Verlassen Elizondo, Justice und Mellon die “To The Stars Academy”?

Die Gründungsmitglieder Luis Elizondo (l.), Chris Mellon (m.) und Steve Justice (r.). Bildquelle: tothestarsacademy.com
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Die Gründungsmitglieder Luis Elizondo (l.), Chris Mellon (m.) und Steve Justice (r.). Bildquelle: tothestarsacademy.com

Die Gründungsmitglieder Luis Elizondo (l.), Chris Mellon (m.) und Steve Justice (r.).
Bildquelle: tothestarsacademy.com

Las Vegas (USA) – Im Herbst 2017 mit dem Ziel der Enthüllung und Erforschung außerirdischer Technologien von dem Punk-Rock-Sänger Tom DeLonge gegründet, beruft sich die „To The Stars Academy“ (TTSA) tatsächlich auf namhafte Gründungsmitglieder. Jetzt verdichten sich Gerüchte, dass drei der hochrangigsten Mitstreiter, der einstige Leiter des UFO-Forschungsprogramms des Pentagons Luis Elizondo, der ehemalige Regierungswissenschaftler Steve Justice und der US-Geheimdienstler Chris Mellon die die TTSA verlassen werden.

Einen ersten Hinweis auf die anstehenden tief greifenden Veränderungen an der TTSA gab Luis Elizondo in einem Interview mit dem US-Ufo-Journalisten George Knapp (auf CoastToCoast.com) als Antwort auf dessen Frage zu Gerüchten, wonach im kommenden Januar mit einer wichtigen Bekanntmachung durch die „Academy“ zu rechnen sei:

„Nun, ich kann nicht für die TTSA sprechen. Dazu müssen Sie bei der TTSA selbst nachfragen. Ich selbst kann aus meiner Perspektive sagen, dass ich meine Freunde an der TTSA sehr schätze. Es sind unglaubliche Menschen, aber meine Mission war immer schon sehr klar: Ich wollte die (UFO-)Disclosure vorantreiben. (Anm. GreWi: Unter dem Begriff „Disclosure“ bezeichnet die offizielle Enthüllung des geheimen Wissens der US-Regierung über unidentifizierte Flugobjekte.)

Wenn ich zurückblicke, so denke ich, dass wir in den vergangenen drei Jahren einiges von diesem Ziel erreicht haben. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass sich die TTSA auch auf seine Unterhaltungs-Sparte konzentriert. Wenn wir nun aber mal ehrlich sind: Leute wie Chris Melon, Steve Justice und ich, wir sind nun wirklich keine Entertainer.“

Hintergrund

– Luis Elizondo steht den Academy-Programmen für “Sicherheit und besondere Aufgaben” vor. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter arbeitete zuvor für die U.S. Army, das Verteidigungsministerium, die National Counterintelligence Executive und den Director of National Intelligence. Als ehemaliger Special Agent In-Charge und Case Officer war er weltweit für Aufklärungsprogramme und Missionen verantwortlich. Über zehn Jahre lang war er Leiter einer Abteilung zur Identifikation von Bedrohungen im Luft- und Weltraum (Advanced Aerospace Threat Identification Program, AATIP), innerhalb des US-Verteidigungsministeriums, die sich auch auf “unidentifizierte Luftraum-Technologien” konzentrierte.

– Steve Justice steht bei der TTSA der Abteilung Luft- und Raumfahrt (Aerospace) vor. Zuvor hatte Justice an fortgeschrittenen Technologien in der Luftfahrt- und Rüstungsindustrie gearbeitet. 31 Jahre lang war er “Program Director” der sog. “Skunk Works”-Abteilung, einer Einrichtung für fortgeschrittene Systeme bei Lockheed Martin, die vor allem in der US-militärischen sowie zivilen Luftfahrt als auch in der Raumfahrt und Raketentechnologie aktiv ist.

 

– Mit Chris Mellon steht der „Academy“ ein erfahrener Politikwissenschaftler zu “National Security Affairs” als Berater zur Verfügung. Mellon arbeitete 20 Jahre für die US-Bundesregierung, darunter u.a. als “Deputy Assistant Secretary of Defense for Intelligence” unter Clinton und Bush und als “Minority Staff Director of the Senate Select Committee on Intelligence”. Er ist Autor zahlreicher Artikel zu Politik und nationaler Sicherheit und wurde bereits mehrfach vom Verteidigungsministerium und US-Geheimdiensten ausgezeichnet.

…Lesen Sie hier den vollständigen GreWi-Hintergrundartikel zur TTSA

„Ich denke, wir haben in drei Jahren mehr erreicht, als sich zuvor irgendjemand hätte vorstellen können. Jetzt ist es aber Zeit, sich neu auszurichten. Es ist wie bei einem Auto: Nach dem ersten, muss man irgendwann auch mal in den zweiten Gang schalten. Wir haben genügend Schwung und Kraft, den nächsten Gang einzulegen und vorwärtszukommen. Leute wie ich suchen nach neuen und spannenden Wegen, die Konversation (über UFOs) auf ein noch größeres Publikum auszuweiten, um so das eigentliche Kernziel der Disclosure zu verfolgen.“

Tatsächlich kann sich die TTSA-Initiative mit Recht auf die Fahnen schreiben erreicht zu haben, was andere UFO-Forscher und Disclsoure-Aktivisten in Jahrzehnten nicht gelungen war: Die offizielle Freigabe und Bestätigung von Informationen über zuvor geheime UFO-Forschungsprogramme des US-Verteidigungsministeriums und dreier von US-Navy-Piloten aufgezeichneten UFO-Videos. Auch die Gründung einer neuen UAP-Task-Force (UAPTF) zur Untersuchung “unidentifizierter Phänomene im Luftraum” (Unidentified Aerial Phenomena = UAP = die neue Sprachregelung der US-Regierung für den Begriff UFO, also Unidentified Flying Object), dürfte eine Folge der Bemühungen und Kontakte vor allem von Steve Justice und Chris Melon sein. Unbestätigten Information zufolge waren Elizondo, Justice und Melon sogar an offiziellen Briefings hochrangiger Politiker des US-Repräsentantenhauses und Senats beteiligt.

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Auf Knapps Frage, ob sich Elizondo vorstellen könne, wieder für die US-Regierung, etwa für die neue UAPTF zu arbeiten, erklärte Elizondo, er selbst müsse einen solchen Schritt zunächst mit seiner Familie klären. In einem solchen Fall wolle er die Untersuchungen dann aber anders führen als das zuvor von ihm geführte “Advanced Aerospace Threat Identification Program” (AATIP), welches er nach eigenen Aussagen u.a. aus Enttäuschung über das eingeschränkte Engagement der Regierung verlassen hatte. Ein neuer Ansatz sollte der Öffentlichkeit gegenüber offener gestaltet werden, um so die Hindernisse einzureißen, die das UFO-Sitgma immer noch erzeuge. Das widerum klingt eher danach, als müsse sich Elizondo nach einer zivilen Form der UFO-Forschung umsehen.

Es bleibt also abzuwarten, in welcher Form oder auch Organisation sich Elizondo, Justice und Mellon zukünftig engagieren werden.




…GreWi wird berichten.

(Anm. GreWi: Bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung lag noch keine offizielle Stellungnahme von Seiten der TTSA vor.)

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