Vera C. Rubin Observatory könnte erdnahe und ferne UFOs in All detektieren

Blick auf das fast fertige Vera C. Rubin Observatory in Chile. Copyright: VRO/LSST
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Blick auf das fast fertige Vera C. Rubin Observatory in Chile.Copyright: VRO/LSST

Blick auf das fast fertige Vera C. Rubin Observatory in Chile.
Copyright: VRO/LSST

Cambridge (USA) – Noch in diesem Jahr soll das „Vera C. Rubin Observatory“ in Chile mit seiner 3,2 Milliarden-Pixel-Kamera seine wissenschaftliche Arbeit aufnahmen. Dabei könnte das Super-Teleskop dann nicht nur astro-physikalische Phänomene erkunden, sondern auch unidentifizierte, vermeintlich außerirdische technische Objekte im Erdorbit sowie im fernen All orten. Jetzt liegen die genauen Parameter dazu vor, welche Objekte entdeckt werden könnten.

Alle vier Tage wird das Teleskop dann im Rahmen des Programms „Legacy Survey of Space and Time“ (LSST) den gesamten Südhimmel vermessen und dabei wahrscheinlich viele neue interstellare Objekte entdecken. Dabei könnte das Observatorium auch Antworten auf die Frage nach der Existenz eines noch unbekannten großen Planeten im äußeren Sonnensystem – Planet Nine – liefern.

Astronomen wie Prof. Avi Loeb von der Harvard University erhoffen sich zudem von den Beobachtungen neue und hochwertige Daten zu potenziell technologischen außerirdischen Objekten und Artefakten im Sonnensystem – entweder in Form sogenannter interstellarer Objekte, die in unser Sonnensystem eindringen (Bsp. Oumuamua) oder sogar noch aktiver Forschungssonden auch in direkter Erdnähe, kurz: UAP/UFOs.

Aktuell hat Avi Loeb die Parameter dessen, was mit dem Vera Rubin Observatorium detektiert werden könnte, in einem neuen Beitrag auf Medium.com aktualisiert zusammengefasst.

„LSST wird Lichtquellen bis zum Rand des beobachtbaren Universums dokumentieren, aber es würde auch interessante Objekte in der Nähe der Erde erkennen. Lichtquellen, die Lichtmillisekunden entfernt vom Teleskop liegen, könnten interessanter sein als solche, die Milliarden von Lichtjahren entfernt sind“, erläutert Loeb.

Anhand eigener Berechnungen hatte Loeb zunächst aufgezeigt, das mit LSST Objekte auch im niedrigen Erdorbit (Low Earth Orbits, LEOs) detektierten könnte, wenn diese größer als 10 Zentimeter sind und mehr als 10 Prozent des auf sie treffenden Sonnenlichts reflektieren.

Neue Werte
Das LSST-Team hatte diese Werte nun kürzlich noch verfeinert. Die neuen Werte legen nun nahe, dass sämtliche LEOs, die größer sind als ein Meter und mehr als 0,1 Prozent des Sonnenlichts reflektieren von LSST detektiert werden können.

„Neben Satelliten und Weltraumschrott könnte diese Population von nachweisbaren Objekten auch unidentifizierter anomale Phänomene (UAPs) in der Erdatmosphäre beinhalten“, so Loeb und erklärt weiter: „UAP können eine Vielzahl von Erscheinungsformen haben, darunter ungewöhnliche Lichter, seltsame Bewegungsmuster oder andere unerklärliche Merkmale. Diese Phänomene haben oft eine hohe Sichtbarkeit und ziehen daher häufig das Interesse von Forschern, Medien und der Öffentlichkeit auf sich. Obwohl viele UAP-Sichtungen später auf konventionelle Erklärungen zurückgeführt werden können, bleiben einige Fälle ungelöst und stellen weiterhin ein wissenschaftliches Rätsel dar. (…) Selbst wenn nur eines von einer Million UAP in der LSST-Datenpipeline den Anschein erweckt, außerirdisch technologischer Herkunft zu sein, hätte dessen Identifizierung ein gewaltiges wissenschaftliches Gewicht.“

Die 3,2 Milliarden Pixel Kamera des LLST des Vera C. Rubin Observatory in Chile. Copyright: www.lsstcorporation.org

Die 3,2 Milliarden Pixel Kamera des LLST des Vera C. Rubin Observatory in Chile.
Copyright: www.lsstcorporation.org

Während kleinere Objekte auch mit dem Vera Rubin Obersatory schwerer zu entdecken wären, könnten etwas größere Objekte schon einfacher gefunden und analysiert werden. Hierzu betreibt auch Loebs eigenes „Galileo Project“ die Suche mit erdgestützten Teleskopkameras, die Objekte von Satellitengröße abbilden können. Im laufenden Jahr sollen zwei weitere Stationen hinzukommen.

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Hintergrund: ‚Oumuamua
Auf die Frage, ob mit dem Vera Rubin Teleskop auch noch neue Erkenntnisse zum interstellaren Objket ‚Oumuamua gewonnen werden können, erläuterte Prof. Avi Lobe gegenüber GreWi-Hrsg. Andreas Müller: „Leider ist ‚Oumuamua nicht mehr sichtbar, da es jetzt 3 Milliarden Mal schwächer ist als bei seinem nahen Vorbeiflug an der Erde. Seine Entfernung beträgt derzeit 6 Milliarden Kilometer von der Erde.“

„Weiter entfernt von der Erde, aber immer noch innerhalb der Umlaufbahn der Erde um die Sonne, wird das LSST empfindlich für interstellare Objekte sein, die größer sind als das Musks „Starship“ oder das interstellare Objekt ‚Oumuamua. Gemeinsam mit meinem Postdoc, Richard Cloete, entwickeln wir derzeit eine Software, die uns dabei helfen wird, das Sonnenlicht zu entdecken, das von solchen Objekten etwa einmal im Monat reflektiert wird“, erläutert Loeb weiter. „Wenn bestimmter Weltraumschrott von fortschrittlichen technologischen Zivilisationen geschaffen wurde, könnten die Rubin- und Galileo-Observatorien sie finden. Unsere eigenen Voyager-Raumsonden haben eine Entfernung von 24 Milliarden Kilometern von der Erde erreicht. In einer Entfernung, die hunderttausendmal größer ist und den Rand der Oortschen Wolke repräsentiert, gibt es mehr interstellare Objekte als Objekte im Sonnensystem.“

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Erster Austausch zw. UFO-Studiengruppe der NASA, UAP-Professor und Navy-Pilotin 25. Oktober 2022
Wir brauchen ein Megapixel-UFO-Foto 4. August 2021

Recherchequelle: A. Loeb

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