Kontroverse um jüngste Videodokumentation über Séance-Forschungsexperimente mit Kai Mügge

Symbolbild: Tischéance. Copyright/Quelle: E. Kruse
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Symbolbild: Tischéance. Copyright/Quelle: E. Kruse

Symbolbild: Tischéance.
Copyright/Quelle: E. Kruse

Saarbrücken (Deutschland) – Ein Mitte April 2023 auf GreWi veröffentlichter Gastbeitrag des Informatikprofessors Dr. Eckhard Kruse zu dessen Videodokumentation über Séance-Forschungsexperimente mit dem physikalischen Medium Kai Mügge hat sowohl unter Leserinnen und Lesern wie Experten und Skeptikern heftige Diskussionen ausgelöst. Grenzwissenschaft-Aktuell.de hat die zahlreichen sachlichen Fragen, Beobachtungen und teils heftigen Kritikpunkte zusammengetragen und Eckhard Kruse für eine Replik vorgelegt.

– Bitte Lesen Sie vorab den ursprünglichen GreWi-Gastbeitrag von Dr. Eckhard Kruse vom 11. April 2023 HIER

UPDATE: Sehen Sie HIER den 2. Teil von Prof. Eckhard Kruses Videodokumentation.

Als konstruktive Vorschläge für eine erweiterte kontrollierte Dokumentation und Untersuchung wurden zunächst von verschiedenen Autoren/Autorinnen folgende Ideen und Maßnahmen vorgeschlagen:

a) Eine Messung der Muskelaktivität der Teilnehmer.

b) Mess-Sensoren für alle 5 Finger auf der Oberseite der Tischplatte und so weit vom Tischrand entfernt, so dass ein Daumen-Griff an oder unter die Kante nicht möglich ist. Dabei wäre auch darauf zu achten, dass die zwei Sensoren pro Person weiter auseinander platziert werden, damit nicht mit den gespreizten Fingern einer Hand beide Sensoren berührt werden können (oder mindestens sechs Sensoren pro Person verwenden).

c) Man könne den Tisch selbst in eine Art Rahmen (Bildhaft: Plexiglas-Aquarium) setzen, wodurch der Einsatz von Füßen und Beinen in Form einer Hebel- und Stützwirkung ausgeschlossen werden könnte.

d) ….oder einen wesentlich schweren Tisch verwenden.

Von verschiedenen Seiten gab es auch konkrete Vorwürfe einer Kraft-Mechanik-Einwirkung – also des direkten und Absichtlichen Schwindels – durch Kai Mügge anhand von Standbildern aus dem Video selbst. Obwohl entsprechende Beobachtungen und Vorwürfe von verschiedenen Lesern und Beobachter kamen, sei im Folgenden für diese stellvertretend ein Beitrag von Dr. Michael Nahm vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg wiedergegeben. Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Text um einen Beitrag von Dr. Nahm handelt und die darin gemachten Aussagen, die des Autoren selbst sind. Zuvor finden Sie nochmals die Videodokumentation selbst…

Kommentare zur Video-Dokumentation von Kai Mügges Tisch-Levitationen

von Dr. Michael Nahm, IGPP

 

Vorab:
In dem Video werden gegen Ende drei Sequenzen von scheinbaren Tisch-Levitationen gezeigt, wobei allerdings auch schon früher immer wieder Einspielungen enthalten sind, die sich auf diese drei Levitationen beziehen. Ich nenne sie wie folgt:

Levitation 1: Ab 17:51 (4 Personen, FrauBauder hat keine Weste an)
Levitation 2: Ab 18:10 (4 Personen, Frau Bauder hat eine Weste an). Man erkennt hier genau genommen zwei Levitationen:
Levitation 2a: Originalzeit 20:56; Kais rechte Hand liegt auf dem linken Sensor. Levitation 2b: Ab 18:45; Originalzeit: 21:13; Kais rechte Hand liegt zwischen den beiden Sensoren.
Levitation 3: ab 19:03 (5 Personen)

Bei allen vier Levitationen ist auffallend, dass Kai als einziger Sitzer seine Hände von der lockeren und korrekten Position auf der Tischplatte, die in einigen Einspielungen von „normalen“ horizontalen bzw. seitlichen Tischbewegungen zu sehen ist, an die Tischkante bewegt hat. Seine rechte Hand liegt bei Levitation 2a auf dem linken Sensor und manchmal liegen seine Sensoren auch ganz frei. Die linke Hand scheint zumeist gar keinen Sensor zu berühren. Bei allen Levitationen wirken seine Arme angespannt und die Schultern sind nach oben gezogen. Auch führt der Tisch bei allen Levitationen so gut wie keine seitlichen Bewegungen mehr aus, sondern steigt nur noch steif nach oben. Weiterhin fällt auf, dass bei allen Levitationen Kais rechtes Knie in direktem und dauerhaftem frontalen Kontakt zu dem Tischbein auf seiner Seite steht. Gelegentlich sieht man förmlich, wie er die Bewegungen des Tisches mit dem rechten Knie mitzumachen oder auszugleichen scheint (17:51ff), oder wie das Tischbein vom Knie abzurutschen und wieder in seine normale Position zu flutschen“ scheint (18:55ff).

