Salzgehalt von Ozeanen könnte deutlich mehr Planeten lebensfreundlich machen

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Symbolbild: Ozean

Copyright: A. Müller, grewi.de

Norwich (England) – Der Salzgehalt von Ozeanen auf fernen erdähnlichen Planeten könnte gravierende Auswirkungen auf deren Klima haben. Britische Forscher zeigen in ihrer aktuellen Untersuchung, dass die Zirkulation in extrem salzigem oder frischem Wasser in außerirdischen Meeren die Temperaturen auf diesen Planeten derart stark beeinflussen könnten, dass deutlich mehr dieser Welten lebensfreundliche Bedingungen aufweisen könnten als bislang angenommen.

Wie das Team um Prof. David Stevens und Dr. Manoj Joshi von der University of East Anglia aktuell im Fachjournal “XXX” (DOI: xxx) berichtet, konzentrierten sich bisherige Simulationen und Berechnungen der potentiell lebensförderlichen Klimata auf erdähnlichen Exoplaneten – also Planeten, die einen anderen Stern als unsere Sonne umkreisen – hauptsächlich und alleinig auf deren Atmosphären. Doch schon ein Blick auf unsere eigene Erde zeigt uns, welch wichtige Rolle auch die Ozeane für das Klima spielen.

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“Doch das ist nicht das einzige Problem”, erläutern die Forscher. “Bislang haben Untersuchungen auch kaum die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass außerirdische Ozeane sich schließlich gänzlich von den unsrigen unterscheiden könnten und deutlich mehr oder weniger salzhaltig sein könnten als die unserer Erde.”

Laut den Autoren der Studie spielen Ozeane aber nicht nur eine bedeutende Rolle für die Erhaltung des Lebens auf einem Planeten, sondern auch für die Kontrolle des Klimas darauf. “Bisherige Studien über die Zirkulation des Wassers in potentiellen außerirdischen Ozeanen gingen von der grundlegenden Annahme aus, dass die Eigenschaften derartiger Ozeane, etwa was deren Salzgehalt oder Tiefe anbetrifft, mehr oder weniger denen der irdischen Ozeane gleichen”, erläutert Stevens. “Wir aber wollten herausfinden, was passiert, wenn Ozeane auf anderen Planeten deutlich tiefer oder anders salzhaltiger sind als auf unserem eigenen Planeten.”

Auf der Grundlage bisherigen Computermodelle zur ozeanischen Zirkulation auf Exoplaneten untersuchten die Forscher also Beispiele mit jetzt deutlich tieferen, niedrigeren, stärker und weniger salzhaltigeren Ozeanen.

“Auf der Erde haben wir eine Zirkulation der Ozeanmasse, innerhalb derer sich warmes Wasser in Richtung der Pole an die Oberfläche bewegt, bevor es (dabei) abkühlt und dann in höheren Breitengraden absinkt und wieder in der Tiefe Richtung Äquator wandert”, so Joshi. “Unsere Untersuchungen zeigen, dass sich Ozeane auf fernen Planeten etwa mit einem deutlich höheren Salzgehalt in genau die dazu entgegengesetzten Richtungen bewegen, polares Wasser an der Oberfläche Richtung Äquator strömt, in den Tropen absinkt und in der Tiefe in Richtung der Pole strömt. (…) Ein ähnliches Muster fanden wir ach auf (simulierten) Planeten mit Frischwasserozeanen.”

Tatsächlich verhalten sich diese Zirkulationsmuster also genau entgegengesetzt zu jenen auf der Erde – und würden somit auch zu einer dramatischen Erwärmung der Polarregionen führen, so die Forscher und schlussfolgern: “Ein solches Zirkulationsszenario könnte nun die Bandbreite von potentiell lebensfreundlichen Planeten deutlich ausweiten.”

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