US-Navy bestätigt erstmals Authentizität der veröffentlichten UFO-Videos

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Standbild aus dem sog. „Gimbal“-Video Copyright/Quelle: To The Stars Academy, US Navy

Standbild aus dem sog. „Gimbal“-Video
Copyright/Quelle: To The Stars Academy, US Navy

Washington (USA) – Seit der mit der Enthüllung des ehemals geheimen, jüngsten UFO-Forschungsprogramms des Pentagons einhergehenden Veröffentlichung dreier offizieller UFO-Videos der US-Navy, rätseln selbst UFO-Forscher warum und unter welchen Umständen die Videos überhaupt veröffentlicht wurden. Jetzt hat sich erstmals ein Navy-Sprecher zu den Videos geäußert und bestätigt nicht nur deren Authentizität, sondern auch, dass die Videos tatsächlich „unidentifizierte Phänomene im Luftraum (sog. Unidentified Aerial Phenomena = UAPs) zeigen. Zugleich erklärt die Navy aber auch, dass die drei Videos eigentlich gar nicht zur Veröffentlichung freigegeben wurden.

Wie der UFO-Forscher und Experte für die Freigabe von einst geheimen US-Regierungsdokumenten John Greenewald Jr. auf seiner Webseite „TheBlackVault.com“ exklusiv berichtet, handelt es sich um jene im Dezember 2017 und im März 2018 unter den Bezeichnungen „FLIR1“, „Gimble“ und „GoFast“ durch die „New York Times“ und die „To The Stars Academy of Arts & Science“ (TTSA) veröffentlichten Videoaufzeichnungen der Bordinstrumente von Navy-Abfangjägern.

Auf Greenwalds Anfrage erhielt der UFO-Forscher nun eine Antwort des offiziellen Navy-Sprechers Joseph Gradisher vom Deputy Chief of Naval Operations for Information Warfare.

Dieser habe zunächst erklärt, dass es sich bei den Videos zusehenden Objekte um „unidentified aerial phenomena“ (UAPs) handele. Bei UAPs handelt es sich um eine Variante des klassischen Begriffs UFO im Sinne „unidentifizierter Flugobjekte“.

Auf die Frage, warum die Navy das Kürzel „UAP“ verwende, erklärte Gradisher zunächst, dass diese Terminologie benutzt werde, “weil sie eine Grundbeschreibung für die Sichtungen und Beobachtungen von unautorisierten bzw. unidentifizierten Flugobjekten darstelle, wie sie beim Eintritt und Operieren im Luftraum unterschiedlicher, eigentlich vom US-militär kontrollierter Gebiete, beobachtet wurden.“

Hintergrund
Tatsächlich handelt es sich bei dem Kürzel „UAP“ nicht um eine ausschließlich militärische Wortschöpfung. Auch zahlreiche UFO-Forscher sind schon länger darum bemüht, damit den spätestens seit den 1960er Jahren populären Kurzbegriff “UFO” zu ersetzten. Als Grund hierfür wird immer wieder die sich festgesetzte Assoziation des Begriffs “UFO” – der eigentlich recht wertneutral für “unidentifizierte Flugobjekte” steht – mit Vorstellungen von “fliegenden Untertassen” und diese widerum mit Besuchern aus dem All angeführt. Der Begriff „UFO“ mittlerweile umgangssprachlich kaum mehr von der Vorstellung zu trennen, dass diese Objekte auch außerirdischen Ursprungs sind. Ob der Austausch eines nahezu global eingeprägten Begriffs wie “UFO” hin zu “UAP” sinnvoll ist oder nicht, wird nicht nur unter Erforschern dieser Phänomene weiterhin kontrovers diskutiert.

Wie Greenwald weiterhin berichtet, versichere der Navy-Sprecher zugleich auch erstmals, dass die drei Videos “nie für eine Veröffentlichung freigeben wurden” und bestätigt erneut damit Aussagen des Pentagons gegenüber dem BlackVault vom Mai dieses Jahres.

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Damit wiederspricht nun auch die Navy offiziell der Behauptung der “To The Stars Academy” um Tom DeLonge und den ehemaligen Geheimdienstler und Leiter angebliche des UFO-Forschungsprogramms des US-Verteidigungsministeriums (AATIP) Luis Elizondo, die immer wieder erklärt hatten, die Videos seien offiziell vom Department of Defence (DoD) zur allgemeinen Veröffentlichung freigeben worden.

„Die Videos wurden vom DoD niemals offiziell für die allgemeinen Öffentlichkeit freigegeben und sollten auch weiterhin zurückgehalten werden”, erklärte die Pentagon-Sprecherin Susan Gough schon zuvor gegenüber Greenwald. Im Namen der US-Navy bestätigte Gradisher nun diese Position und erklärte, auch die Navy habe die Videos “nicht zur Veröffentlichung freigegeben“. Stattdessen habe Elizondo lediglich das OK zur Nutzung und Präsentation der Videos im Rahmen von Regierungstätigkeiten erhalten, etwa zum Einpflegen der Daten in Datenbanken über potentielle Bedrohungen durch unbekannte Flugobjekte jeglicher Art.

Nicht zuletzt aus diesem Grund führe die Navy die drei Videos auch weiterhin zwar als „unclassified“ (also nicht geheimdienstlich klassifiziert), doch bedürften auch derart unklassifizierte Dokumente und Materialien einer offiziellen Freigabeerlaubnis, da auch sie  sensibele Informationen beinhalten könnten, die nicht für ein Veröffentlichung geeignet seien. Neben bereits zuvor vorgebrachten Zweifeln an der tatsächlichen Position Elizondos innerhalb von AATIP, dem er laut bisherigen Angaben der „To The Star Academy“ (TTSA) vorgestanden haben soll, was aber vom Pentagon mehrfach bestritten wurde – wecken also nun auch die neusten Aussagen des DoD und der Navy Zweifel an den Aussagen Elizondos und der TTSA.

Abschließend erklärt John Greenwald, dass ihm von Seiten der TTSA bis heute kein offizielles Statement bekannt sei, das auf die Kritik, Zweifel und Aussagen sowohl des Pentagons als auch der Navy eingehe – und dass trotz eigener mehrfacher Anfragen.

– Lesen Sie HIER den vollständigen Bericht von John Greenwald Jr. auf TheBlackVault.com

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Quelle: The Black Vault

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