UPDATE: Neue Informationen zum „Jellyfish-UFO-Video“ & weiteres Foto-Leak

Standbild aus dem neuen Video mit Ausschnittsvergrößerung des Objekts (r.). Quelle: Jeremy Corbell
Lesezeit: ca. 8 Minuten
Standbild aus dem neuen Video mit Ausschnittsvergrößerung des Objekts (r.). Quelle: Jeremy Corbell

Standbild aus dem neuen Video mit Ausschnittsvergrößerung des Objekts (r.).
Quelle: Jeremy Corbell

Las Vegas (USA) – Mit der Veröffentlichung eines weiteren UFO-Videos aus US-militärischer Quelle hat der UFO-Dokumentarfilmer Jeremy Corbell erwartungsgemäß erneut eine Kontroverse darüber angestoßen, was die bizarren Aufnahmen zeigen. Mittlerweile liegen weitere Hintergrundinformationen und Erkenntnisse zu den Aufnahmen vor.

– Lesen Sie vorab die Hintergründe zur Veröffentlichung des „Jellyfish-Videos“ HIER

UPDATE #03 18.01.2024, 11:15h: Der US-Informationsfreiheitsaktivist John Greenewald von TheBlackVault.com hat beim US-Verteidigungsministerium um einen Kommentar zu „Jellyfish-Video“ bzw. um eine Bestätigung gebeten, dass es sich um eine Aufnahme des US-Militärs handelt.
Hierauf erhielt Greenewald nun folgende ablehnende Antwort:

“We do not comment on the authenticity of alleged DOD material that may have been leaked. DOD takes public interest in unidentified anomalous phenomena seriously and is committed to openness and accountability to the American people. This commitment must be balanced with the department’s obligation to protect sensitive information, sources, and methods. To that end, AARO will provide updates to the public via its website as it resolves UAP cases, including sharing the analytic approach and method used for each case, as well as imagery, when approved for public release.

 

The Department of Defense takes the potential unauthorized disclosure of national security information very seriously. DOD organizations, including AARO, regularly emphasize to their workforces the importance of protecting national security information in accordance with information security laws, regulations, and processes.”
Sue Gough, Department of Defense spokesperson

UPDATE #02 17.01.2024, 10:50h: Mittlerweile liegt ein ausführliches Interview mit Concoski vor. Dieses Video inst unten (als Update markiert) eingefügt.

 

UPDATE 12.01.2024, 15:20h: Mittlerweile hat sich der Zeuge Michael Cincoski (siehe unten) erneut via Twitter/X zu Wort gemeldet und erklärt, dass er mittlerweile mit weiteren Kameraden von damals (2018) gesprochen habe. Diese hätten ihn nun berichtigt und erklärt, dass es doch mehrere Aufnahmen des Objekts gebe. Zuvor hatte Cincoski erklärt, es gebe nur eine Aufnahme und die zeige nicht, dass und wie das Objekt aus dem See wieder auftauche. Weitere Infos hierzu siehe unten an markierter (Update) Stelle…

Nach der Veröffentlichung der aufgrund des quallenartigen Aussehens des gefilmten Objekts als „Jellyfish-Video“ bezeichneten Aufnahmen wurden schnell verschiedene profane Erklärungen für das, was das Video zeigt, diskutiert.

Während die einen an eine simple Anordnung verschiedener Ballons mit Dekorationselementen glauben, vermuteten andere Kritiker sogar, dass es sich lediglich um eine Verschmutzung auf der Kameralinse oder einem vermeintlichen Gehäuse, in dem die Kamera platziert sei, handeln könnte.

