The Galileo Project: Harvard Professor versammelt hochrangige Wissenschaftler zur Suche nach Beweisen für außerirdische Technologien auf der Erde und im Sonnensystem

Screenshot der Startseite des „Galileo Project“ Copyright: Galileo Project
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Screenshot der Startseite des „Galileo Project“ Copyright: Galileo Project

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Cambridge (USA) – Unter der Leitung des Harvard-Astronoms Prof. Avi Loeb haben sich hochrangige Wissenschaftler im „Galileo Project“ zusammengefunden, um exotische Beobachtungen wie astronomische Objekte mit unerklärlichen Eigenschaften aber auch UFOs bzw. UAPs mit wissenschaftlichen Methoden, dafür aber nicht länger unter Vorabausschluss der Hypothese einer künstlichen außerirdischen und intelligenten Natur und Herkunft zu erforschen. Wie die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auf der Webseite des „The Galileo Project“ selbst erläutern, ist das Ziel ihrer Bemühungen „die systematische wissenschaftliche Suche nach Beweisen für außerirdische technologische Artefakte“.

Schon der Projektname stellt einen Bezug zu keinem Geringeren als dem italienischen Astronom Galileo Galilei (1564-1642) her und wurde ausgewählt, weil sich die Teilnehmer nichts weniger als bahnbrechende Entdeckungen über außerirdische technologische Zivilisationen (Extraterrestrial Technological Civilizations, ETCs) erhoffen:

Galileo Galilei – Porträt von Justus Sustermans (1636) Copyright: Gemeinfrei

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„Die potenzielle Entdeckung von exakt bestätigten wissenschaftlichen Beweisen für außerirdische Technologien könnten ähnliche Auswirkungen auf die Astronomie und unsere Weltsicht haben, wie Galileos pionierhafte Nutzung von Teleskopen für astronomische Beobachtungen. Galileos verbessertes Design optischer Teleskope erlaubte es ihm 1609-1610, die vier großen Jupitermonde zu entdecken. Diese Galileischen Monde waren die ersten Trabanten, von denen erkannt wurde, dass sie einen anderen Planeten umkreisten. Ebenfalls 1610 entdeckte Galileo die Ringe des Saturn.

Es waren diese beiden Entdeckungen, die als Schlüsselbeweise für das heliozentrische Modell (Erde und andere Planeten des Sonnensystems drehen sich um die Sonne) dienten, das erstmals von Nicolaus Kopernikus 1543 beschrieben worden war und das nach und nach das frühere dogmatische geozentrische Modell (Erde als Mittelpunkt des Universums) ersetzte.

Laut einer populären Legende soll Galileo, der zuvor unter Androhung lebenslanger Kerkerhaft von seiner Theorie, laut der sich die Erde um die Sonne dreht, abgeschworen hatte, seinen rebellischen Ausspruch‚ und die bewegt sich doch‘ gemurmelt haben.

Galileo hatte sich zeitlebens darüber beschwert, dass sich einige genau jener Philosophen, die sich gegen seine Entdeckungen ausgesprochen hatten, zugleich geweigert hatten, durch sein Teleskop zu blicken, um so selbst die Mondberge oder die vier großen Jupitermonde sehen zu können. Lasst uns diesen Fehler nicht erneut wiederholen.“

Zu den Beweg- und Hintergründen des teilweise von privaten Spendern getragenen Projekts erläutern die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen:

„2017 beobachtete die Welt mit ‘Oumuamua erstmals ein interstellares Objekt, das für kurze Zeit unser Sonnensystem von außerhalb besuchte. Anhand astronomischer Beobachtungen zeigte sich, dass ‘Oumuamua extrem ungewöhnliche Eigenschaften besaß, die jeglichen gut verstandenen natürlichen Erklärungsversuchen widersprachen. (Anm. GreWi: Die bisherigen GreWi-Meldungen zur ‘Oumuamua-Kontroverse finden Sie HIER). Wir können nun darüber spekulieren, ob diese Eigenschaften von ‘Oumuamua irgendwann einmal mit bislang unbekannten und noch nie beobachteten natürlichen Phänomenen erklärt werden kann. Wir können aber auch unsere eigene Vorstellungskraft so derart weiten, um in ‘Oumuamua vielleicht ein außerirdisches technologisches Objekt zu sehen – Ein Objekt, das vielleicht ähnlich einem extrem dünnen Lichtsegel oder einer Antennenschüssel, die astronomischen Beobachtungsdaten sogar recht gut erklären könnte.“