All dies ist sehr verdächtig und besonders bei Levitation 2a ist bei genauerem Hinsehen deutlich erkennbar, wie er diese Levitationen zu bewerkstelligen scheint:

Man sieht im nachfolgenden Standbild von Levitation 2a (Abb. 1) deutlich, dass Kai mit der rechten Hand die äußere Tischkante umgreift. Sein rechter Daumen liegt eindeutig unterhalb der Oberfläche und der Kante. Es ist sogar auch ohne Vergrößerung ein kleines Lichtfenster in der Daumenbeuge zu sehen.

Abb. 1

Abb. 2: So auch hier, als der Tisch weiter nach oben steigt…

Aber ein genauerer Blick auf Kais rechte Hand offenbart noch etwas ganz anderes: Er hat sechs Finger an seiner rechten Hand. Das folgende Standbild aus Levitation 2b (Abb. 3) zeigt den Daumenballen, der unter die Tischkante greift, vier Finger sowie einen zusätzlichen Finger, der etwa so lang ist wie diese vier Finger. Er scheint relativ steif zu sein und steht hinter den anderen Fingern schräg nach oben. An dieser Position könnte das nur der rechte Daumen sein. Dies ist jedoch 1) in dieser Form anatomisch unmöglich und 2) umgreift sein
echter rechter Daumen nach wie vor die Tischkante. Dieser sechste Finger sieht zudem sehr ungewöhnlich aus, besonders am Ansatz. Es kann nur einen Schluss geben: Dieser „Daumen“
ist ein falscher Finger. Der linke Daumen sieht ebenfalls unnatürlich aus. Dass Kai mit dem Gebrauch von falschen Daumen/Fingern sehr vertraut ist, ist bereits hinlänglich bekannt.

Abb. 3: Falscher Zauber-Daumen

Abb. 3a: Eines von vielen Beispielen von Zauber-Daumen/Fingern, Abb. d. GreWi-Redaktion (nicht Teil von Nahms Manuskript).

Hier folgt sogar noch die Bestätigung von unten: Direkt neben dem Tischbein bei Kai sieht man einen Knubbel unter und hinter der inneren der Tischkante hervorragen, und zwar an genau der Stelle, wo man schon in der Aufsicht eindeutig erkennen kann, dass Kai dort die Tischkante mit dem echten rechten Daumen umgreift (rote Ellipse). Und genau an der Stelle, wo Kais linker Daumen bei gleichem Verhalten zu liegen kommen müsste, sieht man sogar noch einen identischen zweiten Knubbel (blaue Ellipse). Diese Knubbel können nichts anderes sein als die Spitzen der abgewinkelten äußeren Gelenke von Kais echten Daumen, mit denen er unter die äußere Tischkante greift (Abb. 6). Es existieren mehrere Fotos von Levitation 2a, die diese beiden Knubbel zeigen.

Abb. 6

Dass die Stelle besonders für den rechten Daumen exakt passt erkennt man daran, dass auf der Oberseite des Tisches die vier Leitungen der Sensoren bevor sie sich aufgabeln direkt in Richtung der vier Tischbeine führen (in manchen Einstellungen mit Aufsicht auf den Tisch gut erkennbar). Die Sensoren selbst liegen bei Kai deshalb etwas rechts und links neben der Position des Tischbeins. Und weil Kai mit seiner rechten Hand oben den aus seiner Sicht linken Sensor berührt (siehe Abb. 1, 2 und 5), müsste sein Daumen aus seiner Sicht knapp links neben dem Tischbein zu liegen kommen: Passt genau.

Abb. 7: Vergrößerung, in der auch die äußere und innere Tischkante gut zu sehen sind:

Das oben Gesagte gilt jedoch nur für Levitation 2a sowie Abb. 1, 2 und 5, zu der diese Fotos von der Bodenkamera (Abb. 6 und 7) auch gehören. Bei Levitation 2b (Abb. 3 und 4) liegt Kais rechte Hand hingegen etwas weiter rechts und zwischen den Sensoren. Der aus seiner Sicht rechte Sensor liegt jetzt bei seinem Ringfinger und kleinen Finger. Somit müsste sein rechter Daumen-Knubbel aus der Perspektive der Bodenkamera hinter dem Tischbein zu liegen kommen und nicht sichtbar sein. In der Tat: Bei dem dazugehörigen Foto der Bodenkamera (gezeigt bei 18:58) ist dieser Knubbel bei dem Tischbein nicht zu sehen. Auch der linke Daumen-Knubbel scheint von dem Tischbein bei Frau Bauder verdeckt zu werden. Allerdings zeigt das nachstehende Foto von 1. Levitation bereits einen solchen Knubbel. Hier ist jedoch nur das linke Daumengelenk zu sehen (blaue Ellipse). Denn wie man in der Aufsicht von Levitation 1 in dem Video erkennen kann, liegt hierbei Kais rechte Hand mit dem Ringfinger auf/bei dem aus seiner Sicht rechten Sensor, also in einer sehr ähnlichen Position wie bei Levitation 2b. Deshalb müsste der rechte Daumen aus der Perspektive der Bodenkamera auch hier hinter dem Tischbein liegen und er sollte nicht sichtbar sein. Genau dies ist der Fall: Es ist wie bei dem Foto der Bodenkamera für Levitation 2b kein Knubbel neben dem Tischbein zu sehen (Abb. 8). In einem weiteren ähnlichen Foto von Levitation 1 hat sich der Tisch leicht gedreht, so dass nun der Knubbel von Kais linkem Daumen vom Tischbein bei Frau Bauder verborgen ist, genau wie bei dem Bodenfoto von Levitation 2b.

