Sphärulen: Interstellar Expedition findet Hinweise auf interstellares Objekt

Magnetische Eisenkügelchen in der Sammelprobe des 8. Suchgangs der „interstellar Expedition“. Copyright/Quelle: Avi Loeb
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Magnetische Eisenkügelchen in der Sammelprobe des 8. Suchgangs der „interstellar Expedition“.Copyright/Quelle: Avi Loeb

Magnetische Eisenkügelchen in der Sammelprobe des 8. Suchgangs der „interstellar Expedition“.
Copyright/Quelle: Avi Loeb

Cambridge (USA) – Bei erneuten Suchgängen mit einem Magnetschlitten am Grund des Pazifiks hat ein Forschungsteam um den Harvard-Astronom Prof. Avi Loeb entlang des rekonstruierten Absturzpfades des ersten als solches nachgewiesenen interstellaren Meteors erstmals kleine magnetische Kügelchen entdeckt. Diese sind nicht nur ein deutlicher Hinweis dafür, dass man buchstäblich auf der richtigen Spur ist, sondern weisen auch eine ungewöhnliche Materialzusammensetzung auf.

Wie Loeb in seinem Online-Expeditionstagebuch auf „Medium.com” berichtet, handelt es sich um kleinste magnetische Kügelchen von etwa rund 0,3 Millimeter Größe, “die unter dem Mikroskop wie metallische Perlen aussehen. Findet man erst einmal eine, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, noch weitere zu finden.“ Tatsächlich wurden danach weitere Sphärulen gefunden.

Eine erste Röntgenfluoreszenzanalyse zeigte, dass die Kügelchen hauptsächlich aus Eisen mit einigen Magnesium- und Titananteilen bestehen, aber keinen Nickelanteil aufweisen. „Im Vergleich zu von Menschen technisch hergestellt Verbindungen, aber auch zu uns bekannten Asteroiden und anderen bekannten astrophysikalischen Quellen ist diese Zusammensetzung anomal“, erläutert Loeb.

Eingesammelt wurden die ersten dieser Kügelchen beim achten Suchgang, den die Wissenschaftler ganz gezielt entlang des wahrscheinlichsten Absturzpfades des interstellaren Meteors bzw. Objekts mit der Bezeichnung „IM1“ ausgerichtet hatten.

Die "DoD-Box" markiert den wahrscheinlichsten Absturtzort der Fragmente von IM1. Quelle: A. Looeb

Die „DoD-Box“ markiert den wahrscheinlichsten Absturtzort der Fragmente von IM1.
Quelle: A. Looeb

„Je mehr dieser Kügelchen wir finden, desto eher können wir auch auf einen eventuellen Ort schließen, an dem vielleicht auch noch Reste des einstigen Hauptkörpers gefunden werden können“, erklärt Loeb und führt dazu weiter aus: „Wenn wir diesen Körper finden, können wir anhand seiner Struktur auch auf seine Natur oder vielleicht sogar auf seine technische Bestimmung und das Gesamtdesign schließen.“

Sobald die Forscher genügend Kügelchen vorliegen haben, kann mittels eines Gammastrahlenspektrums anhand der radioaktiven Elemente auch auf die Herkunft geschlossen werden. „Bislang deutet die Materialanalyse darauf hin, dass das Material keinen von Menschen erzeugten Verbindungen oder Asteroiden zugeordnet werden können“, erklärt Loeb. „Die sich daraus ergebenden grundlegende Fragestellung ist klar: Könnte dieses erste, als solches erkannte interstellare Objekt von einer technologischen Zivilisation hergestellt worden sein? Zurück an Land werden die Proben dann auch in ordentlichen Labors untersucht, um unsere ersten Analyseergebnisse zu prüfen.“




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Recherchequelle: Avi Loeb @Medium.com

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