Archäologen dokumentieren dutzende unbekannte Geoglyphen zwischen Nazca und Palpa

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Eines der neuentdeckten Linienmuster zwischen Nazca und Palpa.

Copyright: Luis Jaime Castillo, Palpa Nasca Project

Nazca (Peru) – Mit Hilfe von Satelliten und Drohnen dokumentieren Archäologen die berühmten Linien und Bodenbilder (Geoglyphen) in der peruanischen Wüstenhochebene zwischen Nazca und Palpa mit bislang unbekannter Genauigkeit. Dabei wurden und werden fortwährend auch neue, bislang kaum bis gar nicht bekannte Bodenbilder entdeckt und andere erstmals aus der Luft dokumentiert.

Wie „National Geographic“ (NG) exklusiv berichtet, haben peruanische Archäologen mehr als 50 neue, bzw. bislang unbekannte Geoglyphen entdeckt. Größtenteils sind diese in den steinigen Wüstenboden gescharrten Darstellungen am Boden kaum mehr und nur noch aus der Luft zu erkennen.

Zu den neu entdeckten Geoglyphen gehören Darstellungen, die die Archäologen der Nazca-Kultur zuordnen, die die Region von 200-700 n.Chr. prägte. Andere Bodenbilder sind allerdings auch älter und stammen vermutlich von den Paracas und Topará (500 v.Chr. bis 200 n.Chr.).

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Vom 10. Mai bis zum 16. September 2016 zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn die Ausstellung „Nasca. Im Zeichen der Götter – Archäologische Entdeckung aus der Wüste Perus“, die zuvor in Zürich zu sehen war (…GreWi berichtete). Die neue Webseite zur Bonner Ausstellung finden Sie HIER

Während die Geoglyphen der Nazca oft aus Linien, Vielecken und tierischen Darstellungen bestehen, zeigen einige der nun neu entdeckten Bodenbilder der Paracas auch menschliche Darstellungen: „Die meisten dieser Figuren stellen offenbar Krieger dar“, zitiert NG den peruanischen Archäologen Luis Jaime Castillo Butters. „Da diese Bilder oft an die Hänge von Hügel gezeichnet wurden, waren sie lange Zeit auch vom Boden aus zu erkennen, erodierten aber mit der Zeit immer mehr.”

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Die Entdeckungen belegen erneut, dass schon Jahrhunderte vor den Nazca, die Menschen in der Region mit der Herstellung von großen Bodenbildern experimentiert haben: „Das bedeutet, dass wir es hier mit einer langen Tradition zu tun haben, die lange Zeit vor den berühmten Nazca-Kultur ihren Anfang nahm“, so Castillo Butters.


So stellen sich Archäologen die Herstellung der Nazca-Linien vor (Illu.).

Copyright/Quelle: Fernando G. Baptista / NGM Staff / Markus Reindel, Deutsches Archäologisches Institut

Diese Erkenntnis eröffne neue Hypothesen zur Funktion und Bedeutung der Scharrbilder, zeigt sich auch Johny Isla, der für die Nazca-Lininen verantwortlichen Archäologen des peruanischen Kulturministeriums, überzeugt.

– Den ausführlichen NG-Bericht im englischsprachigen Original finden Sie HIER

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