Abb. 8

Anhand der hier geführten Nachweise kann kein Zweifel daran bestehen, dass Kai falsche Finger eingesetzt hat, um die Präsenz von Daumen oberhalb der Tischkante vorzutäuschen, während er diese Tischkante in Wirklichkeit mit seinen echten Daumen von unten ergriffen hatte.

Oben in Abb. 8 sieht man überdies, dass ein Tischbein sich direkt vor Kais rechtem Knie befindet und es wahrscheinlich auch berührt. Diesen auffälligen Umgang mit jeweils einem Tischbein sieht man wie bereits erwähnt beiallen Levitationen. Bei der in den Videos verwendeten Aufsicht ist dies eindeutig erkennbar. Nachstehend ein Standbild von Levitation 2b, das den Sachverhalt gut illustriert. Das Tischbein wirkt sogar leicht abgewinkelt, möglicherweise durch Druck an das Knie. Tische in dieser Art zu „levitieren“ und dabei waagrecht zu halten, indem man ein Tischbein am Knie entlang nach oben und unten führt, ist ein alter Trick (Abb. 9).

Abb. 9

Weitere Kommentare:
Grundsätzlich sollte man bedenken, dass Kai bereits vor Jahren unmissverständlich des systematischen und wiederholten Betrugs überführt worden ist, und dass er bezüglich der Nutzung eines falschen Daumens, der mit einer LED-Leuchte versehen ist, dies sogar gestanden hat (auch wenn er seitdem dieses Geständnis vehement bestreitet; siehe Nahm 2014, 2016, 2018; Braude, 2016). Weiterhin kennt er die facettenreiche Literatur des
physikalischen Mediumismus sehr gut, genau wie diejenige der Trickkünstler. Zu Beginn seiner „mediumistischen“ Karriere hat er sich überdies im Internet nach Tricks für spiritistische Dunkelsitzungen erkundigt. Sein Verhalten inklusive der nun auch hier sichtbaren Nutzung von falschen Daumen kann daher nicht überraschen.

Wenn man weiß, worauf zu achten ist, erkennt man auch in dem Video von Levitation 1 in der Draufsicht, dass Kai falsche Finger eingesetzt hat, um die Präsenz von Daumen oberhalb der Tischkante vorzutäuschen. Dies war bei Levitation 3 anscheinend nicht der Fall: Hier hat Kai auf den Einsatz falscher Finger verzichtet. Deshalb sieht man bei seiner linken Hand (der einzigen, die in diesem Video gut zu sehen ist) auch sehr deutlich, dass sich nur vier Finger oberhalb der Tischkante befinden. Der linke Daumen wird erst dann schemenhaft sichtbar,
nachdem Kai die Daumen geöffnet hat und der Tisch nach unten fällt.

Weitere Abbildungen mit Vergrößerungen dieser und anderer Situationen der Levitationen 1, 2 und 3 folgen im Anhang. Dass Kai für die Levitationen 1 und 2 falsche Daumen eingesetzt hat, würde auch erklären, warum seine Hände an falschen Plätzen auf dem Tisch liegen und die Sensoren oft nicht einmal berühren: Er musste schließlich die falschen Finger aus ihrem Versteck holen und irgendwie an der Tischkante bei/unter seinen Händen anbringen. Möglicherweise hat er dabei die Sensoren nicht mehr gut wiedergefunden. Generell scheinen die Zeige- und Mittelfinger seiner Hände, die das Widerlager zum Daumengriff bilden, generell nur höchst selten richtig auf den Sensoren zu liegen. Es wäre durchaus interessant, einmal die gesamten Aufzeichnungen der Drucksensoren parallel zu den Videos der Levitationen zu sehen.

