Neue UFO-Unterrichtungen des US-Kongresses haben begonnen. Abgeordnete fordern mehr Engagement der Militärs, Geheimdienste und Behörden

Symbolbild: Das US-Kapitol in Washingtin D.C. und ein standbild aus einem offiziellen UFO-Video der US Navy. Copyright: Pixabay License / US Gov.
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Symbolbild: Das US-Kapitol in Washingtin D.C. und ein standbild aus einem offiziellen UFO-Video der US Navy. Copyright: Pixabay License / US Gov.

Symbolbild: Das US-Kapitol in Washingtin D.C. und ein standbild aus einem offiziellen UFO-Video der US Navy.
Copyright: Pixabay License / US Gov.

Washington (USA) – Wie im Budgetgesetz für die Verteidigungs- und Geheimdiensthaushalte für 2022 bereits im vergangenen Dezember festgelegt, haben die ersten neuen „UFO-Briefings“ des US-Kongresses begonnen. Zugleich sickern auch erste Informationen und Statements der unterrichteten verantwortlichen Politiker in Senat und Repräsentantenhaus durch. Diese zeigen sich zwar von der Beweislage, nicht aber vom Fortschritt der Untersuchungen des Eindringens unidentifizierter Flugobjekte in den US-Luftraum überzeugt und fordern mehr Engagement des Verteidigungsministeriums.

Mit seiner Unterschrift unter den 770 Milliarden Dollar schwere „National Defense Authorization Act“ (NDAA) und damit unter die Gesetzesgrundlage für den US-Verteidigungshaushalt 2022 hattee US-Präsident Joe Biden Ende Dezember 2021 auch jenen Teil des Gesetzes ratifiziert, aus dem die Einrichtung einer neuen UFO-Untersuchungsbehörde spätestens im Sommer 2022 hervorgeht. Diese muss zukünftig auch in öffentlichen Berichten über die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Untersuchungen von UFO-Sichtungen durch US-Militärangehörige transparenter als bislang berichten (…GreWi berichtete).

Zusätzlich zu jährlichen unklassifierten Berichten ist die neue UFO-Untersuchungsbehörde auch zu halbjährlichen – klassifizierten (also geheimen) – Unterrichtungen (Briefings) gegenüber den zuständigen Kongress-Ausschüssen beider Kammern angehalten. Die ersten dieser Briefings mussten entsprechend bereits innerhalb von 90 Tagen nach dem Inkrafttreten des Gesetzes, also noch in diesem Frühjahr stattfinden (…GreWi berichtete).

Wie die US-Politik-Tageszeitung „Politico berichtet, haben die ersten dieser UFO-Unterrichtungen am Capitol Hill bereits stattgefunden. Allerdings zeigen sich die verantwortlichen Politiker der zuständigen Ausschüsse von deren Ergebnissen alles andere als beeindruckt – das aber nicht etwa, weil die Beweislage für ein reales UFO-Phänomen nicht beeindruckend genug wäre, sondern weil die zuständigen Militär- und Geheimdienstabteilungen „die Angelegenheit sehr viel ernster nehmen müssen“, als dies offenbar bislang geschehen ist, zitiert das Blatt beteiligte Abgeordnete.

Zwar seien in den vergangenen Wochen und Monaten eine ganze Reihe neuer Daten zu Sichtungen unidentifizierter Phänomene im US-Luftraum, sog. Unidentified Aerial Phenomena (UAP = Neudefinition von UFO = Unidentifiziertes FlugObjekt) zusammengetragen worden und hinzugekommen, doch sollten das Pentagon und die US-Geheimdienste, die sich hinter diesen Daten verbergenden UFO-Sichtungsfälle und -Begegnungen durch US-Militärs sorgfältiger und intensiver ver– und ausarbeiten.

Wie das Politik-Magazin weiter berichtet, fordern Abgeordnete wie die demokratische US-Senatorin von New York Kirsten Gillibrand (die u. a. dem „Select Committee on Intelligenceangehört, s. Abb. l.), mehr Analysen der Daten und Überwachungssysteme, um die Frage nach der Herkunft der zwar fortwährend registrierten, aber weiterhin unbekannten bzw. unidentifizierten Flugobjekte bestimmen zu können. Aus den aktuellen Briefings gehe hervor, dass zwar bereits genügend Zeit vergangen sei, dass die Angelegenheit aber sehr viel ernsthafter verfolgt werden müsse, als bislang geschehen.

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Auch der republikanische Senator für Florida, Marco Rubio (u. a. Vizevorsitzender des „Senate Intelligence Committee“, s. Abb. l.), sei von den Fortschritten der UFO-Untersucher des Pentagon geradezu „frustriert“, berichtete „Politico.com“ unter Berufung auf einige seiner (ungenannten) Mitarbeiter. „Sie arbeiten nicht schnell genug, tun und teilen zu wenig“, laute das bisherige Fazit des Senators. Zwar wisse die Regierung um die mit den unidentifizierten Flugobjekten verbundenen Sorgen, dennoch sei man „noch nicht auf dem notwendigen Niveau der Behandlung des UFO-Themas angelangt“. Darüber hinaus vermuten andere Abgeordnete, wie etwa der republikanische Abgeordnete von Tennessee, Tim Burchett vom „House Transportation Aviation Subcommittee“ sogar eine direkte und konkrete Zurückhaltung und Behinderung von Informationen: „Die Beweise dafür, dass wir nicht die vollständige Kontrolle über unseren eigenen Luftraum haben, sind eindeutig. (…) Das ist ganz klar eine Frage der nationalen Sicherheit. Aber der Umgang damit ist inakzeptabel.“

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Zugleich berichtet „Politico“ aber auch, dass „fünf derzeitige und ehemalige Militär- und Geheimdienstoffizielle und weitere Regierungsmit– und Zuarbeiter – die allesamt jedoch noch nicht autorisiert waren, offizielle Statements abzugeben – davon überzeugt sind, dass bereits wichtige Fortschritte (bei der Untersuchung des UAP/UFO-Phänomene) gemacht wurden und das Militär und die US-Geheimdienste mittlerweile einen sehr viel proaktiveren Ansatz an den Tag legen als in den Jahrzehnten und Jahren zuvor. Zugleich gehe man mit den gewonnenen Informationen darüber, was man mittlerweile über die UFO-Sichtungen und -Technologien wisse, mittlerweile auch sehr viel transparenter um. Um welche Fortschritte es sich dabei konkret handelt, benennt die Zeitung indes noch nicht.




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Recherchequellen: Politico.com, eigene Recherchen grenzwissenschaft-aktuell.de

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