Neue Schätzung: 300 Millionen potenziell lebensfreundliche Planeten in der Milchstraße

Künstlerische Darstellung eines erdartigen und erdähnliche Exoplaneten. Copyright: NASA Ames/JPL-Caltech/T. Pyle
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Künstlerische Darstellung eines erdartigen und erdähnliche Exoplaneten. Copyright: NASA Ames/JPL-Caltech/T. Pyle

Künstlerische Darstellung eines erdartigen und erdähnliche Exoplaneten.
Copyright: NASA Ames/JPL-Caltech/T. Pyle

Mountain View (USA) – Basierend auf aktuellen Beobachtungen unterschiedlicher Weltraumteleskope hat ein internationales Astronomenteam eine neue Schätzung über die Anzahl potenziell lebensfreundlicher Planeten in unserer Heimatgalaxie veröffentlicht. Einige davon könnten sogar in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sonnensystem zu finden sein. Der Wert kann auch dabei helfen, einzuschätzen, wie viele außerirdische Zivilisationen es in unserer Milchstraße geben könnte.

Wie das Team um Steve Bryson vom Ames Research Center der NASA und Jeff Coughlin vom „SETI Institute“ vorab via ArXiv.org und in einer kommenden Ausgabe des „The Astronomical Journal” berichten, basiert die neue Schätzung auf Beobachtungsdaten mit dem NASA-Weltraumteleskop „Kepler“ und dem europäischen Weltramobservatorium „Gaia“.

„Es ist das erste Mal, dass wir alle uns zur Verfügung stehenden Puzzleteile zusammengefügt haben, um eine belastbare Schätzung über die Anzahl potenziell habitabler Planeten in unserer Galaxie zu machen“, so Coughlin.

Die Drake-Gleichung zur Berechnung der Anzahl technologisch entwickelter Zivilisationen in der Milchstraße. Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen. Copyright/Quelle: University of Rochester

Die Drake-Gleichung zur Berechnung der Anzahl technologisch entwickelter Zivilisationen in der Milchstraße.
Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.
Copyright/Quelle: University of Rochester

„Der Wert ist ein Schlüsselfaktor in der sog. Drake-Gleichung‘, mit der die Anzahl von Zivilisationen eingeschätzt werden soll, die zu einer technologischen Kommunikation in der Lage sind. Ein weiterer Schritt zu einer Antwort auf die Frage also, ob wir allein im Kosmos sind.“

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Grundlage der neuen Einschätzung sind die bislang entdeckten, erdgroßen und erdartigen, also felsige Exoplaneten, die sonnenähnliche Sterne innerhalb deren sogenannter „habitabler Zone“ umkreisen, also jener Abstandregion, innerhalb derer ein Planet seinen Stern umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Temperaturen Wasser in flüssiger Form – und damit die Grundlage zumindest des irdischen Lebens – dort existieren kann.

Während frühere Einschätzungen hauptsächlich auf der Distanz zwischen Planet und Stern basierten, bezieht die neue Studie jetzt auch die Menge an Licht/Energie mit ein, die ein Planet von seinem Stern erhält. In Kombination der „Kepler“- und „TESS“-Daten mit jenen des Weltraumteleskops „Gaia“ bildet das Ergebnis somit eine ganze Vielzahl von Sternen, Planetensystemen und Exoplaneten ab.

Zum Thema

Mit dem bis 2018 genutzten Weltraumteleskop “Kepler” konnten Astronomen bislang 2.800 Exoplaneten bestätigen. Tausende entdeckte Kepler-Planeten-Kandidaten warten derzeit noch darauf, durch Folgebeobachtungen als tatsächlich existierende Planeten bestätigt zu werden.

Basierend auf den derzeit vorhandenen Daten zu mehreren Hundert erdartigen Exoplaneten, die ihre Sterne innerhalb der habitablen, also lebensfreundlichen Zone umkreisen, kommt die Studie auf eine Anzahl von rund 300 Millionen potenziell lebensfreundlichen Planeten. Einige davon dürften sich zudem sogar innerhalb eines Radius von 30 Lichtjahren rund um unserer eigenes Sonnensystem finden lassen.




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Quelle: SETI Institute / ArXiv.org

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