Ich habe die vermeintliche Levitationstechnik von Kai mit einem 12 kg schweren Holztisch problemlos nachmachen können. Dies ist sehr leicht, da ein Großteil des Gewichts über das Tischbein in das vorgestreckte Knie übertragen wird. Auch kenne ich den von Herrn Kruse verwendeten Tisch sehr gut; auch ich habe bereits viele Stunden an ihm gesessen und wir haben ihn 2013 sogar für unsere Experimental-Woche mit nach Österreich genommen. Er ist relativ leicht und die Sitzer erzeugen mit ihren Händen kein nennenswertes Zusatzgewicht, weil sie die Oberfläche mit ihren Händen üblicher Weise nur sehr leicht berühren. Es dürfte ein Kinderspiel sein, diesen Tisch mit der nunmehr sehr gut dokumentierten Technik zu „levitieren“ und ich bin mir sicher, dass Kai dies auch schon früher getan hat, z.B. in 2013 Österreich.

Wenn man genau hinsieht, erkennt man auf den nachfolgenden Standbildern einer Levitation in Braude (2014, S. 315), dass Kais Daumen nicht zu sehen sind, obwohl zumindest der rechte Daumen ansatzweise sichtbar sein sollte wenn er locker auf dem Tisch läge. Einfach mal selbst versuchen: Wenn ein Daumen locker neben den anderen vier Fingern auf einer Tischplatte liegt, sieht die Form der inneren Handkante ganz anders aus als auf dem letzten der drei folgenden Bilder. Die Form der sichtbaren Handkante sieht hingegen genau so aus, wenn jemand mit dem Daumen die Tischkante umgreift.

Das Tischbein bei Kai befindet sich auch hier schon direkt vor seinem rechten Knie, und der Unterschenkel ist auffällig nach innen zur Körpermitte gewinkelt offenbar, um das Knie in Richtung Körpermitte zurück zu verlagern (Kais Füße stehen recht weit auseinander, damit sie im Kontakt mit den Füßen der benachbarten Sitzern sind). Und natürlich stieg der Tisch auch hier nicht höher als bis zu der Höhe, wo der unterste Teil des Tischbeins sein Knie noch satt berühren kann. (Fußnote: In einem anderen Video werden die für den zweiten Teil von Kruses Videodokumentation angekündigten Phänomene schon dargestellt (https://www.youtube.com/watch?v=x3lDxSNHYxY). Auch sie sind aus verschiedenen Gründen sehr betrugsverdächtig. Das Grundprinzip der künstlichen Hervorbringung dieser Phänomene (Schweben des Tamburins, Handformen über der Plaque) ist außerdem ziemlich einfach nachzustellen, was ich auch bereits getan habe. Mit etwas Übung sollte man solche Phänomene selbst unter den gezeigten Bedingungen problemlos auf künstlichem Weg erzeugen können.


Aus: Braude, S. E. (2014). Investigations of the Felix Experimental Group: 2010–2013. Journal of Scientific
Exploration, 28:285-343, und diesem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=lHjHCsO9Zg4

ANHANG

Levitation 2a und 2b: Sechs rechte Finger

Levitation 1: Je fünf Finger oberhalb der Tischplatte und der rechte Daumen greift unten um die Kante (Position des Handballens = wie bei Levitation 2)

Allein dieser Unterschied ist angesichts der ansonsten praktisch identischen Haltung der
Hand und ihrer Finger äußerst verdächtig.

Ebenfalls verwundert, dass als Kai (nur!) seinen rechten Zeigefinger plötzlich anwinkelt, seine
„Daumen“ an der Tischkante nach unten abzurutschen scheinen (17:59, am besten einzelne
Frames schauen) und er ausgerechnet dann auch noch das Licht ausschaltet. Sind da seine
falschen Finger verrutscht?

Levitation 3: Der linke Daumen wird beim Loslassen erkennbar.

Besonders im Video sieht man gut, wie Kai (nur!) die linke Seite der linken Hand mit dem kleinen Finger schon nach oben vom Tisch löst, als dieser noch schwebt“ (siehe auch das oberste Standbild hier). Vom Standpunkt einer echten Levitation macht dieses Verhalten kaum Sinn. Wohl aber, wenn es eine (unbewusste) vorbereitende Bewegung war, die dem geplanten Loslassen des Tisches unmittelbar vorausging.

Literatur:
Braude, S. E. (2014). Investigations of the Felix Experimental Group: 2010
2013. Journal of Scientific Exploration, 28, 285343.

Braude, S. E. (2016). Follow-up investigation of the Felix Circle. Journal of
Scientific Exploration, 30, 2755.

Nahm, M. (2014). The development and the phenomena of a circle for physical
mediumship. Journal of Scientific Exploration, 28, 229-283.

Nahm, M. (2016). Further comments about Kai Mügge’s alleged mediumship
and recent developments.
Journal of Scientific Exploration, 30, 5662.
Nahm, M. (2018). Investigating “Physical Mediums” via audio signal processing:
A comment on a recent approach. Journal of Scientific Exploration, 32,
579-595. Hierin: Siehe besonders Fußnote 1.

…Alle Artikel sind online frei verfügbar.

