Meteoritisches Eisen: Schatz von Villena ist teilweise außerirdisch

Der Goldschatz von Villena, vorne links ist das stark korrodierte Armband und eine kleine verzierte Halbschale zu sehen. Copyright/Quelle: Museo de Villena / turismovillena.com
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Der Goldschatz von Villena, vorne links ist das stark korrodierte Armband und eine kleine verzierte Halbschale zu sehen.Copyright/Quelle: Museo de Villena / turismovillena.com

Der Goldschatz von Villena, vorne links ist das stark korrodierte Armband und eine kleine verzierte Halbschale zu sehen.
Copyright/Quelle: Museo de Villena / turismovillena.com

Villena (Spanien) – 1963 fand der Archäologe José María Soler nahe Villena in der spanischen Provinz Alicante einen der größten Depotfunde von Goldgegenständen aus der europäischen Bronzezeit. Eine neue Analyse des „Tesoro de Villena“ zeigt nun, dass Teile des Schatzes aus außerirdischem Material bestehen. Damit wirft der Fund ein neues Licht auf die handwerklichen und technologischen Fähigkeiten dieser Zeit in der Fundregion.

Wie Salvador Rovira-Llorens von den Museos Jubilado, Martina Renzi von der saudi-arabischen Diriyah Gate Development Authority und Ignacio Montero-Ruiz vom Instituto de Historia. Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC) aktuell im Fachjournal Trabajos de Prehistoria” (DOI: 10.3989/tp.2023.12333) berichten, handelt es sich um ein 8,5 Zentimeter großes Armband bzw. Wendelring (Torques) und eine 4,5 Zentimeter durchmessende verzierte Schale bzw. Halbkugel nicht aus irdischem Gold und anderen Edelmetallen, sondern aus meteoritischem Eisen, das einst in Form von Meteoriten zur Erde fiel.

Insgesamt besteht der Schatz von Villena aus 66 Einzelstücken. Zwei dieser Stücke schienen schon von jeher nicht in die Ansammlung zu passen, wirken sie doch – nicht zuletzt wegen ihrer eher rostigen Erscheinung – eher eisenartig. Dieses Merkmal erschwerte bisherige Datierungsversuche des Gesamtfundes, der eigentlich auf ein Alter von 3000 Jahren (1500 bis 1200 v.Chr.) datiert wurde. Die Verarbeitung von irdischem Eisen, mit der die „Bronze“-Zeit von der „Eisen“-Zeit abgelöst wurde, ist auf der Iberischen Halbinsel hingegen erst seit 850 v. Chr. bekannt. Die beiden eisenartigen Exemplaren passten also nicht zum restlichen Schatz.

Aus meteoritischem Eisen: Eine kleine, verzierte Halbschale und ein Armband aus dem Schatz von Villena.Copyright/Quelle: Museo de Villena

Aus meteoritischem Eisen: Eine kleine, verzierte Halbschale und ein Armband aus dem Schatz von Villena.
Copyright/Quelle: Museo de Villena

Tatsächlich sind aber nicht nur aus Villena Eisenobjekte aus der Zeit vor dem Eisenzeitalter bekannt. Das vermutlich bekannteste Beispiel ist der Eisendolch aus dem Grab den Tutanchamun, der aus meteoritischem Eisen besteht und dessen außerirdische Herkunft anhand des deutlich höheren Nickelgehalts bestimmt werden konnte.

Um auch die beiden ungewöhnlichen Gegenstände aus dem Tesoro de Villena auf eine mögliche außerirdische Herkunft untersuchen zu können, beantragten die Wissenschaftlerin und ihre beiden Kollegen, auch die beiden im lokalen Archäologischen Museum von Villena ausgestellten Artefakte auf ihren Nickelgehalt untersuchen zu dürfen.

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Wie sich zeigte, legen die Analyseergebnisse nun auch für das Material der beiden Objekte von Villena eine außerirdische, meteoritische Herkunft nahe. Schlussendlich konnte so auch das Alter dieser beiden Stücke auf zwischen 1400 und 1200 v. Chr. datiert werden. Aufgrund der starken Korrosion bleibe zwar noch eine Unsicherheit, doch könne diese mit neueren, non-inversiven Methoden noch eingehender überprüft werden. Sollten die Ergebnisse dadurch gestützt werden, würde es sich bei den beiden Stücken um die ersten bekannten archäologischen Funde aus außerirdischem Material auf der Iberischen Halbinsel handeln.

– Mehr Informationen zum Tesoro de Villena und zum Archäologischen Museum von Villena finden Sie HIER

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Recherchequelle: Trabajos de Prehistoria

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