So könnten außerirdische Astronomen unsere Erde sehen

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Karte einer simulierten Fernansicht unserer Erde. Copyright: S. Fan et. al., arXiv (2019)

Karte einer simulierten Fernansicht unserer Erde.
Copyright: S. Fan et. al., arXiv (2019)

Pasadena (USA) – Um herauszufinden, wie sich ebenso erdartige wie erdähnliche und damit lebensfreundliche Exoplaneten mit unseren astronomischen Instrumenten darstellen könnten, haben US-Astronomen die Fragestellung umgekehrt und den einzigen uns bislang bekannten Planeten lebensfreundlichen Planeten aus der Perspektive eines viele Lichtjahre entfernten, außerirdischen Astronomen simuliert: unsere Erde.

Wie das Team um Siteng Fan vom California Institute of Technology (Caltech) und Kollegen des Jet Propulsion Laboratory (JPL) aktuell vorab via ArXiv.org und in einer kommenden Ausgabe der „The Astrophysical Journal Letters“ berichtet, nutzten sie für Ihre Simulation rund 10.000 Aufnahmen des NASA-Satelliten „Deep Space Climate Observatory” (DSCOVR), der jeweils die Tagseite der Erde im Visier hat. Die genutzten Aufnahmen zeigen unseren Planeten in 10 unterschiedlichen Wellenlängen alle ein bis zwei Stunden von 2016 bis 2017.

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Um die Ansicht eines fernen Alien-Astronoms zu simulieren, reduzierten die Forscher sämtliche Aufnahmen auf eine Helligkeitsstufe je Wellenlänge und erhielten somit nach und nach 10 Lichtkurven wie sie auch ein entfernter Beobachter sehen könnte, wenn auch er oder sie die Erde als Exoplaneten zwei Jahre lang beobachten würde.

Das Ergebnis (o.) im Vergleich zu einer tatsächlichen vergleichbaren Erd-Karte. Copyright: S. Fan et. al., arXiv (2019)

Das Ergebnis (o.) im Vergleich zu einer tatsächlichen vergleichbaren Erd-Karte.
Copyright: S. Fan et. al., arXiv (2019)

Eine Auswertung der so erzeugten Kurven im Vergleich mit den jeweiligen Originalbildern zeigte, welche Parameter der Lichtkurven Landmassen und Wolken auf den Aufnahmen entsprechen. Anhand dieses Verhältnisses, wählten die Forscher die Parameter, die am ehesten mit Landflächen übereinstimmten und errechneten dann eine 24-Stunden-Rotationsansicht der Erde, die sie schlussendlich auf eine Kartenansicht übertrugen (s. Abb. o.).

Die schwarzen Linien auf dieser Karte stellen Mittelwerte dar und können als gemittelte Küstenlinien verstanden werden. Tatsächlich zeichnen sie denn auch grob die Umrisse Afrikas (Mitte), Asiens (o.r.) und der amerikanischen Kontinente (l.) nach.

Auch wenn eine solche Karte natürlich kein Ersatz für eine tatsächliche Abbildung einer fernen Erde darstellen kann, so könnte sie doch – auf einen Exoplaneten angewandt – einen ersten Eindruck von diesem vermitteln und zeigen, ob es auf diesem Ozeane Wolken und Eiskappen – und damit Schlüsselelemente einer lebensfreundlichen Welt – gibt.

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