Ende des Beitrags von Dr. M. Nahm

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Auf einige der obigen Fragen und die Kritik von Michael Nahm hat auch Dr. Kruse in der folgenden Replik reagiert, die hier ebenfalls als Gastbeitrag erscheint. Auch hier sind die Aussagen und Behauptungen die des Autoren…

Physikalische Medialität: Neue Videodokumentation über Séance-Forschungsexperimente mit Kai Mügge, Fragen und Antworten

von Dr. Eckhard Kruse

Zu dem hier kürzlich veröffentlichten Bericht und Video gab es Fragen und Rückmeldungen, auf die ich gerne eingehe. Zunächst einmal: Mein Ziel ist es in erster Linie, Experimente und zugehörige Beobachtungen zu schildern. Ganz besonders in diesem Themenfeld gibt es natürlich unerschütterliche Überzeugungen und ich habe nicht den Anspruch, gegen diese anzukämpfen. Auch meine eigene Perspektive auf die Physikalische Medialität ergibt sich weit weniger aus dem Lesen von Berichten, als vielmehr meiner Teilnahme an sicher weit über hundert Séancen bei verschiedenen Medien. Doch egal, ob man von Betrug oder echten Phänomenen ausgeht oder wie man die Qualität des präsentierten Materials einschätzt, eigentlich sollte jeder Interessierte Wert darin sehen. Denn man kann es so oder so zur Überprüfung der eigenen Erklärungsmodelle verwenden und es ergänzt den Fundus an existierenden Messungen und Beobachtungen, der ja, insbesondere was aktuelle Daten angeht, nicht gerade umfangreich ist. Wer also vermutet, es handele sich um Tricks und Betrug, kann nun versuchen, einen Tisch auf ähnliche Weise schweben zu lassen und dann sollte es doch nicht lange dauern, bis entsprechende Skeptiker-Videos eintrudeln. In einem solchen Fall können wir ggf. Unterschiede herausarbeiten.

Ein weiterer Hinweis: Das Video ist nicht als wissenschaftliche Sammlung und Präsentation aller erhobener Daten gedacht, sondern als kurzweiliger Überblick über die laufenden Forschungsarbeiten. Wissenschaftliche Veröffentlichungen in diesem Bereich sind leider selbst in parapsychologischen Journalen nicht einfach, wie ich bei früheren Untersuchungen erfahren musste. Da gab es zu einem detaillierten, systematischen Bericht mit Methoden und Daten teils absurde Reviewer-Einwände, z.B. dass ich ein anderes Medium hätte untersuchen sollen oder meine Bewegungssensoren zu billig seien – ohne ein Wort zu Messgenauigkeiten oder Ergebnissen. Dass in der Begegnung von Dogmen und Argumenten letztere oft den Kürzeren ziehen, zeigt sich eben in allen Lebensbereichen, einschließlich der so stolzen Wissenschaft.

Die Séance als besonderes Experimentierfeld
Es gab in den Rückmeldungen verschiedene Vorschläge für weitere, andere Messungen. Auch wir waren bestrebt, die Messungen schrittweise zu verbessern, wie die im Film geschilderte Entwicklung der eingesetzten Technik zeigt. Selbstverständlich sind längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Allerdings habe ich bei vielen Vorschlägen den Eindruck, dass sie von Menschen kommen, die sich nie tiefer mit der Thematik beschäftigt, geschweige denn selbst eine Séance besucht haben. Es ist ja nicht so, dass der Tisch sowieso die ganze Zeit durch die Gegend fliegt und man nur noch überlegen muss, ob man einen Kasten Bier darauf stellen, das Medium fesseln und das Licht einschalten kann. Séancephänomene sind überaus subtil. Viele Menschen, die sich in eigenen Zirkeln zusammentun, sitzen Stunden singend um einen Tisch und sind bereits begeistert, wenn nach langer Zeit der Tisch ein bisschen zu rucken beginnt. Auch bei den Experimentalséancen mit Kai Mügge dauerte es oft eine halbe Stunde oder länger, bis sich eine deutliche, für die Experimente relevante Reaktion zeigte. Bis zum Drücken des Infrarotlichtschalters erforderte es noch einmal weitere Geduld, Konzentration und Fokussierung. Jede Veränderung des gewohnten Settings, jede Zusatzanforderung (weniger Sitzer, feste Fingerpositionen für die Sensoren usw.), jedes Messgerät (sogar wenn es ausgeschaltet ist) ist eine Belastung, die die Phänomene verzögern oder verhindern kann. Vertreter der Betrugsthese nehmen dies gerne als Beleg, dass sich eben deshalb nichts zeigt, weil Messgeräte den Betrug aufdecken würden. Doch warum sollte ein betrügerisches Medium dann überhaupt Messungen zustimmen – etwas, was ein Bühnenmagier niemals zulassen würde? Die Erfahrungen zeigen aber auch, dass mit Engagement, Geduld und Zeiteinsatz Messungen möglich werden, schrittweise immer mehr, also ein Art Trainings- oder Gewöhnungseffekt existiert. Ein in der Natur selbstverständliches Phänomen: Ein anfangs scheues wildes Tier gewöhnt sich mit der Zeit an seine Beobachter, so dass weitergehende Experimente möglich werden. Wenn man seine Jagd in freier Wildbahn beobachten möchte, sollte man es allerdings nicht zuallererst in einen Käfig stecken, um bessere Kontrolle zu haben.

