Neues Buch: “Geköpft und gepfählt – Archäologen auf der Jagd nach den Untoten”

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Eine um den Hals gelegte Sichel sollte offenbar beigesetzte vermeintliche Vampire beim Versuch sich zu erheben enthaupten. Das Foto zeigt eines der 2008/09 auf dem Friedhof von Drawsko im Nordwesten Polens entdeckten Skelette (…GreWi berichtete).

Copyright/Quelle: Gregoricka, Betsinger et al. / PLoS One

Darmstadt (Deutschland) – Was trieb – und treibt – Menschen an, die Leichnahme ihrer Verstorbenen in ihren Gräbern zu fixieren; Vorkehrungen zu treffen, einst geliebte Angehörige an einer Rückkehr aus dem Totenreich zu hindern und nachträglich Gräber zu öffnen und Leichnamen gar den Kopf abzuschlagen? Welche Schicksale stehen hinter Menschen, die – angeblich – nicht sterben können? Diesen Fragen haben sich der Landesarchäologe Daniel Nösler und die Spiegel-Online-Autorin Angelika Franz in ihrem jetzt erschienen Buch “Geköpft und gepfählt – Archäologen auf der Jagd nach den Untoten” angenommen.

Vampire geben der Archäologie nach wie vor zahlreiche Rätsel auf. Doch neueste Forschungen beweisen: Die Furcht vor Untoten ist so alt wie die Menschheit. Gräber vermeintlicher Wiedergänger finden sich nicht nur in den Karpaten oder in Polen. Sie existieren mitten in Europa, in Mockersdorf in der Oberpfalz oder im Mittelburgenland in Österreich.

03372Buschumschlag: “Geköpft und gepfählt”
Copyright: Theiss

In ihrer Einnleitung schreiben die Autoren:
“Die anthropologischen Untersuchungen, die historischen Berichte und die ethnologischen Analysen zeichneten ein immer deutlicheres Bild – die Untoten nahmen zu allen Zeiten und in allen Kulturen einen viel größeren Raum ein, als wir vermutet hatten. Und die Suche nach den Untoten ist noch nicht zu Ende. Die Forschung hat gerade erst begonnen, sie nicht als Aberglauben abzutun und totzuschweigen, sondern sie als ernsthaftes historisches Phänomen wahrzunehmen. Es ist an der Zeit, sich an einen unangenehmen Gedanken zu gewöhnen: Für den größeren Teil der Menschheitsgeschichte galt die Anwesenheit von Untoten als eine Selbstverständlichkeit.”

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Die beiden Archäologen Angelika Franz und Daniel Nösler haben sich auf die Spurensuche gemacht und das ein oder andere Grab selbst gefunden. Doch sie gingen dabei auch der Frage nach, welches Schicksal der Bestattete vor seinem Tod erlitt und aus welcher Not heraus Menschen das Gebot der Totenruhe brachen. Das Ergebnis: “Ein düsteres Stück Kulturgeschichte, das viel weiter in unsere Gegenwart reicht, als wir vermuten.”

“Geköpft und gepfählt – Archäologen auf der Jagd nach den Untoten”
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