SETI: Pen State University richtet Lehrstuhl- und Forschungszentrum zur Suche nach außerirdischen Intelligenzen ein

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Symbolbild SETI: Die Very-Large-Array-Radioteleskopanlage nahe Socorro in New Mexico. Copyright: Hajor (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 3.0

Symbolbild SETI: Die Very-Large-Array-Radioteleskopanlage nahe Socorro in New Mexico.
Copyright: Hajor (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 3.0

University Park (USA) – Mit dem Programm „Penn State Extraterrestrial Intelligence (PSETI)“ richtet die Pennsylvania State University ein mit einem Lehrstuhl verbundenes Forschungszentrum zur Suche nach außerirdischen Intelligenzen (Search for Extraterrestrial Intelligence; SETI) ein. Es ist eine von nur wenigen akademischen Institutionen und soll das erste seiner Art sein, dass einen speziellen Studiengang zur SETI anbietet.

Das Institut hofft, über Förderer rund 110 Millionen US-Dollar sammeln zu können, um so einer „viel zu lange vernachlässigten astronomischen Forschungsfeld“ neuen Schwung zu verleihen.

„Tatsächlich gibt es auf diesem Gebiet noch kein wirklich funktionierendes akademisches Ökosystem“, erklärt Pen-State-Astronomie-Professor Jason Wright, der dem PSETI Center vorstehen wird und selbst SETI bislang eher als Hobby verfolgt hatte. „Man kann nicht wirklich forschen, wenn es keine Möglichkeit gibt, Studenten und Postdoktoranden anzustellen.“ Die finanzielle Unterstützung von SETI sei seit 1993 schwierig, als der US-Kongress der NASA untersagte, die Suche nach außerirdischer Intelligenz zu fördern. Zudem gebe es bislang nur eine Hand voll Menschen, mit einem Doktortitel in einem der SETI nahestehenden Forschungsfelder.

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Bislang hat die Pen State University allerdings erst 3,5 der anvisierten 110 Millionen Dollar an Fördergeldern und Spenden für das neue SETI-Forschungszentrum eingenommen. Da die Universität jedoch schon jetzt neben einer starken astronomischen Fakultät auch bereits ein von der NASA finanziertes Astrobiologie-Zentrum und ein Zentrum für Astrostatistik beheimatet, zeigt sich Wright zuversichtlich, dass der Rest der notwendigen Gelder auch noch zusammenkommen werde.

Dr. Jill Tarter, eine der wenigen von Wright genannten professionellen SETI-Astronomen und -Astronominnen weltweit, die selbst bis 2012 dem „SETI Institute“ in Mountain View vorstand (und als Vorlage für den Charakter der Ellie’ Arroway in dem Roman und Film „Contact“ diente), begrüßt gegenüber „ScienceMag.org“ die Einrichtung des PSETI Centers und sieht darin ein weiteres Anzeichen für die Wiederbelebung des Forschungsfeldes. Angesichts der nicht abreißenden Anzahl von entdeckten Exoplaneten stelle sich zwangsläufig auch die Frage nach intelligentem außerirdischen Leben: „Ich denke nicht, dass man die Frage nach Leben jenseits der Erde stellen kann, ohne über die Vorstellung von Mikroben hinaus zu denken.“

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