Der Daumen, der Tisch
In einigen Kommentaren wurde vermutet, Kai hebe mit seinen Daumen den Tisch an, und es wurde vorgeschlagen, einen schwereren (Holz-)Tisch zu verwenden (d). Kurze Antwort aus der Einleitung: Bitte selbst ausprobieren! Bei seinen öffentlichen Tischséancen erläutert Kai regelmäßig, mit welchen Tricks sich Tischlevitationen fingieren lassen, z.B. werden an den Unterarmen versteckte Stahlstreben in den Tisch eingeklinkt oder ein Fuß unter dem Tischbein hebelt den Tisch hoch. Er lässt die Sitzer selbst versuchen, den Tisch irgendwie anzuheben. Danach fragt niemand mehr nach dem Gewicht des Tisches, weil klar ist, das geht so nicht – ganz zu schweigen davon, dass auch noch Hände der Sitzer darauf liegen. Wichtiger als das Gewicht ist übrigens das Drehmoment: Der Tisch hat einen Durchmesser von 84 cm. Ein Daumen, der 4 cm unter die Tischplatte ragt, müsste aufgrund des kurzen Hebels das Zehnfache der Gewichtskraft aufbringen, das entspräche 50 kg bei 5 kg Tischgewicht. Obendrein bietet der scharfkantige Rand des Tisches dafür keinen geeigneten Angriffspunkt. Falls überhaupt, ginge es theoretisch nur in Kombination von Daumengriff und einem permanenten, sehr gezielten Druck gegen ein Tischbein. Dass auch hier Daumenkräfte erforderlich wären, die deutlich größer sind als die Gewichtskraft des Tisches, erspare ich mir vorzurechnen (Stichwort: Mechanik, Statik, Freischneiden), obendrein erforderte es einen ausgesprochenen Balanceakt, zumal die Beine des Tisches glatt und abgerundet sind (Vorteil des Kunststofftisches). Wir waren bei den Experimenten sehr darauf bedacht, dass sich Hände, Füße, Beine von Kai und den Sitzern nicht an ‚verdächtigen‘ Positionen befinden oder wichtige Einblicke verdecken. Man kann sich immer mehr wünschen, aber acht Menschen- und vier Tischbeine wollen irgendwo untergebracht werden. Eine fragwürdig platzierte Daumenspitze war für mich ärgerlich, aber letztlich in der Summe des Materials nicht relevant. Hier drei weitere Aufnahmen, die in meinen Augen der Daumen-Bein-Trick-These deutlich widersprechen.

Bild 1

Bild 2

Bild 3

Übrigens hat ein Kunststofftisch den Vorzug, dass bei den Levitationen, die häufig (aber nicht immer) mit einer Art Herabfallen enden, nicht die Beine abbrechen.

Die Messungen: Aufwand, Nutzen, Zielsetzung
Die Vorbereitung der Experimentalséancen, Aufbau der Geräte usw. dauerte oft mehrere Stunden. Erst danach begannen die eigentlichen, mitunter ebenfalls Stunden dauernden Séance-Experimente, die unverändert volle Konzentration und Hingabe erforderten. Natürlich wäre es beispielsweise nett, für alle Sitzer insgesamt 40 einzelne Fingersensoren anzubringen, aber eben auch sehr aufwändig. Außerdem wäre es eine zusätzliche Belastung für die Sitzer, permanent alle Finger in einer derart fest vorgegebenen Position zu halten. Und am Ende bliebe der Kritikereinwand, man könne durch geeignete Handhaltung mit einem Finger mehrere Sensoren gleichzeitig berühren (b), um den Daumen für Tricks freizuhaben.

Ähnliches gilt für andere Vorschläge wie etwa die Idee, die Muskelaktivität der Teilnehmer zu messen (s. oben a): Ja, interessant, kann man machen. Ich habe sogar einige elektromyographische Sensoren im Bastelschrank, die ich mal für Ouija-Experimente (s. GreWi-Artikel…)  angeschafft hatte. Aber auch hier sehe ich geringe Beweiskraft, da sie sich temporär lockern oder verschieben lassen und dann keine/schwächere Muskelaktivität messen. Ein anderer interessanter Vorschlag war, mit Drucksensoren die Gewichtskraft der Sitzer (inkl. Stühle) zu messen, die sich ja erhöhen müsste, falls jemand aktiv den Tisch anhebt. Auch hier wäre der Aufwand hoch und was macht man mit der Gewichtskraft der Füße, die direkt auf dem Boden ruhen. Sollen die auch noch fixiert werden?

