US-Kongress bewilligt 20 Mio. Dollar für SETI und die Suche nach außerirdischen Technologien

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Symbolbild: Eine künstliche Struktur in Form einer Porkrowski-Schale um einen Stern (Illu.).
Copyright: Віщун (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 4.0

Washington (USA) – Für die Fiskaljahre 2018 und 2019 hat der US-Kongress die NASA nicht nur beauftragt, gemeinsam mit privaten Organisationen nach außerirdischen „Techno-Signaturen“ zu suchen, sondern diesen Bemühungen auch ein Budget von 10 Millionen US-Dollar pro Jahr zur Verfügung gestellt.

„Die NASA soll gemeinsam mit privaten und philantropischen Organisationen bestmöglich nach Technosignaturen, wie etwa Radiotransmissionen, um so die Anforderungen der NASA zur Suche nach den Ursprüngen des Lebens, der Evolution, Ausbreitung (des Lebens), dessen Zukunft im Universum zu erfüllen“, fordert der Wissenschaftsausschuss des US-Kongresses und stellt hierfür für jedes der beiden Fiskaljahre (2018 und 2019) 10 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

Neben Radiotransmissionen bezeichnen Technosignaturen eine Vielzahl von Anzeichen für das Vorhandensein technologisch fortgeschrittener Zivilisationen auf einem fernen Planeten oder innerhalb eines anderen Planetensystems.

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Tatsächlich hatten mehrere Astronomen schon zuvor in einem Strategiepapier von der NASA die gezielte Suche nach Technosignaturen gefordert. Darin erläutern die Unterzeichner, wie auf einem Planeten wie unser Mars, der sich eigentlich außerhalb der klassischen habitablen Zone seines Sterns befindet – für Leben eigentlich zu kalt ist – der Nachweis etwa von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKWs), Fluorcarbonen oder anderer exotischer Treibhausgase in seiner Atmosphäre ein ziemlich deutlicher Hinweis auf ein dort aktives Terraformingprogramm zur Anhebung der Temperaturen wären. Tatsächlich wurden unterschiedliche entsprechende Ideen schon für die Bewohnbarmachung des Mars angedacht (…GreWi berichtete).

Auch unnatürliche Infrarotstrahlung eines Planetensystems um einen fernen Stern könnten auf die dortige Energiegewinnung durch großflächige Orbitalkollektoren in Form von Dyson-Strukturen oder gewaltigen Beschattungsvorrichtungen, zur Abkühlung einer globalen Erwärmung eines Planeten hindeuten und sind gerade vor dem Hintergrund unserer eigenen schmerzlichen Erfahrung mit dem Raubbau an unserem eigenen Planeten, alles andere als eine unvorstellbare Konsequenz des Aufstiegs einer technologisch geprägten Zivilisation.

Besondere Hoffnungen zur Entdeckung und Erkennung nicht nur von Bio-Signaturen sondern auch der beschriebenen „Techno-Signaturen“ verbinden die Autoren des Papiers mit derzeit noch in der Planung befindlichen Weltraumteleskopen wie HabEx, LUVOIR oder dem Originins Space Telescope (OST) (…GreWi berichtete).

Mit „privaten und philantropischen Organisationen“ dürften die Abgeordneten vornehmlich die „Breakthrough Initiative“ meinen, die – finanziert von dem Milliardär Juri Milner – seit 2015 auch die Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI) mit 100 Millionen Dollar fördert (…GreWi berichtete).

Auch wenn es “nur” 10 Millionen Dollar pro Jahr sind – eine Summe, die im Vergleich etwa zum US-Verteidigungsetat wie die sprichwörtlichen “Peanuts” erscheinen – so handelt es sich doch um die erste staatliche Förderung der Suche nach Außerirdischen Zivilisationen durch den US-Budneshaushalt seit 1993.

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