Monkey MindPong: Hirnimplantat erlaubt Affen mittels Gedanken Pong zu spielen

Symbolbild: Chimäre aus Affe und Mensch (Illu.). Quelle: grenzwissenschaft-aktuell.de
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Der Versuchsaffe "Pager" beim gedankengesteuerten Computerspiel „Pong“. Copyright: neuralink.com

Der Versuchsaffe “Pager” beim gedankengesteuerten Computerspiel „Pong“.
Copyright: neuralink.com

San Francisco (USA) – Mit einem Hirnimplantat ist es Forschern von Elons Musks Startup „Neuralink“ gelungen, einem Affen die Steuerung eines Bildschirmcursors alleine durch seine Gedanken zu ermöglichen. Auf diese Weise hat der Affe dann auch erlernt, das populäre Computerspiel „Pong“ mittels Gedankenkraft und KI-Algorithmen erstaunlich gut zu meistern. Die Technologie ist jedoch mehr als eine technische Spielerei und soll paralysierten Patienten bei der Kommunikation und Beeinflussung ihrer Umwelt helfen.

Wie das Unternehmen auf seiner Webseite und im folgenden Video anschaulich erläutert und demonstriert, wurde der mit Hirnimplantaten ausgestattete Makake mit dem Namen

“Pager” zunächst mithilfe einer Futterbelohnung gelernt, einen Bildschirmcursor mittels eines Joysticks korrekt und geschickt über den Bildschirm zu bewegen.

Anhand der Neuralink-Hirnimplantate waren die Wissenschaftler dann mithilfe der via Bluetooth übertragenen Daten in der Lage, die neuralen Steuerungssignale vom Gehirn zur Hand abzulesen, mithilfe künstlicher Intelligenz zu decodieren und dadurch auch die Handbewegungen des Affen vorherzusagen.

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Nachdem dieses Interface mit ausreichen Daten gefüttert war, konnte der Joystick vom Bildschirm getrennt und damit praktisch nutzlos gemacht werden, ohne die Steuerung des Cursors – nun jedoch nur noch von Pagers Hirnsignalen für das Bewegen des Joysticks geführt – zu unterbrechen. Wie die Aufnahmen zeigen, gelingt dies Pager nun in gleicher Qualität wie zuvor.

Hinzu gelang es den Forschern, ihrem Versuchstier auf gleiche Weise die Kontrolle über das bekannte Computerspiel „Pong“ zu verschaffen, was Pager – auch das zeigt das folgende Video – auf erstaunliche Art und Weise gelingt.

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Das eigentliche Ziel der Forschungen und Experimente war es aber natürlich nicht, einem Affen Computerspiele via Gedankenkraft beizubringen. Stattdessen ist es das Ziel von Neuralink, paralysierten Patienten auf die gleiche Weise zur Kommunikation mit ihrer Außenwelt und die Beeinflussung dieser mittels gedankengesteuerter Robotik zu verhelfen. „In gleicher Weise könnte es unser Dekoder einem Menschen ermöglichen, einen Cursor alleine mittels Gedanken zu bewegen, um so nicht nur eine Ja-Nein-Kommunikation führen zu können, sondern auch (durch das alleinige Denken an bestimmte Buchstaben und Satzzeichen) ganze Texte zu verfassen, Geräte fernzusteuern oder auch im Internet zu surfen. Unser Ziel ist es, paralysierten Menschen wieder ihre digitale Freiheit zurückzugeben.“

Obwohl (oder gerade weil) der von den Neuralink-Wissenschaftlern entwickelte Chip angeblich störungsfrei im Schädel platziert werden könne, gibt es auch Kritiker nicht nur entsprechender Vernetzungen sondern auch der möglichen, über die rein medizinische Anwendung hinausreichenden Möglichkeiten der vorgestellten Technologie.

Weitere ausführliche über Neuralinks MindPong-Experimente finden Sie HIER




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Quelle: Neuralink.com

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