Aus eigener Wahrnehmung bin ich sicher, dass ich als Sitzer keine Hebekraft aufwende, und auch die Kai-Daumen-Hypothese erscheint mir derzeit nicht wert, weiter verfolgt zu werden; insofern ist mein Interesse, erheblichen Aufwand für derartige Messungen zu investieren, gering. Gleiches gilt für (ernst gemeinte!) Überlegungen, Kai täusche mit künstlichen Fingern vor, dass seine Hände auf dem Tisch lägen; ein im Standbild markierter „sechste Finger“ bleibt für mich nun einmal auch mit viel Fantasie nur eine Lichtreflexion auf der Tischoberfläche und in den regelmäßigen Rotlichtphasen der Tischexperimente konnte ich stets alle Hände gut sehen. Apropos: Infrarotaufnahmen sehen zwar aus wie Schwarz-Weiß-Aufnahmen, aber Materialien können sich bzgl. der Reflexion von sichtbarem und infrarotem Licht deutlich unterscheiden. Da erscheint dann etwa ein schwarzer Kabinettvorhang weiß oder Julia bekommt im Infrarotlicht graue Haare.

Der Fokus meiner Experimente liegt also nicht darin, die Zweifel jedweder Kritiker zu adressieren, sondern möglichst viele Daten und Erkenntnisse über die Phänomene zu gewinnen, nicht zuletzt weil ich und Kai einfach selbst genauer verstehen möchten, was dort passiert. Man möge auch bedenken, dass das alles ein Freizeitprojekt ist, ohne Finanzierung, mit viel selbst gebastelter Technik und Lötkolben- und Programmierarbeit. Kommentare, die wie Vorwürfe oder Forderungen klingen, im Tonfall „Kruse sollte mal“, mag ich daher nicht besonders, vor allem wenn sie von Menschen kommen, die sich anscheinend nicht einmal die Mühe machen, Basiswissen über die Geschichte der Séancephänomene zu recherchieren, geschweige denn, selbst eine Séance zu besuchen. Ich finde es eine Überlegung wert, welche Emotionen da möglicherweise den Tonfall beeinflussen, wie er doch bei Kommentaren zu anderen Forschungsarbeiten kaum anzutreffen ist.

Wie geht es weiter
Auf meiner Wunschliste für Tischexperimente stehen andere Dinge, die tatsächlich von niemandem vorgeschlagen worden sind, z.B. ein Messdraht rund um die Tischkante, um versehentlichen oder absichtlichen Handkontakt zu registrieren und am besten durch einen Warnton direkt zu signalisieren. Schön wäre auch eine dritte Kameraperspektive z.B. von einer Deckenposition über dem Medium. Ob oder wann wir das machen werden, weiß ich nicht, denn momentan liegt der Fokus der Experimente auf den Kabinettséancen. Immerhin ist es ein ganzes Füllhorn an Phänomenen der Physikalischen Medialität, die bei Kai Mügge beobachtet werden können. Tatsächlich hatte ich schon früher vorgeschlagen, von den Tischexperimenten zu den Kabinettséancen überzugehen, mich dann aber breitschlagen lassen, einen zusätzlichen Tischséance-Experimentiertag durchzuführen, um weiteres Material zu sammeln – wohl wissend (und akzeptierend), dass es ohnehin niemals genug für Skeptikter sein wird. Nun widme ich meine Zeit aber vorerst lieber neuen Experimenten, als zu versuchen, bei den alten kleinere Fortschritte herauszukitzeln. So lag ein Fokus der Sèance-Experimente kürzlich darauf, die Sitzer und das an Armen und Beinen gehaltene Medium im Dunkeln durch Infrarotlichtfasern zusätzlich zu kontrollieren, während sich gleichzeitig Gegenstände (Tamburin, Taschentuch), die ebenfalls mit Infrarotleuchtdioden ausgestattet waren, durch den Raum bewegten oder Handformen sich vor einer Leuchtscheibe abbildeten. Bis zu drei Kameras waren im Einsatz, genau kalibriert für die Berechnung von 3D-Positionen. Es gibt Aufnahmen von Ektoplasma-Erscheinungen in noch nicht dagewesener Qualität. Und wer bei Kai Mügges Séancen war, weiß, was dort noch alles so passiert und für wissenschaftliche Untersuchung hochinteressant ist.

