Studie: Noch heute könnte es flüssige Seen auf dem Mars geben

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Archiv: Simulation des mit Wasser gefüllten Marskraters Gale.
Copyright: NASA/JPL

Tucson (USA) – Trotz frostiger Temperaturen könnten auch noch heute auf dem Mars Seen flüssigen Wassers existieren – und das über Jahre hinweg. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie, die ein US-Forscher jetzt auf dem Jahrestreffen der American Astronomical Society’s Division for Planetary Sciences vorgestellt hat.

Wie Jules Goldspiel vom Planetary Science Institute (PSI) gegenüber “Space.com” berichtete, würden zwar kleine Wassermengen auf dem Mars zwar aufgrund des niedrigen atmosphärischen Drucks unmittelbar verdunsten, doch könnten große Mengen aus dem Untergrund auch an der Oberfläche Wasserkörper füllen, die länger als ein Jahr lang existieren könnten.

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“Mittlerweile zweifelt eigentlich kaum jemand mehr daran, dass es früher einmal auf dem Mars Wasser gab. Was mich aber interessiert hat, war die Frage, ob es auch heute noch und trotz der eigentlich widrigen Umstände auf dem Mars dauerhaft Wasser geben könnte”, so Goldspiel.

Anhand einer Simulation konnte der Forscher zeigen, dass sich Wassermengen, wie sie etwa in den wärmeren Mars-Sommermonaten in den viele Dutzend Meter langen dunklen Rinnsalen (Recurring Slope Lineae; RSL) an den Kraterwänden hinablaufen, in einem natürlichen rund 100 Meter großen Becken – etwa einem Einschlagskrater – aufgefangen auf über längere Zeit halten könnte.

Nachdem die Oberflächenschicht schnell verdunsten würde, würde die nächste Schicht ebenso schnell gefrieren und so den darunter liegenden See von der dünnen Atmosphäre trennen.

Während Seen und Teiche von bis zu drei Metern Tiefe unmittelbar durchfrieren würden, könnten derart vom Eis abgedichtete Wasserkörper von rund 20 Metern Tiefe mindestens ein Jahr lang (und darüber hinaus…) flüssig bleiben.

Zudem würde kaltes Wasser von rund 2 Grad Celsius an seiner Oberfläche eine Eiskruste bilden, die wie eine Isolierschicht wirke. Im Mars-Sommer könnten dann sogar wieder weitere Wassermengen nachfließen und den beschriebenen Prozess erneut antreiben. Heißes Wasser geothermalen Ursprungs von bis zu 77 Grad Celsius würde das Abkühlen des von der obersten Eisschicht isolierten Wasserkörpers zudem hinauszögern.

Schon zuvor hatten einige Astrobiologen darüber spekuliert, ob sich unter der staubigen Oberflächen des Mars Eis- oder sogar Wassertaschen erhalten haben könnten, in denen sogar Leben vor der schädlichen solaren und kosmischen Strahlung geschützt wäre.

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