Starshot Sprites: Prototypen der Alpha-Centauri-Miniatursonden absolvieren ersten Test im Erdorbit


Von einem Lichtsegel angetrieben, sollen die “StarChip”-Miniatursonden (l.) schon innerhalb von 20 Jahren die nächsten Nachbarsterne unserer Sonne, Alpha Centauri A, B und Proxima Centauri erreichen (Illu.).

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San Francisco (USA) – Im Rahmen von “Breakthrough Starshot” haben Wissenschaftler und Raumfahrtingenieure erstmals erfolgreich Prototypen jener Miniatursonden im niedrigen Erdorbit getestet, die später einmal – angetrieben von Lichtsegeln (s. Video) – innerhalb von nur 20 Jahren das nächstgelegene Sonnensystem Alpha Centauri erreichen sollen.

Bei den auf den Namen “Sprites” (Kobolde) getauften Prototypen des späteren “StarChip” handelt es sich um die kleinsten jemals konzipierten Weltraumsonden, die lediglich aus einem einzigen Mikrochip von nur 3,5 x 3,5 Zentimetern Größe bei gerade einmal 4 Gramm Gewicht bestehen (s. Abb.o.). Dennoch finden sich auf dem Chip neben Solarzellen, Computerschaltkreisen und Sensoren auch eine Radioeinheit, mit der die Daten zurück zu Erde gefunkt werden.

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In der derzeitigen Testphase befinden sich die insgesamt sechs briefmarkengroßen “Sprites” noch immer fixiert an der Außenseite der Satelliten “Venta” und “Max Valier”, zeigen aber schon jetzt, dass die Nanosonden einwandfrei funktionieren und erste Daten zur Erde übertragen. Ob die Funktion der Sonden auch im Freiflug im All funktionieren, hängt nun davon ab, ob derzeitige Probleme mit dem Trägersatelliten gelöst werden können.

Hauptsächlich finanziert von den Multimilliardär Juri Milner und unterstützt durch den Astrophysiker Stephen Hawking, soll im Rahmen des mit 100 Millionen US-Dollar ausgestatteten Starshot-Projekts der Breakthrough Initiative (…GreWi berichtete) die Machbarkeit der mit Laserlicht angetriebenen Miniatursonde erprobt werden, die – beschleunigt auf 20 Prozent der Lichtgeschwindigkeit – innerhalb von nur 20 Jahren nach Start erste Aufnahmen und sonstige Telemetriedaten des Alpha-Centauri-Systems zur Erde funken sollen, in dem erst 2016 Astronomen einen erdgroßen Planeten innerhalb der lebensfreundlichen Zone entdeckt hatten (…GreWi berichtete).

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