Umfragestudie: 41 Prozent der Schweden glauben an das Übernatürliche

Titel der Studie „Paranormal Sweden“. Copyright/Quelle: Uppsala Universitet
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Titel der Studie „Paranormal Sweden“.Copyright/Quelle: Uppsala Universitet

Titel der Studie „Paranormal Sweden“.
Copyright/Quelle: Uppsala Universitet

Uppsala (Schweden) – 41 Prozent der Erwachsenen in Schweden erklären, dass sie an die Realität der ein oder anderen Form übernatürlicher Phänomene glauben. Zu diesem Schluss kommt eine auf Umfragen basierenden Studie der Universität von Uppsala.

Wie die Pressemitteilung der Universität erklärt, wurden für die Umfrage jedoch alle möglichen mutmaßlich übernatürlichen und übersinnlichen Phänomene in einen Topf geworfen – von Geistern über UFOs, Seeungeheuern bis hin zur Wahrsagerei.

Nochmals verteilt zeigt sich allerdings ein leichtes Ungleichgewicht bei den Geschlechtern. So zeigten sich laut der Umfrage nur 37 Prozent der Männer, dafür aber fast 51 Prozent der Frauen vom Paranormalen überzeugt. Allerdings: 52 Prozent der Männer glauben an die Existenz von UFOs. Die Umfrage selbst basiert auf rund 1.100 Antworten auf einen 2020 an 1.900 Personen über das “Swedish Citizen Panel” ausgegebenen Fragebogen.

Wie das Team um Cristoffer Tidelius, Doktor für Theologie aktuell in der

Universitätspublikationsreihe “Uppsala: Acta Universitatis Upsaliensis” berichtet, spiegele das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen in der Frage auch das Verhältnis zu religiösen und spirituellen Glaubensvorstellungen zwischen den Geschlechtern wider.

“Eine mögliche Erklärung könnte die sein, dass paranormale Vorstellungen und Praktiken traditionell eher Frauen als Männer ansprechen und deren vermeintlichen Merkmalen entsprechen”, so Tidelius. Konkret meint er damit „ein reichhaltigeres inneres, emotionales Leben, Selbstwahrnehmung und Fragen der persönlichen Entwicklung, Intuition sowie die Sorge um sich selbst und andere.“ Das seien Merkmale, die traditionell und heute immer noch aktiv nicht nur in der alternativen Spiritualität und Medizin und damit oft auch in paranormalen Kontexten gepflegt werden, sondern auch eher mit weiblichen Attributen verbunden sind.“ Allerdings beteiligten sich in Schweden mehr Männer als Frauen in entsprechenden öffentlichen Forschungsgruppen und Organisationen.

Für Paradox hält der Theologe hingegen die ebenfalls mehrheitliche Vorstellung der Befragten, dass die Wissenschaft auch die vertrauenswürdigste Quelle sei. „Religion oder Verschwörungstheorien gehören hingegen zu den Gebieten, mit denen diese Menschen ihre Überzeugungen am wenigsten assoziieren möchten.” Auch eine Vermischung zwischen Verschwörungsmythen und dem Glauben an das Paranormale sei zwar vorhanden, aber weniger ausgeprägt, als man vielleicht vermuten würde.

„Selbst wenn das diesen Überzeugungen und Aktivitäten kritisch gegenübersteht, so ist es doch wichtig zu wissen, wie weit diese Vorstellungen verbreitet sind“, so Tidelius abschließend.

GreWi-Kommentar…
Das Hauptproblem derartiger Studien liegt vermutlich schon in der Vermischung von in ihren Merkmalen und Natur gänzlich unterschiedlichen Phänomenen, wie sie schon im künstlerisch zwar interessanten aber doch klischeebeladenenen Titelbild der Studie (s. Abb.) zum Ausdruck kommt. So hat Wahrsagerei mit dem UFO-Phänomen etwa ähnlich viel gemein wie ein Kochrezept mit Astrobiologie. Auch spiegelt Tidelius‘ Aussage, dass es „paradox“ erscheine, wenn Menschen, die von der Existenz paranormaler Phänomenen überzeugt sind, dennoch die Wissenschaft als Orientierung zu deren Erforschung nennen, eher die Vorurteile, die genau jene Tabuisierung begründen, mit dem die Anomalistik und Erforschung grenzwissenschaftlicher Phänomene zu kämpfen haben.




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Recherchequelle: Uppsala Universitet

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