Regelmäßiger Gottesdienstbesuch erleichtert Leben nach Jobverlust

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Symbolbild: Gläubige verschiedener Religionen im gemeinsamen Friedensgebet.
Copyright/Quelle: rbb

Jena (Deutschland) – Wer regelmäßig einen Gottesdienst besucht, leidet weniger unter den emotionalen Folgen eines Jobverlusts als andere und gewöhnt sie sich schneller an ein Leben ohne Arbeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die aktuell auf der Grundlage von Daten der Längsschnitterhebung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) erstellt wurde.

“Wer einmal pro Woche eine Kirche, Moschee oder Synagoge besucht, ist nach drei Jahren Arbeitslosigkeit nahezu genauso zufrieden mit seinem Leben wie zuvor”, berichtet das Team von Forschern um den Psychologe Clemens Lechner von der Universität Jena gemeinsam mit niederländischen Kollegen um Thomas Leopold von der Universität Amsterdam aktuell im Fachjournal “Journal for the Scientific Study of Religion” (DOI: 10.1111/jssr.12171). “Weniger religiöse Menschen leiden hingegen deutlich unter einer Arbeitslosigkeitserfahrung.”

Schon zuvor hatten weitere Studien auf der Basis von SOEP-Daten gezeigt, dass ein Jobverlust zu jenen Lebensereignissen zählt, die die Zufriedenheit der Menschen am stärksten beeinträchtigen.

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Schon im ersten Jahr nach dem Jobverlust zeige sich, dass je häufiger Menschen ohne Arbeit an religiösen Veranstaltungen teilnehmen, desto weniger ihre Lebenszufriedenheit durch den Jobverlust beeinträchtigt ist. Bei den Befragten, die einmal wöchentlich einen Gottesdienst besuchten, ging die gemessene Lebenszufriedenheit weniger als halb so stark zurück wie bei denjenigen, die nie einen Gottesdienst besuchen, berichtete die SOEP-Pressemitteilung.

Darüber hinaus zeigen die SOEP-Daten: “Auf längere Sicht können Menschen ohne Arbeit den Jobverlust umso schneller verarbeiten, je häufiger sie in die Kirche, die Moschee oder die Synagoge gehen. Wer einmal pro Woche an einer religiösen Veranstaltung teilnimmt, ist drei Jahre nach dem Jobverlust fast wieder genauso zufrieden mit seinem Leben wie zuvor. Menschen, die seltener oder nie einen Gottesdienst besuchen, sind zu diesem Zeitpunkt fast noch genauso unzufrieden wie ein Jahr nach Verlust des Arbeitsplatzes.”

Den Grund dafür, dass Besucher von Gottesdiensten offenbar besser gegen den Schock in Folge des Arbeitsplatzverlusts gewappnet sind, vermuten die Autoren der Studie in der Unterstützung durch religiösen Gemeinschaften in schwierigen Lebenssituationen. “Darüber hinaus ist der Glaube eine Quelle von Trost und Zuversicht. Denn nach Auffassung vieler Gläubigen sind vor Gott alle Menschen gleich – unabhängig davon, ob sie wirtschaftlich erfolgreich sind oder nicht.”

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