Aufnahmen zeigen bislang unbekannten Korridor in der Großen Pyramide von Gizeh

Blick in den neu entdeckten Korridor im Innern der Großen Pyramide von Gizeh. Copyright/Quelle: ScanPyramids.com
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Blick in den neu entdeckten Korridor im Innern der Großen Pyramide von Gizeh.Copyright/Quelle: ScanPyramids.com

Blick in den neu entdeckten Korridor im Innern der Großen Pyramide von Gizeh.
Copyright/Quelle: ScanPyramids.com

Kairo (Ägypten) – Im Rahmen des „ScanPyramids“-Projekts, bei dem die ägyptischen Pyramiden mit Hilfe von Myounen-Scans nach noch unbekannten Hohlräumen durchleuchtet werden, haben Wissenschaftler nun einen bislang unbekannten Korridor ganz in der Nähe des Haupteingangs der Großen, sog. Cheops-Pyramide gefunden. GreWi zeigt exklusiv erste neue Aufnahmen aus dem Gang.

Wie das ägyptische Altertumsministerium am Donnerstag auf einer Pressekonferenz vor Ort vermeldete, handelt es sich um einen etwa neun Meter langen, vermutlich unvollendeten Korridor. Dieser könnte als statisches Element zum Gewichtsausgleich rund um den sieben Meter entfernten Eingang der Pyramide gedacht gewesen sei, so der Generalsekretär der ägyptischen Antikenverwaltung Mustafa Waziri gegenüber den anwesenden Journalistinnen und Journalisten.

Wie einer der Leiter des ScanPyramids-Projects, Mehdi Tayoubi gegenüber Grenzwissenchaft-Aktuell.de (GreWi) erläuterte, ist die jetzige Bestätigung des Korridors mit der Bezeichnung „SP-NFC“ durch zwei unabhängige Teams das Ergebnis der ersten Messergebnisse von 2016 (…GreWi berichtete, siehe Video)

Hintergrund
Bei Myonen handelt es sich um kosmische Teilchen, die in der oberen Erdatmosphäre durch die Kollision von kosmischen Strahlen und Atomkernen in der Atmosphäre entstehen. Diese reisen mit annähernder Lichtgeschwindigkeit und einer konstanten Fallrate von 10.000 pro Quadratmeter und Minute in Richtung Erdoberfläche.

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Schaubild zum Einsatz der Myonen-Tomografie
Quelle: scanpyramids.org

Ähnlich wie es mit Hilfe von Röntgenstrahlen möglich ist, das Skelett von Lebewesen im Körper sichtbar zu machen, so durchdringen Myonen vergleichsweise einfach jegliche Art von Strukturen – sogar festes Gestein, wie etwa massiver Fels Berge oder Bauten. Werden entsprechenden Detektoren am richtigen Ort platziert (in den Pyramiden sollte dies unterhalb der vermuteten, noch unbekannten Kammern sein) so können darüberliegende Hohlräume und damit Kammern und Gänge im Innern der Pyramiden abgebildet werden, da diese von den Myonen einfacher durchdrungen werden können, als dichtere Teile einer Struktur, durch die die Elementarteilchen absorbiert und abgeschirmt werden.

 

Das Vorhandensein des Korridors wurde des Weiteren mit Radar- und Ultraschalluntersuchungen, sowie mit Hilfe einer Endoskop-Kamera japanischer Forscher bestätigt. Weitere Scans sollen zukünftig zeigen, was sich rund um oder sogar am Ende des Korridors befindet.

ScanPyramids SP-NFC 2023 Report from HIP Institute on Vimeo.

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben ihre Entdeckungen in zwei Fachartikeln, zum einen im „NDT & E International“ (DOI: 10.1016/j.ndteint.2023.102809) und in „Nature Communication“ (DOI: 10.1038/s41467-023-36351-0).

…GreWi wird zeitnah berichten.




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Recherchequelle: ScanPyramids.com, eigene Recherchen grenzwissenschaft-aktuell.de

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