Forscher identifizieren einen der letzten großen Mars-Seen

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Die heutigen Überreste eines der letzten großen Seen auf dem Mars
Copyright: LASP / Brian Hynek

Boulder (USA) – Mit Hilfe von Daten der Marssonden “Mars Odyssey”, “Mars Global Surveyor” und “Mars Express” haben US-Wissenschaftler die Überreste eines der letzten großen Mars-Seen und damit einen der wohl noch am längsten potentiell lebensfreundlichen Orte auf dem Roten Planeten identifiziert.

Wie das Team um Brian Hynek von der University of Colorado aktuell im Fachjournal “Geology” (DOI: 10.1130/G36895.1) berichtet, handelt es sich um eine rund 30 Quadratkilometer große Salzablagerungen in der Marsebene Meridiani Planum, ganz in der Nähe der Landestelle des Mars-Rovers “Opportunity”. Die Forscher vergleichen die Struktur verschiedener Ablagerungen in Folge unterschiedlicher Wasserstände mit irdischen Salzebenen, wie jenen nahe Bonneville im US-Bundesstaat Utah.

Die digitale Kartierung und mineralogische Analyse der Strukturen um die Ablagerungen legen nahe, dass es sich hierbei um das Bett eines einstigen Sees handelt, der noch vor 3,6 Milliarden Jahren – und damit bereits deutlich nach dem Ende der feuchtwarmen Periode des frühen Mars, in der der gesamte Mars noch warm und feucht war – flüssiges Salzwasser beherbergte.

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“Hierbei handelte es sich um einen langlebigen See, dessen einstige Konturen heute noch Rückschlüsse auf das maximale Alter zulassen”, erläutert Hynek. “Wir können mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit sagen, dass es sich hierbei um einen der letzten großen Seen des Mars gehandelt hatte.”

Aufgrund der Dicke der Salzablagerungen schätzen die Forscher, dass das Wasser einen Salzgehalt von nur acht Prozent irdischen Meerwassers hatte und somit durchaus lebensfreundlich war. Allerdings könnten andere Faktoren, wie sie aus den Daten nicht hervorgehen, diese Wasserqualität zusätzlich gefördert aber auch gemindert haben.

Anhand der weiteren Geländeeigenschaften schließen die Forscher darauf, dass das Wasser die Senke einst bis zum Überlaufen gefüllt hatte, es an deren niedrigster Stelle im Südwesten ausfloss und dabei sogar ein bis zu 50 Meter tiefes Abflusssystem bis in die nahe Ebene bildete.

Mit dem sich zunehmend abkühlenden und austrocknenden Klima sank nach und nach auch der Wasserstand des einst großen Sees, bis nur noch ein kleiner Tümpel zurückblieb in dem die fortschreitender Verdunstung zu einer Konzentration der im einstigen Wasser gelösten Salze in Form der typischen Salzpfanne führte.

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