SETI: Mit Spieltheorie auf der Suche nach außerirdischer Intelligenz

Symbolbild: SETI Copyright: Pixabay License
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Manchester (Großbritannien) – Der englische Astronom Eamonn Kerins hat einen neuen Ansatz zur Suche nach außerirdischer Intelligenz (Search for Extraterrestrial Intelligence, SETI) entwickelt und bedient sich dabei der mathematischen sogenannten Spieltheorie, die das Verhalten und die Interaktion mehrerer Beteiligter modelliert werden kann.

Wie der Astronom von der University of Manchester vorab via ArXiv.org berichtet, fahre der bisherige SETI-Ansatz lediglich zweigleisig: Entweder wir suchen den Himmel nach intelligenten Signalen oder potenziell lebensfreundlichen Exoplaneten ab. Kerrins schlägt nun einen Ansatz vor, der die beiden Ansätze miteinander zu einer logisch-systematischen Suche auf der Grundlage der Spieltheorie kombiniert.

Zunächst merkt der Astronom an, dass ein Grund dafür, dass bislang noch keine intelligenten außerirdischen Signale gefunden wurden, jener sein könnte, dass entsprechende Absender keine derartigen Signale senden – etwa weil sie befürchten, damit feindlich gesinnte „Nachbarn“ auf sich aufmerksam zu machen. Zudem legt er nahe, dass sollte es andere Zivilisationen geben, auch deren Astronomen ähnlich intensiv nach intelligenten Signalen suchen, wie wir dies seit etwa 60 Jahren tun. „Beide Betrachtungen führen zum bekannten SETI-Paradoxon, in dem jeder nur nach Signalen der anderen sucht, ohne selbst ausreichend starke Signale zu senden. Und das führt wiederum zu der Frage, wie ein solches Paradoxon aufgelöst werden kann.“

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Für Eamonn Kerins liefert hier die Spieltheorie einen interessanten Lösungsansatz: “Die Theorie schlägt vor, dass beide Parteien darin übereinstimmen sollten, dass jene Partei mit dem umfangreicheren Zugang zu Informationen jene ist, die der anderen Seite zuerst gezielte Signale sendet.

Kerrins schlägt zudem vor, dass beide Seiten in einer solche Situation versuchen sollten, einen „gemeinsamen Informations-Nenner“ (common-denominator information) zu nutzen, um zu entscheiden, einem Ziel ein Signal zu senden: „Eine derartige Information sollte derart geartet sein, dass beide Seiten diese Information als solche erkennen und verstehen können müssten.“ Weiter bemerkt der Wissenschaftler, dass das angedachte Erstsignal in diesem Austausch sehr einfach sein sollte. Der Astronom schlägt hierfür die Signalstärke eines Transitereignisses vor, also jene Menge des Lichts eines Sterns, der blockiert wird, wenn ein Planet in einem sogenannten Transit vor dessen „Sonnenscheibe“ vorbeizieht. „Ein solches Signal wäre dann einfach zu messen und unabhängig von jeglicher Lebensform auf egal welchem Planeten.

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Dieser Ansatz, so erläutert Kerins abschließend, könnte sie SETI-Suche auf jene Planeten reduzieren, die (perspektivisch) auf einer gemeinsamen Ebene zwischen uns und ihrem Stern liegen. Laut dem Astronomen komme für den dargelegten Ansatz derzeit nur ein Exoplanet infrage: K2-155d (…GreWi berichtete). Dieser Planet sei von uns aus besser sichtbar als alle anderen uns bislang bekannten Nachbarwelten. Zudem schlägt er vor, dass wir das erste Signal senden und dann auf eine Antwort warten.




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Quelle: University of Manchester

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