Und nun wieder doch: Neue und unabhängige Messungen liefern Beweise für flüssiges Wasser im Untergrund des Mars-Südpols

Eine Karte der Oberflächentopografie des Mars-Südpols (l.) mit dem Umriss der südlichen Polkappe (schwarz) und der in der aktuellen Studie untersuchten und modellierten Region (blau). Das grüne Quadrat markiert jene Region, in der anhand der Oberflächenstrukturen auf unter der Eiskappe verborgene subglaziale Seen flüssigen Wassers geschlossen werden kann. Das Eis in dieser Region ist rund 1.500 Meter dick. Die rechte Seite zeigt die um 5-8 Meter erhabene regionale Topografie (rot) sowie eine weniger stark um etwa 2-4 Meter erhabene Region unterhalb dieser Fläche. Der schwarze Umriss hier zeigt eines jener Gebiete, anhand derer bereits zuvor aufgrund früherer Radardaten auf verborgenes flüssiges Wasser geschlossen wurde. Copyright: University of Cambridge
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Eine Karte der Oberflächentopografie des Mars-Südpols (l.) mit dem Umriss der südlichen Polkappe (schwarz) und der in der aktuellen Studie untersuchten und modellierten Region (blau). Das grüne Quadrat markiert jene Region, in der anhand der Oberflächenstrukturen auf unter der Eiskappe verborgene subglaziale Seen flüssigen Wassers geschlossen werden kann. Das Eis in dieser Region ist rund 1.500 Meter dick. Die rechte Seite zeigt die um 5-8 Meter erhabene regionale Topografie (rot) sowie eine weniger stark um etwa 2-4 Meter erhabene Region unterhalb dieser Fläche. Der schwarze Umriss hier zeigt eines jener Gebiete, anhand derer bereits zuvor aufgrund früherer Radardaten auf verborgenes flüssiges Wasser geschlossen wurde. Copyright: University of Cambridge

Eine Karte der Oberflächentopografie des Mars-Südpols (l.) mit dem Umriss der südlichen Polkappe (schwarz) und der in der aktuellen Studie untersuchten und modellierten Region (blau). Das grüne Quadrat markiert jene Region, in der anhand der Oberflächenstrukturen auf unter der Eiskappe verborgene subglaziale Seen flüssigen Wassers geschlossen werden kann. Das Eis in dieser Region ist rund 1.500 Meter dick. Die rechte Seite zeigt die um 5-8 Meter erhabene regionale Topografie (rot) sowie eine weniger stark um etwa 2-4 Meter erhabene Region unterhalb dieser Fläche. Der schwarze Umriss hier zeigt eines jener Gebiete, anhand derer bereits zuvor aufgrund früherer Radardaten auf verborgenes flüssiges Wasser geschlossen wurde.
Copyright: University of Cambridge

Cambridge (Großbritannien) – Die Hoffnung auf Tümpel, Teiche und Seen flüssigen Wassers unter der Oberfläche des Mars-Südpols geht weiter: Nur wenige Tage nachdem US-Forschende anhand von Simulationen gezeigt haben, dass die zunächst als flüssiges Wasser gedeuteten Radar-Signale in der Südpolregion des Mars auch von unterirdischen Gletscherschichten erzeugt werden könnten (…GreWi berichetete), liefert eine internationale Studie, angeführt von der University of Cambridge, erstmals mit neuen und unabhängigen Messungen neue Beweise für unterirdische flüssige Gewässer.

Wie das Team um Professor Neil Arnold vom Scott Polar Research Institute an der University of Cambridge aktuell im Fachjournal „Nature Astronomy“ (DOI: 10.1038/s41550-022-01782-0) berichtet, basiert die jüngste Folgerung auf den Messdaten eines Laser-gestützten Höhenmessgeräts, mit dem die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die Oberfläche der polaren Eiskappe bis auf kleinste Höhenunterschiede vermessen konnten. Die dabei entdeckten Muster stimmen demnach mit Simulationen darüber überein, wie sich Wasserkörper unter der Eiskappe auf deren Oberflächenstruktur auswirken würden.

Hintergrund
2018 berichteten europäische Planetenwissenschaftler erstmals über Radarmessungen der Sonde „Mars Express“, die Tümpel, Teiche und Seen unter der mit Eis vermischten Oberfläche des Mars-Südpols hindeuteten. In der Folge sorgte die Interpretation der Radarmessungen für eine andauernde Debatte und immer wieder gegenteilige Studienergebnisse (…GreWi berichtete, siehe Links u.).

Während die bisherigen Studien also allesamt auf den gemessenen Radardaten basierten, handelt es sich bei der aktuellen Studien und ihren Schlussfolgerungen erstmals um eine weitere, von den Radarmessungen unabhängige, – diese nun aber bestätigende – Messungen mit einer gänzlich anderen Methode und deren Analyse.

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„Die Kombination der neuen topografischen Beweise, die Ergebnisse unserer Computermodelle und die Radardaten machen es jenes Szenario einmal mehr wahrscheinlicher, dass es auf dem Mars auch heute noch subglaziales flüssiges Wasser gibt“, erläutert Arnold und führt dazu weiter aus: „Das wiederum bedeutet, dass der Mars auch heute noch geothermal aktiv sein muss, um Wasser unterhalb der Eiskappe flüssig zu halten.“




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Recherchequelle: University of Cambridge, Nature Astronomy

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