Künstlerische Darstellung des interstellaren Objekts Oumuamua (Illu.). Copyright: ESO/M. Kornmesser

Künstlerische Darstellung des interstellaren Objekts Oumuamua (Illu.).
Copyright: ESO/M. Kornmesser

In ihrem Mission-Statement berufen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des „Galileo Project“ aber auch auf das UFO- bzw. UAP-Phänomen und erklären hierzu:

„Nach der jüngsten Veröffentlichung des Berichts des Büros des Direktors der US-Geheimdienste (Office of the Director of National Intelligence, ODNI) über unidentifizierte Phänomene im Luftraum (Unidentified Aerial Phenomena, UAP), ist nun die Entschlossenheit der Wissenschaftsgemeinschaft gefordert, systematisch, wissenschaftlich und transparent nach potenziellen Beweisen für außerirdische technologische Objekte zu suchen. (Anm. GreWi: Die bisherigen GreWi-Meldungen zum UFO-Berichts des Pentagon finden Sie HIER) Der Einfluss jeglicher Entdeckungen einer außerirdischen Technologie auf die Wissenschaft und auf unsere gesamte Weltanschauung wäre enorm.“

Vor dem Hintergrund der jüngsten Entdeckungen der Häufigkeit von Erd-Sonne-ähnlichen Systemen sei es zudem ein Anliegen des Galileo Projects vorzuschlagen, dass wir Menschen die Möglichkeit der Existenz außerirdischer technologischer Zivilisationen (Extraterrestrial Technological Civilizations, ETCs) nicht länger ignorieren:

„Die Wissenschaft sollte potenzielle außerirdische Erklärungen nicht länger dogmatisch ablehnen, nur weil sie mit einem sozialen Stigma belegt oder kulturellen Präferenzen unterworfen sind, denn dies sind Faktoren, die der wissenschaftlichen Methode unvoreingenommener, empirischer Untersuchungen nicht zuträglich sind. Wir müssen es wagen, durch neue Teleskope zu blicken, sowohl wortwörtlich als auch bildlich.

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Hierzu wollen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des „Galileo Project“ die Suche nach außerirdischer technologischer Signaturen außerirdischer technologischer Zivilisationen „von zufälligen oder anekdotenhaften Beobachtungen und Legenden in den Mainstream der transparenten, anerkannten und systematischen wissenschaftlichen Forschung übertragen“.

„Unser Projekt kann ergänzend zur traditionellen Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI) betrachtet werden, da es nach physischen Objekten und nicht nach elektromagnetischen Signalen sucht, die mit außerirdischer Technologie verbunden sind.“

Als erste Aktivitäten beschreibt die Gruppe das Ziel, die Natur von UAPs (UFOs) und ‘Oumuamua-ählichen interstellaren Objekten mithilfe standardisierter wissenschaftlicher Methoden, basierend auf transparenter Analyse und offen zugänglichen wissenschaftlichen Daten zu ergründen und diese mit optimierten Instrumenten zu erlangen.

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Auf diesem Weg verfolgt das Projekt dabei hauptsächlich drei Ziele:

1. Die Erstellung von hochauflösenden Aufnahmen von UAPs (UFOs) mithilfe verschiedener simultaner Detektoren, um damit die Natur dieser Objekte/Phänomene zu ergründen

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. So würde beispielsweise eine Megapixel-Aufnahme der Oberfläche eines an die Größe eines Menschen angepassten UAP-Objekts auf eine Entfernung von einer Meile. (1,6 Kilometer) es erlauben, eine irdische Herkunft von einer außerirdischen zu unterscheiden. Dieses Ziel soll durch die Suche nach UAPs mit einem Netzwerk von mittelgroßen, hochauflösenden Teleskopen und Detektionsanlagen mit entsprechenden Kameras und Computersystemen erreicht werden, die an ausgewählten Orten platziert werden. Die so gewonnenen Daten werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ihre wissenschaftlichen Analysen transparent kommuniziert.

