Unerwartet: Form von Ultima Thule ist gänzlich anders als gedacht

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Neu berechnetes Computermodell der Form von Ultima Thule. Copyright: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute

Neu berechnetes Computermodell der Form von Ultima Thule.
Copyright: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute

Laurel (USA) – Nachdem Anfang Januar die ersten Aufnahmen der NASA-Sonde „New Horizons“ das Kuiper-Gürtel-Objekt (KBO) „Ultima Thule“ (2014 MU69) gezeigt hatten, glaubten die NASA-Forscher die allgemeine Form des Doppelkörpers bis auf kleinere Details verstanden zu haben. Neue Daten und Aufnahmen zeigen nun, dass dem nicht so ist und Ultima Thule aus zwei Fladenförmigen Objekten und nicht zwei mehr oder weniger kugelförmigen Hälften besteht.

NASA und Missionswissenschaftler um Alan Stern vom Southwest Research Institute der John Hopkins University und dem National Optical Astronomy Observatory selbst beschreiben die nun ermittelte tatsächliche Form des Objekts als „höchst ungewöhnlich flach“.

Die neuberechnete Form von Ultima Thule (o.) im Vergleich zum bisherigen geometrisch vereinfachten Modell (u.). Copyright: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute

Die neuberechnete Form von Ultima Thule (o.) im Vergleich zum bisherigen geometrisch vereinfachten Modell (u.).
Copyright: NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute

Die Erkenntnis über die wirkliche Form von „Ultima Thule“ basiert auf den neusten Aufnahmen, die die Sonde während des Vorbeifluges bislang zurück zur Erde gefunkt hat. Es handelt sich dabei sozusagen um den letzten Blick der Bordkamera auf den Doppelkörper, die zehn Minuten nach der dichtesten Passage aus 8.862 Kilometern Entfernung entstanden. „Zwar sind es die letzten Aufnahmen der Sonde, doch noch lange nicht die letzten Aufnahmen, die während des Vorbeifluges gemacht wurden. Wir erwarten noch viele weitere Aufnahmen vom Vorbeiflug.“ Diese sollen jeweils an den kommenden Freitagen über die Webseite zur Bordkamera veröffentlicht werden.“

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Der von der Sonne erleuchtete Umriss und die Hintergrundsterne verraten, dass es sich bei den beiden Körpern des KBO „Ultima Thule“ eher um flache Körper handelt. Die neuen Aufnahmen, so erklärt Stern weiter, gehören wahrscheinlich zu den wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Form des Objekts. „Während die ersten Bilder vom Vorbeiflug noch zwei verbundene, annähern kugelförmige Körper – ähnlich einem Schneemann – nahelegten, zeigt die aktuelle Bildersequenz nun anhand des Umrisses und der Hintergrundsterne auf den Aufnahmen, dass die beiden Segmente überhaupt nicht kugelförmig sondern ungewöhnlich flach sind. Der größere Teil des Doppelkörpers (Ultima) gleich geradezu einem dicken Pfannkuchen und es stellt sich nun die Frage, wie ein solches Objekt überhaupt erst entstehen konnte. (…) Tatsächlich haben wir noch nie zuvor etwas Vergleichbares im Sonnensystem entdeckt. (…) Zweifelsohne wird diese Beobachtung zu ganz neuen Theorien über die Entstehung von Planetesimalen (Vorformen von Planeten) im frühen Sonnensystem führen.“

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