Loch-Ness-Webcam filmt gleich zwei Mal ein großes, abtauchendes Objekt im See

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Standbilder aus einer der Webcam-Aufnahmen. Copyright/Quelle: lochness.co.uk / Eoin O’Faodhagain

Standbilder aus einer der Webcam-Aufnahmen.
Copyright/Quelle: lochness.co.uk / Eoin O’Faodhagain

Urquart Castle (Großbritannien) – Vom Ufer des Loch Ness aus, überträgt eine Webcam schon seit Jahren rund um die Uhr den Blick auf den sagenumwobenen schottischen See. Einem ausdauernden Schreibtisch-Nessie-Jäger sind in den vergangenen Wochen anhand dieser Web-Aussicht auf den See gleich zwei Mal Aufnahmen eines rätselhaftes Objekts gelungen, das nach längerer Zeit an der Wasseroberfläche sogar wieder darunter abzutauchen scheint.

Von Irland aus verfolgt Eoin O’Faodhagain bereits seit Jahren die live gestreamten Aufnahmen der Webcan mit ebenso viel Enthusiasmus für das angeblich in diesen Gewässern hausende „Ungeheuer von Loch Ness“, wie eigener Ausdauer am heimischen Computer. Letztere wurde schon mehrfach belohnt, konnte der Schreibtisch-Nessie-Jäger doch schon mehrfach Mitschnitte seiner Beobachtungen vorlegen, auf denen teilweise minutenlang ein großes Objekt den Bildausschnitt zu durchschwimmen scheint, bei dem es sich offenbar nicht um ein Boot oder eine Welle handelte (…GreWi berichtete 1, 2). Die jüngsten Beobachtungserfolge gelangen dem „Nessie-Spotter“ am 13. Und 22. April 2020.

Zunächst beobachtete O’Faodhagain am Morgen des 13. April 2020 ab 8:11 Uhr, als ein zunächst punktförmiges helles Objekt auf der sonnenbeschienenen Oberfläche des Loch Ness hin und herschwimmend zu sehen ist. Wer zunächst an ein das Sonnenlicht reflektierendes kleines Boot denkt, wird spätestens dann eines Anderen belehrt, wenn das “Objekt” immer wieder kurz abzutauchen scheint. Nach eineinhalb Minuten verlässt das “Objekt” dann den Bildausschnitt der leider nicht fernsteuerbaren Webcam. Die Aufnahmen selbst filmt der Nessie-Jäger immer selbst von seinem Computerbildschirm ab, weswegen die sowieso schon niedrig aufgelösen Bilder leider hinzu an Qualität einbüßen.

Die zweite Aufnahme gelang O’Faodhagain dann um 8:26 Uhr am Morgen des 22. April 2020. Nun ist auf dem See ein ungewöhnlich großes, längliches und dunkles Objekt zu sehen, das nur langsam seine Position verändert. Während man zunächst auch hier an ein Boot denken könnte, löst sich auch dieser Eindruck nach etwa zwei Minuten auf, wenn dieses Objekt nach und nach unter Wasser verschwindet. Eoin O’Faodhagain selbst schätzt, dass die Webcam rund 600 Meter von dem „Objekt“ im Wasser entfernt ist. Aus diesem Umstand schätzt er den auch die Länge des Objekts auf rund 10 Meter und vermutet weiter, dass es in etwa einen Meter aus dem Wasser herausragt.

Wie schon anhand der früheren Aufnahme der Webcam liegt das Hauptproblem auch der neuen Sequenzen in der niedrigen Auflösung dieser Live-Stream-Aufnahmen, die leider nur bei 360p liegt. Im Vergleich dazu beginnt die HD-Qualität erst ab 720p. Aus diesem Grund sind die Aufnahmen auch so unscharf. Ideal für Nessie-Jäger wäre eine Auflösung ab 1080p. Bis die Webcam also nicht „aufgerüstet“ wird, erfüllen also auch diese Aufnahmen nicht den Anspruch an einen Beweis für ein großes, unbekanntes Lebewesen im Loch Ness.

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Im ersten Moment scheinen die Aufnahmen den Ergebnissen einer jüngsten eDNA-Analyse anhand von Wasserproben aus dem Loch Ness zu wiedersprechen, die keinerlei Hinweise auf ein bekanntes oder unbekanntes Lebewesen im Loch Ness erbrachte, dass größer als ein Aal ist und somit die Aufnahmen und hunderten von früheren Sichtungen eines großen „Ungeheuers“ erklären könnte (…GreWi berichtete). Allerdings gestand der Leiter der Studie, der Genetiker Prof. Neil Gemmell von der neuseeländischen University of Otago, in einem exklusiven Interview mit Grenzwissenschaft-Aktuel.de (GreWi) auch ein, dass auch die eDNA-Tests weiterhin ein unbekanntes Lebewesen im Loch Ness nicht ganz ausschließen könne und erklärte dies mit dem eingeschränkten Möglichkeiten der eDNA-Analyse besonders in einem Gewässer wie dem Loch Ness (…GreWi berichtete exklusiv).

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