Mondoberfläche soll der NASA zudem als „Trainingsgebiet“ für Menschen und Technologie für die geplanten Marsmissionen und zu anderen Zielen dienen. Gemeinsam mit den privaten und kommerziellen Partnern soll die direkte Erkundung der Mondoberfläche schon 2020 beginnen, um hier die Grundlagen für eine langfristig bemannte Station zu legen. „Spätestens Ende der 2020er Jahre soll dann eine Mondlandefähre nicht nur Technologien sondern auch Menschen zu Mond und zurück bringen können.

Die erste bemannte Landung auf dem Mars plant die NASA demnach für die 2030er Jahre. Zuvor sollen die kommenden Marsmissionen „Insight“, die schon im November auf dem Roten Planeten ankommen soll und der für 2020 geplante nächste Mars-Rover nicht nur nach Leben auf dem Mars suchen, sondern auch die Treibstoffproduktion auf dem Mars demonstrieren und die geplante bemannte Mission vorbereiten.

– Das Gesamtkonzept in Form des aktuellen „National Space Exploration Campaign Report“ der NASA finden Sie HIER

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