SETI-Initiative „Breakthrough Listen“ sucht nach intelligenten Signalen von interstellaren Asteroiden

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Das Parkes Radio Telescope blickt in den Himmel. Mit im Bild (r.) zu sehen ist der Komet Komet PanSTARRS (C/2011 L4).

Copyright: John Sarkissian (CSIRO Parkes Observatory)

Berkeley (USA) – Erst kürzlich berichteten Astronomen von ihrem Nachweis dafür, dass der Asteroid „2015 BZ509“, der die Sonne auf der Jupiterbahn entgegengesetzt zur Drehrichtung der Planeten retrograd umkreist, einst von außerhalb unseres Sonnensystems stammen muss (…GreWi berichtete). In Folge dieser Entdeckung nimmt die SETI-Initiative „Breakthrough Listen“ den „interstellaren Besucher“ nun ins Visier, um zu überprüfen, ob es sich dabei nicht vielleicht um ein künstliches Objekt einer fernen Zivilisation handelt.

„Da es sich bei dem Objekt um einen interstellaren Besucher zu handeln scheint, der schon vor 4,5 Milliarden Jahren aufgrund der Schwerkraft des Jupiter auf diese erstaunliche Umlaufbahn gelangte – er also ursprünglich aus einem fremden Sonnensystem stammt – gibt es die verlockende, wenn auch unwahrscheinliche, Möglichkeit, dass dieses Objekt von intelligenten Lebensformen geschaffen und einst absichtlich in unser damals gerade erst entstehendes Sonnensystem gesandt wurde (etwa, um es zu erforschen)“, berichtet die Breakthrough-Presseerklärung.

Mit dem australischen Parkes Radiotelescope ist „Breakthrough Listen“ nun in der einzigartigen Lage, „2015 BZ509“ nach Radiosignalen von dessen Oberfläche abzusuchen. Erste Beobachtungen im 1,2-1,5 GHz-Frequenzbereich sowie mit dem „Ultrabreitband-Empfänger (0,7 bis 4 GHz) laufen bereits.

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Auf diese Weise könnte „Listen“ schon nach fünf Minuten Beobachtung die Signale eines isotropischen 1-Watt-Schmallband-Transmitters (vergleichbar also mit der Sendeleistung eines Mobiltelefons) auf der Oberfläche des „Asteroiden“ aufspüren – sofern ein derartiger Sender nicht nur überhaupt existiert sondern auch heute noch senden würde. Eine Woche lang soll „2015 BZ509“ auf diese Weise immer wieder ins Visier genommen werden.


Gemeinsam mit Jupiter, jedoch in entgegengesetzter Richtung, umkreist der Asteroid „2015 BZ509“ (Kreis) die Sonne schon seit rund 4,5 Milliarden Jahren.

Copyright: C. Veillet/Large Binocular Telescope Observatory

Tatsächlich zeigen sich aber auch die Breakthrough-Astronomen zuversichtlich darüber, dass es sich bei „2015 BZ509“ um einen natürlichen Asteroiden handelt und sehen in der aktuellen Beobachtungskampagne deshalb zumindest „eine gute Gelegenheit, die technischen Möglichkeiten der Initiative zu testen – gerade wenn es um die Beobachtung von sich schnell bewegenden Objekten geht“.

Nach dem interstellaren Besucher ‘Oumuamua, der 2017 unser Sonnensystem passierte (…GreWi berichtete), sei „2015 BZ509“ aber ein weiterer Beweis dafür, dass es viel häufiger zu einem fortwährenden Materialaustausch zwischen Planetensystemen kommt als bislang angenommen: „Das wiederum sollte dazu motivieren, Theorien wie Panspermie (laut der das Leben einst aus den Tiefen des Alls zur Erde gelangte, …GreWi berichtete) und die Möglichkeit, dass selbst ein technologisches Artefakte einer fernen technologischen Zivilisation in unser Sonnensystem gelangt sein könnten, erneut in Betracht zu ziehen.“

„Wenn wir Menschen in der Lage sind, unsere Technologien zu anderen Sternen zu schicken – wie es das Breakthrough-Projekt „Starshot“ plant (…GreWi berichtete) – , warum sollten dann andere intelligente Zivilisation nicht dasselbe tun?“, so die Brakthrough-Astronomen abschließend.

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