MeerKAT Array: Größtes Radioteleskopfeld Afrikas sucht mit ‚Breakthrough Listen‘ nach außerirdischen Signalen

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Einige Beispiele der insgesamt 64 Radioantennen der „MeerKAT Array“ in Südafrika.
Copyright/Quelle: breakthroughinitiatives.org

Bremen (Deutschland) – Mit dem Radioteleskopfeld der „MeerKAT Array“ beteiligt sich nun auch die größte, und leistungsstärkste Radioteleskopanlage der südlichen Hemisphäre im Rahmen von „Breakthrough Listen“ an der Suche nach Signalen und Signaturen technologisch entwickelter außerirdischer Intelligenzen (Search for Extraterrestrial Intelligence, SETI).

Bei „Breakthrough Listen“ handelt es sich um die bislang größte, weltweite Initiative zur Suche nach intelligentem Leben im Universum. Auf dem derzeit in Bremen tagenden „69th International Astronautical Congress“ wurde die neue Kooperation von „Breakthrough Listen“ mit dem „South African Radio Astronomny Observatory“ (SARAO) offiziell bekannt gegeben.

Alleine mit MeerKAT werden bald eine Million Einzelsterne – und damit das etwa 1.000-fache der Beobachteten Sterne früherer SETI-Suchen – im ruhigsten Teil des Frequenzspektrums nach intelligenten Signalen und Anzeichen außerirdischer Technologien abgesucht werden können. Auf diese Weise wird die „Breakthrough Listen“-Initiative dann insgesamt sieben Tage die Woche, je 24 Stunden lang die Suche nach Alien-Signalen betreiben können und zu einem wirklich globalen Projekt.

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Im Juli 2018 eingeweiht, besteht das MeerKAT-Teleskopenfeld derzeit aus 64 Radioantennen in der abgelegenen Karoo-Wüste. Die Signale der jeweils 13,5 Meter durchmessenden Schüsseln lassen sich elektronisch zu einem gemeinsamen Teleskop zusammengeschalten und erreichen auf diese Weise eine beeindruckende Auflösung und  Beobachtungsempfindlichkeit. MeerKAT dient als Grundlage für die geplante „Square Kilometre Array“ (SKA), die zukünftig die jetzige Anlage noch ergänzen soll, um dann später einmal (gemeinsam mit einer Anlage in Australien) eine Fläche von annähernd eine Million Quadratmetern abzudecken und auf diese Weise das größte kombinierte Radioteleskop der Welt entstehen zu lassen (…GreWi berichtete).

Um MeerKAT aber nicht von seinen anderen astronomischen Aufgaben und Zielen abzuhalten, haben SETI-Mitarbeiter der University of California in Berkeley, von wo aus die Breakthrough-Listen-Forschung koordiniert wird, sowohl ein Programm als auch einen Supercomputer installiert, wie sie die SETI-Suche sozusagen nebenbei ermöglichen, ohne andere Projekte mit MeerKAT zu behindern. Auf diese Weise wird „Listen“ mit MeerKAT sozusagen rund um die Uhr nach außerirdischen Signalen suchen können. „Mit diesem neuen Instrument an der Hand, können wir zahleiche Radiostrahlen zugleich abbilden können und damit eine hohe Auflösungsrate für mehrere Objekte gleichzeitig erhalten“, erläuterte der Hauptuntersucher von „Breakthrough Listen“, Dr. Andrew Siemion. „Das erweitert und vervollständigt unsere Fähigkeiten mit anderen Teleskopen und erlaubt es uns, unsere kosmische Nachbarschaft nach technologischen Signaturen sehr viel schneller als zuvor absuchen zu können.“ Der Dateninput des Breakthrough-Listen-Systems am MeerKAT-Teleskop wird bei etwa 4 Terabit pro Sekunde (also 4.000 Gigabit/Sek) liegen – also die hausübliche Internetverbindung um das Vierzigtausendfache überreffen.

Mit MeerKAT wird „Breakthrough Listen“ einen Frequenzbereich von 580-1015 MHz (UHF), 856-1712 MHz (L-Band) und 1600-3500 MHz (S-Band) 750.000 Sterne in einem Abstand von maximal 700 Lichtjahren pro Jahr absuchen. Dabei erreicht MeerKAT eine Empfindlichkeit, mit der eine Sendekraft eines Radioteleskops von der Stärke des Arecibo-Teleskops auf Puerto Rico entdeckt werden könnte.

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