Snow Roller: Seltenes Naturphänomen im englischen Wiltshire

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Einer von sechs „Snow Rollers“ in einem schneebedeckten Feld nahe Marlboruough im Frühjahr 2019. Copyright/Quelle: Brian Bayliss / BBC

Einer von sechs „Snow Rollers“ in einem schneebedeckten Feld nahe Marlboruough im Frühjahr 2019.
Copyright/Quelle: Brian Bayliss / BBC

Marlborough (Großbritannien) – Wo im Sommer immer wieder mysteriöse Kornkreise die Felder zieren, hat ein Waldarbeiter vor wenigen Tagen ein ebenfalls kreisrundes Winterphänomen entdeckt, das zugleich an die wandernden Steine im Death Valley erinnert. Ähnlich wie letztere gibt es für die sogenannte „Snow Rollers“ jedoch eine natürliche Erklärung.

Insgesamt sechs „Schneerollen“ entdeckte Brian Bayliss in einem schneebedeckten Feld mit Hanglage nahe Marlborough in der südwestenglischen Grafschaft Wiltshire, berichtet u.a. die BBC. Zunächst glaubte er, dass diese Strukturen, die ihn an Heuballen erinnerten, von Menschenhand gemacht wurden. Die Abwesenheit jeglicher Fußspuren im sonst unbeschädigten Schnee überzeugte den Entdecker dann aber vom Gegenteil (s. Abb. o.).

Das Phänomen der „Snow Rollers“ ist aber schon aus anderen teilend er Welt bekannt und kann auf gänzlich natürliche Weise erklärt werden. Tatsächlich handelt es sich um regelrechte Schneewalzen und die Art und Weise ihrer Entstehung kann sich jeder ableiten, der schon einmal selbst einen Schneemann gebaut bzw. gerollt hat. Die größten bislang dokumentierten „Snow Rollers“ hatten Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern mit Löchern von rund 16 Zentimetern.

– Weitere Informationen und Aufnahmen zu „Snow Rollern“ finden Sie HIER

Schneewalzen im North-Cascades-Nationalpark im März 2007.

Schneewalzen im North-Cascades-Nationalpark im März 2007
Copyright: Mike Stanford

Der Prozess beginnt meist mit Schneeklumpen, die etwa von Baumwipfeln und oder Felsüberhängen rollen und auf diesem Weg nach dem Schneeballprinzip weitere Schneemengen aufnehmen. Unter ganz bestimmten Umständen führen dann die zentrifugalen Kräfte dazu, dass sich der Kern nicht wie gewöhnlich mehr und mehr verdichtet, sondern sich das markante Loch bildet.

Laut Stephen Davenport von der englischen „Meteo Group“ zeigten Untersuchungen an „Snow Rollern“ in Illinois durch den „National Weather Service“, dass die auch als „Schnee Donuts“ bezeichneten Walzen auch durch starke Winde im Flachland entstehen können. Dieser Vorgang treibt die Schneewalzen so lange übers Land, bis diese zu schwer werden, um vom Wind bewegt werden können.

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Davenport verweist zudem darauf, dass auch diese Phänomene auch nicht neu sind. Schon der legendäre Polarforscher Roald Amundsen beschrieb sie während seiner Expedition zum Südpol im Jahre 1911.

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