Symbolbild: Standbild aus einer Videoaufzeichnungen eines Navy-Kampfjets. Copyright: US Pentagon / Navy

Standbild aus einer Videoaufzeichnungen eines Navy-Kampfjets.
Copyright: US Pentagon / Navy

Wir erwarten die extensive Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) und Algorithmischen Konzepten, um atmosphärische Phänomene wie Vögel, Ballons, Drohnen und potenziellen technologischen Objekten irdischer oder außerirdischer Herkunft zu unterscheiden, die – wie etwa Satelliten – unseren Planeten beobachten.

Zum Zweck der Hochkontrastabbildung, wird jedes Teleskop ein Teil einer Detektor-Anlage orthogonaler und komplementärer Möglichkeiten (Radar, Doppler, hochauflösendes Radar mit synthetischer Apertur, großen Kameras und Teleskopen um sichtbaren und infraroten Frequenzbereich) sein. Wenn dann auf diese Weise ein Objekt einer außerirdischen technologischen Zivilisation bei Erdbeobachtungen etwa in Form eines UAPs/UFOs entdeckt wird, können wir annehmen, dass diese Zivilisation in der Lage ist, passive Radar-, optische und infrarote Technologien zu beherrschen. In einem solchen Fall würde unsere systematische Untersuchung derart detektierter UAPs durch Hochleistungsdetektor-Anlagen im Multispektralbereich verstärkt.

2. Die Suche nach und intensive Erforschung von ‘Oumuamua-ähnlichen interstellaren Objekten

Das Galileo Projekt wird bereits existierende und zukünftige astronomische Beobachtungs- und Durchmusterungsprojekte nutzen, beispielsweise die mit dem Vera C. Rubin Observatory (VRO) geplante Legacy Survey of Space and Time (LSST), um zukünftige interstellare Besucher im Sonnensystem zu entdecken und deren Eigenschaften zu untersuchen.

Möglicherweise gemeinsam mit interessierten Raumfahrtagenturen werden wir Konzepte und Designs für eine startfertige Mission zur Abbildung ungewöhnlicher interstellarer Objekte wie ‘Oumuamua durch deren Abfangen auf ihren Flugbahnen bei Sonnenannäherung entwickeln und mittels bodengestützter Teleskope interstellare Meteore suchen.

3. Suche nach potenziellen Satelliten außerirdischer technologischer Satelliten/Sonden

Ebenfalls mit dem VOR könnte am 2023 die Entdeckung potenzieller kleiner erdbeobachtender außerirdischer Satelliten/Sonden von bis zu einem Meter Größe auf Erdumlaufbahnen in wenigen hundert Kilometern Höhe möglich werden. Sollte eine ferner technologisierte außerirdische Zivilisation allerdings Radar, optische und Infrarot-Teleskope entwickelt haben (Anm. GreWi: die Erde also auch aus deutlich größeren Distanzen beobachten können), so würden erdgestützte Großteleskope notwendig. Hierzu werden wir fortschrittliche algorithmische und KI-gestützte Detektions- und schnelle Filtermethoden entwickeln, die das Galileo Projekt plant, an verschiedenen erdgestützten Teleskopen zu installieren.

Prof. Avi Loeb Copyright/Quelle: Galileo Project

Prof. Avi Loeb
Copyright/Quelle: Galileo Project

Für das „Galileo Project“ hat Professor Avi Loeb ein internationales und interdisziplinäres Team hochrangiger und angesehener Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen versammelt.

Loeb selbst ist seit 1997 Professor für Astrophysik an der Harvard University, seit 2007 Direktor des Institutes for Theory & Computation (ITC) im Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, seit 2011 Vorsitzender des Fachbereiches Astronomie der Harvard University und seit 2012 dort Inhaber der Frank B. Baird, Jr. Professur of Science. 2012 wurde Loeb in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Loeb ist Vorsitzender des Beratungskomitees des Forschungs-und Entwicklungsprojektes “Breakthrough Starshot”, das sich zum Ziel gesetzt hat, Forschungssatelliten in das der Sonne nächste Nachbarsternsystem Alpha Centauri zu entsenden.

Für den kommenden Montag, den 26. Juli 2021 hat das Galileo Project eine Online-Pressekonferenz angesetzte. Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) zeigt diese an dieser Stelle und auf der GreWi-Startseite ab 17 Uhr.

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Recherchequelle: The Galileo Project

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