US-Senatoren Rounds & Schumer fordern weiterhin unabhängiges Kontrollgremium zur Veröffentlichung von UFO-Akten

Die US-Senatoren Mike Rounds (l.) und Chuck Schumer sind die parteiübergreifenden Hauptautoren des „UAP Disclosure Act“ (UAPDA) Copyright: US Senat / grewi.de (Illu. Hintgr.)
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Die US-Senatoren Mike Rounds (l.) und Chuck Schumer sind die parteiübergreifenden Hauptautoren des „UAP Disclosure Act“ (UAPDA)Copyright: US Senat / grewi.de (Illu. Hintgr.)

Die US-Senatoren Mike Rounds (l.) und Chuck Schumer sind die parteiübergreifenden Hauptautoren des „UAP Disclosure Act“ (UAPDA)
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Washington (USA) – Nachdem im kommenden US-Verteidigungshaushaltsgesetz (NDAA’24) nur noch ein stark abgeschwächtes UFO-Enthüllungsgesetz überlebt hat, in dem nun weiterhin das Verteidigungsministerium, die Geheimdienste und Rüstungsförderung die Kontrolle über noch geheime UFO-Akten der USA haben (…GreWi berichtete), zeigen sich die parteiübergreifenden Autoren des „UAP Disclosure Act“, der demokratische Mehrheitsführer im Senat Chuck Schumer und sein republikanischer Kollege Mike Rounds kämpferisch und wollen sich weiterhin für ein unabhängiges, dem Präsidenten und dem Kongress unterstelltes Gremium zur Veröffentlichung der US-Ufo-Akten einsetzen.

In einer Rede vor dem US-Senat erklärte Chuck Schumer gestern:

„Viele Jahrzehnte lang hat die Regierung der USA umfangreiche Informationen über UAP [UFOs] zusammengetragen, weigert sich jedoch, diese mit der amerikanischen Öffentlichkeit zu teilen. Das ist falsch und erzeugt Misstrauen. Wir wurden auch bereits von zahlreichen glaubwürdigen Quellen darüber informiert, dass Informationen über UAP auch dem Kongress vorenthalten wurden. Sollte sich dies als wahr herausstellen, wäre dies gegen jene Gesetze, die eine vollständige Information der Legislative erfordern, besonders wenn es die vier Kongressführer, die Verteidigungs- und Geheimdienstgremien betrifft. Unser Gesetzentwurf hatte eine sinnvolle Lösung dieser Angelegenheit zum Ziel. Indem wir ein bereits erfolgreiches Model, den „John F. Kennedy Assassination Records Collection Act“, als Vorlage nutzen, sollte ein vom Präsidenten einberufenes Gremium die Deklassifizierung und umgehende Veröffentlichung bislang noch klassifizierter UAP-Dokumente leiten und kontrollieren.“

Hintergrund
Bei dem Senator von New York, Chuck Schumer, handelt es sich nicht um irgendeinen US-Senator, sondern um den Mehrheitsführer der demokratischen Partei im US-Senat mit besten und freundschaftlichen Beziehungen auch zu US-Präsident Joe Biden. Die jeweiligen Parteiführer im US-Senat gehören zu den wichtigsten Politikern im politischen System der USA und gleichzeitig auch der sogenannten „Gang of Eight“ an. Diese „Achterbande“ hat Zugang zu streng vertraulichen Informationen über geheime nationale Sicherheitsangelegenheiten und gilt als bestinformierte Politikergruppe in den USA.

Sein Kollege, der Senator von South Dakota, Mike Rounds, fügte hier hinzu:

„Mit diesem Ansatz wollten wir der Verbreitung von Falschinformationen über UAP begegnen.“

„Vor dem Hintergrund, dass wir [parteiübergreifend] als wirklich gutes Team zu dieser Sache (und vielen anderen Angelegenheiten) zusammengearbeitet haben, ist es eine besonders große Enttäuschung, dass sich das Repräsentantenhaus geweigert hat, zu allen wichtigen Punkten des „UAP Disclosure Acts“ im Rahmen der Konferenzen zum Verteidigungshaushaltsgesetz (NDAA) mit uns zusammenzuarbeiten“, so Schumer weiter.

Dennoch seien wichtige Fortschritte erzielt worden:

„Zum ersten Mal wird das US-Bundesarchiv UAP-Dokumente aus allen Behörden und Regierungseinrichtungen zusammentragen und diese, gestützt auf ein rechtliches Mandat und wenn angemessen, auch veröffentlichen. Das ist ein wirklich großer Gewinn für die Regierungstransparenz zu UAP und es bildet eine starke Grundlage für weitere zukünftige Handlungen.“

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In seinem Teil der Rede unterstrich dann Mike Rounds jene Punkte, die ursprünglich ausschlaggebenden Teile des „UAP Disclsoure Act“ (UAPDA) waren, die dann jedoch von einigen republikanischen Senatoren und Abgeordneten verhindert wurden:

„Zum einen sollte es ein vom Präsidenten einberufenes und vom Kongress bestätigtes ziviles und interdisziplinäres Expertengremium geben, dass den Prozess der Veröffentlichung begutachten, kontrollieren, leiten und dem Präsidenten empfehlen sollte, welche UAP-Aufzeichnungen veröffentlicht werden oder auch weiterhin klassifiziert bleiben sollten. Zudem sollte die US-Regierung wieder sämtliches geborgenes UAP-Material und/oder biologische Überreste für sich in Besitz nehmen, die möglicherweise an private Unternehmen vergeben und somit dem Kongress und der Öffentlichkeit entzogen wurden. Hier mangelt es uns derzeit tatsächlich an den Möglichkeiten zur Aufsicht und Kontrolle. Auf diese Weise erfüllen wir derzeit nicht unsere eigentlichen Verpflichtungen.“

Schumer pflichtete dem zu und erläuterte weiter:

„Es ist wichtig, dass wir weiterhin an unseren Plänen für ein präsidiales Kontrollgremium zur Veröffentlichung von UAP-Aufzeichnungen arbeiten. Wir brauchen ein sicheres System für die Entscheidungen in dieser Sache und in der Frage, welche Aufzeichnungen veröffentlicht werden können und welche weiterhin berechtigterweise unter Verschluss bleiben. Das angedachte Model funktioniert schon seit vielen Jahren mit JFK-Akten.“

Gleichzeitig schloss sich Schumer Rounds Kritik am Repräsentantenhaus an:

„Es ist wirklich empörend, dass das House mit uns nicht zur Umsetzung dieses Gremiums zusammengearbeitet hat, obwohl es im Senat dafür parteiübergreifende Zustimmung gab.“

„Das Resultat ist nun, dass die Enthüllung von UAP-Akten weiterhin maßgeblich jenen Regierungseinrichtungen unterliegt, die genau diese Enthüllung seit Jahrzehnten blockieren.

Ich will aber der amerikanischen Öffentlichkeit versichern, dass Senator Rounds und ich weiterhin dafür kämpfen werden, dieses Status quo zu verändern.“

Auch Rounds ermahnte abschließend:

„Wir glauben, dass nicht nur vom Verteidigungsministerium, sondern auch von anderen Behörden mehr Informationen und Daten zusammengetragen wurden. Ein unabhängiges Gremium zur kontrollierten Veröffentlichung dieser Daten könnte falsche Mythen enträtseln und der amerikanischen Öffentlichkeit akkurate Informationen [über UAP/UFOs] zur Verfügung stellen.“

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Recherchequelle: US Senat, Senator Chuck Schumer

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