Gegen die Vorstellung von Ballons spricht zum einen, dass die „Tentakel“ nahezu steif mit dem Hauptkörper fliegen und fast keinerlei Eigenbewegung aufweisen, wie man dies etwa von zusammengebundenen Ballons oder Ballonfiguren mit Girlanden-artigen Anhängseln kennt. Zudem soll (allerdings ist dies nicht auf den bislang veröffentlichten Aufnahmen zu sehen!) der gesamte Körper später steif in ein Gewässer ein- und wieder daraus auftauchen. Sollte sich dies bestätigen, würde auch dies gegen einen solchen Ballon sprechen. Laut Corbell soll zudem versucht worden sein, das Objekt auch mit Nachtsichtgeräten zu beobachten und zu filmen. Dies sei – im Gegensatz zur veröffentlichten Thermalen-IR-Aufnahme – jedoch nicht gelungen. Zwar kann auch diese Aussage bislang nicht unabhängig überprüft werden, doch wäre anzunehmen, dass Ballons mit beiden Systemen detektiert worden wären.

Die gleiche Steifheit, die vermutlich ein Ballonarrangement ausschließt, ließ andere kritische Betrachter vermuten, es könne sich um eine Verunreinigung auf der Kamera oder dem Kameragehäuse handelt. Hier argumentierten einige Beobachter, dass das „Objekt“ außer der Flugbewegung keinerlei Eigenbewegung aufzeige und fast schon zweidimensional wirke.

Mittlerweile kann diesem Eindruck anhand von Bildanalysen widersprochen werden. Diese zeigen, dass es durchaus zu einer, wenn auch weiterhin auffallend versteiften Bewegungsdynamik innerhalb des Objekts bzw. dessen Ausrichtung zur Kamera während des Fluges kommt. Vogelkot auf der Linse kann als Erklärung also ausgeschlossen werden.


Neben Spekulationen über die Natur des Objekts liegen mittlerweile aber weitere belastbare Informationen über die Aufnahmen und deren Einschätzung durch US-Militärs vor.

So meldete sich unmittelbar nach Veröffentlichung der Aufnahmen ein US-Soldat mit einem Kommentar auf Youtube zu Wort. „MRCinco96“ erklärt darin:
“Ich war Teil des Teams im Irak, das jene Truppe abgelöst hat, die diese Aufnahmen gemacht hat. Ich hätte niemals gedacht, dass die Aufnahmen deklassifiziert würden. Die Originalaufnahmen zeigen diese ‚Anomalie‘ wie sie nach etwa 17-18 Minuten in den See fliegt. Allerdings verschwindet es dort. Mir ist kein Video bekannt, das zeigt, wie dieses Ding wieder auftaucht und im Himmel verschwindet. Unsere Theorie damals war zunächst, dass es etwas vor dem PTDS-Thermal-Sensor selbst war, eine Art Linsenartefakt oder so etwas. Das erklärt aber nicht vollständig, wie dieses Ding offenbar davon und in den See schwebte. Als ich mit dem Team vor Ort sprach, berichtete aber niemand irgendwas davon, dass das Ding auch wieder in den Himmel flog.“

In der Folge nahm der UFO-Skeptiker Steven Greenstreet Kontakt mit diesem Soldaten auf, der ihm dann weitere Informationen zu dem Video lieferte. Wie Greenstret via Twitter/X berichtet, handelt es sich um den US-Soldaten Michael Cincoski, der als „Intelligence, Surveillance and Reconnaussance (ISR) Tactical Controller“ auf der Al-Taqaddum Air Base im Irak diente. Diese Behauptung konnte mittlerweile anhand von Luftbildaufnahmen der Basis im Abgleich mit den Gebäuden im Video bestätigt werden.

Im Gegensatz zu Corbells Informationen (laut derer sich der Vorfall 2018 ereignet haben soll) erklärt Cincoski, dass das Video bereits im Herbst 2017 von einem unbemannten (Persistent Threat Detection System) PTDS-Überwachungsballon/Zeppelin (s. Abb.) aufgenommen wurde. Diese Überwachungsplattformen waren/sind eigentlich dazu gedacht, kleine Multikopter-Drohnen zu orten, die vor Ort nahezu täglich und manchmal sogar mit Granaten bestückt detektiert wurden/werden. Die ‘Qualle’ (jellyfish) sei jedoch auch für das PTDS-Team ein Rätsel gewesen.