Betrug und Kruse macht mit?
Eine letzte Frage, die manchmal unterschwellig mitzuschwingen scheint: Ist das womöglich alles ein Betrug, bei dem Kruse mitmacht? Damit sind wir sozusagen im Bereich der „Verschwörungstheorie“ und ich sage das mit Wohlwollen gegenüber diesem Begriff und dem Wunsch nach seiner Rehabilitierung, wo er leider so gerne zur Diskreditierung von Menschen missbraucht wird, die andere Hypothesen als die ‚offiziell richtigen‘ diskutieren möchten (s. GreWi-Artikel ‚GreWi-Buch des Jahres‘: „Der Kampf um die Wahrheit“).  Also: Natürlich darf und soll diskutiert werden, ob Manipulation und Täuschung aufgrund geheimer, unlauterer Absichten ein plausible Erklärung sind, Kruse vielleicht gar gemeinsame Sache mit Mügge macht. Das heißt, es geht um Fragen zu Fähigkeiten und Motiven. Dass der Informatiker Kruse Filmmaterial manipulieren könnte, ist wohl denkbar, auch wenn man Aufwand und Grenzen einer guten Fälschung nicht unterschätzen sollte (falls das ein Thema sein sollte, stelle ich ggf. Kamera-Raw-Bilder zur Verfügung, die für die Bildforensik aussagekräftiger sind als die herunterskalierten Jpegs). Fraglich wäre aber doch vor allem das Motiv: Welchen Gewinn sollte ein verbeamteter Hochschulprofessor daraus ziehen, so etwas zu machen? Dass ich mich öffentlich mit solchen „unerwünschten“ Themen auseinandersetze, bringt mir an meiner Hochschule nicht gerade Vorteile. Welchen persönlichen Nutzen sollte ich dann gar daraus ziehen, wenn ich sage, ich sehe keine Hinweise auf Tricks oder Betrug? Oder um den einzigen Hochschulkollegen zu zitieren, mit dem ich in einem konstruktiven Austausch über diese Dinge bin: „Das ist schon eindrucksvoll und Forschung ist es sicher auch. Noch besser wäre es natürlich, wenn Du es geschafft hättest, den Kai Mügge zu enttarnen.“

Auch bei der Annahme, Kai Mügge sei alleiniger Betrüger und Kruse nur zu dumm, das trotz unzähliger gemeinsam im Séanceraum verbrachter Stunden zu bemerken, bliebe doch die Frage: Warum investiert Kai so viel Zeit und Energie in solche Experimente? Immerhin würde jedes Experiment die Gefahr bergen, einen Betrug zu enttarnen. Andererseits singen physikalische Medien ein Lied davon, dass ihnen wissenschaftliche Untersuchungen ohnehin nie einen Vorteil versprechen; eingefleischte Skeptiker lassen sich eh nicht überzeugen. Und die „Kundschaft“, also Menschen, die gerne und oft zu Séancen gehen, tun dies nach meiner Erfahrung jedenfalls nicht, weil sie in einem Forschungsbericht Positives über das Medium gelesen haben, sondern weil sie begeistert, inspiriert und beglückt von dem sind, was sie dort erleben. Kai muss gewiss nicht darum buhlen, dass seine Séancen besucht werden. Ich erinnere mich nicht daran, dass mal eine seiner Séancen nicht ausgebucht gewesen wäre. Wenn er und ich ein Anliegen – neben der persönlichen Forscherneugierde – haben, ist es höchstens die Idee, das Thema bekannter und manche Menschen ein bisschen neugierig zu machen. So oder so, der Kreis von Menschen, die mit Begeisterung regelmäßig Séancen besuchen, wächst stetig, so wie die Zweifel an der Authentizität der Phänomene bei vielen rasch kein großes Thema mehr sind. Manche gründen gar eigene Zirkel und erleben dort abseits aller Öffentlichkeit ähnliche Entwicklungen von Séancephänomenen. Wer Séancegeschehen erfassen und erklären möchte, sollte idealerweise nicht nur über Daumen spekulieren, sondern auch diese umfassenderen Aspekte einer ganzen Bewegung anschauen und berücksichtigen.

Ende der Replik von Dr. E. Kruse

Abschließende Anmerkung von GreWi-Hrsg. Andreas Müller
Als Herausgeber von Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) habe ich mich sowohl zur Veröffentlichung des ursprünglichen Gastbeitrags von Prof. Kruse als auch zur weiterführenden Begleitung der Diskussion und Kontroverse durch die hiesige Kritik und Replik entschlossen. Ich selbst verfüge über keine eigenständig forschende Expertise zum Thema Séancen und physikalischer Medialität. Ich schätze aber sowohl die Bereitschaft von Kai Mügge, sich einer wissenschaftlich-technischen Untersuchungen und Dokumentation zu stellen, die von Eckhard Kruse, sich dieser Herausforderung anzunehmen sowie die streng kritische Haltung von Kritikern wie Michael Nahm. Die Aufgabe von GreWi ist die einer journalistischen Begleitung und Dokumentation der Debatte, verbunden mit der Hoffnung, dass darüber vielleicht auch erneut ein konstruktiver Austausch unter den Teilnehmern (Mügge, Kruse, Nahm u.a.) zustande kommt. Sollten sich daraus vielleicht sogar weitere gemeinsame wissenschaftliche Experimente ergeben, könnte der positive Effekt dieser kleinen Reihe größer kaum sein. Hier ist es von nun an aber an den genannten Personen, diese Möglichkeit zu ergreifen.
GreWi wird dann gerne erneut berichten…

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