Mediziner entdecken bislang unbekanntes Schmerz-Organ in unserer Haut

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Symbolbild: Schmerz Copyright: MonikaP (via Pixabay.com) / Pixabay License

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Solna (Schweden) – Mediziner am schwedischen Karolinska Insitutet haben ein neues, bzw. bislang unerkanntes sensorisches Organ im menschlichen Körper entdeckt, das dabei behilflich ist, schmerzhafte mechanische Schäden, wie Stiche und Wunden zu registrieren.

Wenn auch in der Regel als lästig bis unerträglich empfunden, und in Leid und gesellschaftlichen Kosten endend, so haben Schmerzen dennoch auch und vorallem eine nützliche Schutzfunktion: Sie weisen uns auf medizinische und gesundheitliche Probleme hin und sorgen durch die mit ihnen einhergehenden Reflexe für Schonhaltungen, verhindern, dass wir uns über die Maßen Hinaus verbrennen oder, dass wir etwa unsere Hand nicht weiterhin dem scharfen, uns schneidenden Messer aussetzten.

Wie das Team um Prof. Dr. Patrik Ernfors aktuell im Fachjournal „Science“ (DOI: 1126/science.aax6452) berichtet, besteht das neu entdeckte sensorische Organ aus sogenannten Gliazellen mit unterschiedlichen langen Fortsätzen, die gemeinsam ein maschenartiges Organ innerhalb unserer Haut bilden.

Dieses Organ ist für schmerzhafte mechanische Schäden und Druck sensibel. Wird es gereitzt, erzeugt es elektrische Impulse im Nervensystem, die dann wiederum u.a. zu den bereits beschriebenen Reflexreaktionen und Schmerzempfinden führen.

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In Experimenten haben die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die Funktion des von ihnen entdeckten Organs künstlich unterdrückt und damit die Fähigkeit der so behandelten Testpersonen zu mechanischem Schmerzempfinden deutlich vermindert.

„Unsere Studie zeigt, dass Schmerzempfindlichkeit nicht nur in den Nervenfasern unserer Haut selbst stattfindet, sondern auch mit diesem Organ einhergeht“, kommentiert Ernsfors seine Entdeckung und führt dazu abschließend weiter aus: „Das verändert unsere Vorstellung von zellularen Mechanismen physischer Wahrnehmungen und könnte einen wichtigen Schritt im besseren Verständnis chronischer Schmerzen darstellen.“

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