Laut Cincoski soll das Originalvideo 17-18 Minuten lang sein. Gegen Ende schien das Objekt dann über dem Habbaniyah-See zu schweben. Behauptungen derart, dass das Objekt in den See eingetaucht, dann wieder aus diesem hervor und in den Himmelgeschossen sei, wollte der ehemalige US-Soldat jedoch nicht bestätigen: „Ich selbst habe das nie gesehen. Zu keinem Zeitpunkt ist es wieder aus dem See aufgetaucht und in den Himmel geschossen.“ Weiterhin berichtet Greenstreet, Cincoski habe erklärt, dass er auch sonst niemanden von der Basis und auch nicht aus dem PTDS-Team kenne, der dieses Verhalten auf Video gesehen haben will.
Zu den Behauptungen, das Video zeige, dass das Objekt fortwährend seine Temperatur ändere, erläuterte auch Cincoski, dass es sich bei diesem Effekt vermutlich vielmehr um einen Effekt handelt, der durch die Anpassung des Kamerasystems an unterschiedliche Belichtungswerte entsteht (…GreWi berichtete bereits).

Auf die Frage, um was es sich bei der „Qualle“ dann gehandelt habe, erklärte der Zeuge, dass das PTDS-Team die Vorstellung von einem Kameraartefakt oder einer verschmutzten Linse eigentlich ausschließe. Der Zeppelin wurde unmittelbar nach der Sichtung zu Boden gebracht, auf eventuelle Defekte oder Verschmutzungen untersucht und gereinigt. Zudem gebe es Details im Video, wie sie der Theorie von einem Kamera-Artefakt widersprechen. Die Idee von einem Ballon-Arrangement hält Cincoski zwar für „interessant“ fügte aber hinzu: „Für Ballons war dieses Ding eigentlich zu statisch. Auf die Frage, ob er selbst das Objekt eher als „fremdartig“ oder „prosaisch“ bezeichnen würde, habe sich Cincoski für Letzteres entschieden.

Da die „Qualle“ nicht als Risiko oder Bedrohung für die Systeme der Basis eingestuft wurde, habe man sich nicht weiter darum gekümmert. Stattdessen sei der Vorfall zu so etwas wie einer Gruselgeschichte unter den Soldaten geworden. „Wir haben dieses Ding nie wieder gesehen und es wurde nie erklärt. Wir haben das Video immer wieder Neuankömmlingen auf der Basis gezeigt und ihnen dazu die Geschichte erzählt.“

Dass das Video nun seinen Weg an die Öffentlichkeit gefunden habe, findet Cincoski erstaunlich. Er selbst glaube zwar an außerirdisches Leben und dass wir einst sogar Besuch bekommen könnten, denkt aber, dass diese Besucher dann weniger außerirdisch, sondern eher aus einer anderen Dimension stammen. Das sei zwar nur so eine persönliche Meinung, doch mache es ihm Spaß, darüber nachzudenken.

UPDATE 12.01.2024, 15:20h: Mittlerweile hat sich der Zeuge Michael Cincoski (siehe unten) erneut via Twitter/X zu Wort gemeldet und erklärt, dass er mittlerweile mit weiteren Kameraden von damals (2018) gesprochen habe. Diese hätten ihn nun berichtigt und erklärt, dass es doch mehrere Aufnahmen des Objekts gebe. Zuvor hatte Cincoski erklärt, es gebe nur eine Aufnahme und die zeige nicht, dass und wie das Objekt aus dem See wieder auftauche. Weitere Infos hierzu siehe unten an markierter (Update) Stelle…

…Update Ende.

UPDATE #02 17.01.2024, 10:50h: Mittlerweile liegt ein ausführliches Interview mit Concoski vor.

…Update #02 Ende.

Zur Technololgie des Aufnahmesystems lassen sich keine finalen Aussagen machen. Nicht zuletzt, da es sich bei den Aufnahmen, die Corbell veröffentlicht hat, offensichtlich selbst nur um ein von einem Bildschirm derart abgefilmte Aufnahme handelt, dass die eigentlich interessanten Telemetriedaten und Ortskoordinaten nicht oder nur teilweise zu erkennen sind.

