SETI-Initiative nimmt 12 Kepler-Planeten ins Visier

Das Green Bank Radiotelescope und die 12 anvisierten Sterne im Blickfeld des Kepler-Weltraumteleskops. Copyright: Breathrough Initiative, ArXiv.org, Sheik et al. 2022
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Das Green Bank Radiotelescope und die 12 anvisierten Sterne im Blickfeld des Kepler-Weltraumteleskops.Copyright: Breathrough Initiative, ArXiv.org, Sheik et al. 2022

Das Green Bank Radiotelescope und die 12 anvisierten Sterne im Blickfeld des Kepler-Weltraumteleskops.
Copyright: Breathrough Initiative, ArXiv.org, Sheik et al. 2022

Montain View (USA) – Mit dem 100 Meter durchmessenden Radioteleskop des Green Bank Observatory (GBT) in West Virginia haben SETI-Astronomen und Astronominnen gezielt 12 Exoplaneten, die mit dem NASA-Weltraumteleskop entdeckt wurden, nach intelligenten Signalen abgesucht.

Wie das internationale Team aus Forschenden des SETI Inistitutes und der SETI-Initiative “Breakthrough Listen” und verschiedener Universitäten vorab via ArXiv.org  und in einer kommenden Ausgabe des „Astronomical Journal” berichten, handelt es sich bei um 12 Exoplaneten, die zuvor mit dem NASA-Weltraumteleskop „Kepler“ mittels der Transit-Methode zur Entdeckung von Exoplaneten entdeckt wurden. Hierbei suchte das Teleskop nach periodisch wiederkehrenden minimalen Abschwächungen im Licht von Sternen, die immer dann entstehen, wenn ein diese umkreisender Planet auf einer Sichtebene mit dem Teleskop an der „Sonnenscheibe“ seines Sterns vorüberzieht und dabei dessen Licht minimal für die Zeit dieser Passage, des sogenannten Transits, teilweise blockiert.

Die eigentliche Suche nach den SETI-Signalen, sogenannten Technologiesignaturen in Form von Radiosignalen, fand bereits Ende März 2018 statt und hoffte auf den gezielten Versuch von potenziellen intelligenten Bewohnern dieser Planeten, zu genau dieser Zeit Signale Richtung Erde zu senden, um mit uns zu kommunizieren.

Bei den 12 Planeten handelte es sich um die Planeten: Kepler-446b (Entfernung zur Erde: 391 Lj.), Kepler-537b (1216 Lj.), Kepler-723b (3147 Lj.), Kepler-732c (489 Lj.), Kepler-738b (3235 Lj.), Kepler-842b (1800 Lj.), Kepler-992b (874), Kepler-1039b (1056 Lj.), Kepler-1053b (557 Lj.), Kepler-1164b (1458 Lj.), Kepler-1222b (1484 Lj.) und Kepler-1332b (1516 Lj.) im Sternbild Schwan.

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Hierzu peilte das Teleskop die Transit-Planeten jeweils dann an, wenn sie den Mittelpunkt ihrer Passage vor der „Sonnenscheibe“ ihres Sterns erreicht hatten – also immer dann, wenn der Planet zwischen Stern und Teleskop eine direkte Blickachse bildete. „Eine intelligente Zivilisation auf diesen Planeten wäre sich ebenfalls dem idealen Kommunikationszeitpunkt bei dieser Konstellation bewusst und würde sie vermutlich auch wählen, um Signale Richtung Erde zu senden“, erläutert die SETI-Astronomin Sofia Z. Sheikh vom SETI-Institute gegenüber „UniverseToday.com“ die Strategie. Dieses Fenster sei auch deshalb ideal, weil die Übertragung einer konstanten Botschaft extrem energieaufwendig sei.

Auch wenn bei der Suche 2018 keine Technologiesignaturen gefunden wurden, konnten die Astronominnen und Astronomen aus der Beobachtung Prozeduren ableiten, die zukünftige ähnliche Suchen erleichtern sollen.

Tatsächlich ist eine solche Suche nicht nur die nach der berühmten Nadel im Heuhaufen, das aktuelle Null-Ergebnis geht schließlich auch auf die Hoffnung der beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zurück, mit ihren Beobachtungen zufällig genau einen jener Zeitpunkte getroffen zu haben, an denen auch auf den anvisierten Planeten entsprechende Programme zum Senden einer Botschaft Richtung Erde unternommen wurden. Jegliche solcher Versuche zuvor oder danach wurden und werden also zwangsläufig verpasst. Die Wahrscheinlichkeit, auf diese Weise eine erdgerichtete Botschaft von einem dieser Sterne bzw. Planeten zu empfangen, dürfte also entsprechend gering und vergleichbar mit dem Versuch sein, zu einem ebenso zufälligen wie kurzen Zeitpunkt neben dem Telefon auf den Anruf eines Freundes zu warten und frühere oder spätere Anrufe nicht mehr anzunehmen.




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Recherchequellen: ArXiv.org, UniverseToday.com

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