Allerdings zeigen sich informierte Beobachter darin überzeugt, dass die sichtbaren Angaben auf L3HARRIS-System deuten. Auch dieses System lässt die Theorie eines Artefakts unwahrscheinlich erscheinen.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ HIER können Sie den täglichen kostenlosen GreWi-Newsletter bestellen +

Neben den bereits zuvor genannten Fällen von Sichtungen Quallen-artiger UFO, wurden mittlerweile in verschiedenen sozialen Netzwerken weitere Vorfälle zusammengetragen, die – zumindest auf den ersten Blick – Assoziationen mit dem „Jellyfish-Video“ wecken. Hier ein kleine Auswahl:

Ein weiteres UAP-Foto
Neben dem „Jellyfish“-Video hat Jeremy Cornell im rahmen der TMZ-Doki „UFO Revolution“ auch weiteres Bildmaetrial aus US-Militärquelle veröffentlicht. In diesem Fall handelt es sich zwar nur um ein Standbild aus einer Filmaufnahme, doch soll auch diese ein bis heute unidentifiziertes Flugobjekt zeigen.

Das "Chandellier"-Standbild.Quelle: Jeremy Corbell

Das „Chandellier“-Standbild.
Quelle: Jeremy Corbell

Quelle: Google Earth

Quelle: Google Earth

Laut dem anonymen Informanten Corbells und den in dem Standbild sichtbaren Geo-Koordinaten (29°09’41.1“N 49°26’56.7“E) entstand das Video über dem Persischen Golf in etwa auf Höhe von Kuwait (s. Karte). Die Bezeichnung des Objekts als „Chadellier“ (also als Kronleuchter) ergebe sich, so der Informant weiter, aus der Ähnlichkeit zur Ansicht eines Kronleuchters von unten.

Im Gegensatz zu diesem Bild sei das Objekt selbst aber „sehr dünn“ gewesen und habe „sich nicht aus und um sich selbst herum gedreht“ (was auch immer dies bedeuten soll?) und habe sich in „sehr kleinen Kreisen“ fortbewegt. „Das Objekt, seinet Struktur mach überhaupt keinen Sinn. Auch nicht seine Geschwindigkeit und seine Bestimmung. In der Geheimdienst-Community frage sich jeder lediglich, was dieses Ding ist. Es hat keine Flügel. Es gibt auch keine Möglichkeit, dass dieses Ding bemannt sein könnte. Es hat nur diese bizarre Form und keine Hinwesie auf einen Antrieb. Und dann verschwand es ganz plötzlich und unmittelbar.“

Zudem gebe es noch zahlreiche ähnlicher Videos, die jedoch nicht veröffentlicht werden könnten, weil sie zeigen, welche Länder (die USA) auf diese Weise überwachen. Auch hier würden „ständig UAP gefilmt. In der Umgebung von Flugzeugen, von Schiffen. (…) Diese Aufnahmen werden aber ganz sicherlich niemals veröffentlicht“, so der Informant.


Anmerkung GreWi: Da es sich hier um ein Standbild aus einem Video handelt, ist es nur schwer möglich, – abzuschätzen, was wir hier genau sehen. Auch das sternförmige Muster muss nicht zwangsläufig das Objekt selbst zeigen. Vielmehr wirkt dieses Muster wie ein Kameraartefakt, das durch Überblendung entsteht. Auch zur Beschreibung als „sehr dünn“ passt dieses sternförmige eher nicht. Es bleibt also abzuwarten, ob auch das Video selbst veröffentlicht werden wird.




WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Filmemacher Corbell veröffentlicht weiteres UFO-Video aus US-Militär-Quelle 9. Januar 2024

Recherchequellen: TMZ, X, eigene Recherchen grenzwissenschaft-aktuell.de

© grenzwissenschaft-aktuell.de