Vize-US-Verteidigungsministerin übernimmt Aufsicht über UFO-Untersuchungsbehörde AARO

Die stellvertretende US-Verteidigungsministerin Kathleen Hicks neben dem bisherigen offiziellen Signet der „All-Domain Anomlay Resolution Office“ (AARO). Copyright/Quelle: US Department of State / AARO (Kollage: grewi.de)
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Die stellvertretende US-Verteidigungsministerin Kathleen Hicks neben dem bisherigen offiziellen Signet der „All-Domain Anomlay Resolution Office“ (AARO).Copyright/Quelle: US Department of State / AARO (Kollage: grewi.de)

Die stellvertretende US-Verteidigungsministerin Kathleen Hicks neben dem bisherigen offiziellen Signet der „All-Domain Anomlay Resolution Office“ (AARO).
Copyright/Quelle: US Department of State / AARO (Kollage: grewi.de)

Washington (USA) – Seit der Neuformierung der vorigen US -UFO-Untersuchungseinheiten (UAPFT und AOIMSG) zur „All-Domain Anomlay Resolution Office” (AARO) im Juli 2022 unterstand die UFO/UAP-Untersuchungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums dem Unterstaatssekretär für Geheimdienste und Sicherheit (Under Secretary of Defense for Intelligence & Security, USD(I&S) Ronald S. Moultrie unterstellt. Seither verzögerten sich die vom US-Kongress eingeforderten Berichte und Vorgaben für mehr öffentliche Transparenz. Offenbar um hier Abhilfe zu schaffen, wurde das AARO nun keiner Geringeren als der stellvertretenden US-Verteidigungsministerin Kathleen Hicks unterstellt, die zugleich die Veröffentlichung einer neuen Webseite und öffentlichen UFO/UAP-Online-Meldeplattform angekündigt hat.

Wie das US-Verteidigungsportal DefenseScoop.com exklusiv berichtet, hat Hicks bereits vor rund einem Monat die Über- und Aufsicht über die Arbeit AARO übernommen und treffe sich auf wöchentlicher Basis zum Austausch mit deren Leiter Dr. Sean Kirkpatrick, der selbst nun ebenfalls direkt der Vize-Verteidigungsministerin unterstellt wurde.

Offenbar folgte dieser Schritt auf sich anstauender Verzögerungen in der Art und Weise, wie die AARO den Vorgaben des US-Kongresses nur verzögernd nachkam. So liegt ein eigentlich für Ende Juni eingeforderter aktueller Arbeitsbericht der AARO bis zum heutigen Datum immer noch nicht vor. Zudem verfügt die AARO bis heute noch nicht einmal über eine offizielle Kontakt-Emailadresse, geschweige denn über die ebenfalls vom Kongress bis Juni 2023 eingeforderte öffentliche Webseite und ein öffentliches UAP/UFO-Meldeportal, über das auch normale US-Bürger (und nicht nur wie bisher, Mitglieder der US-Streitkräfte und Gehiemdienste) Sichtungen unidentifizierter Flugobjekte und anomaler Phänomene im Luftraum, im All und unter Wasser (UFOs/UAP) an die Behörde melden können. Auch der im Juli 2022 gestartete Twitter(„X“)-Account ist nach zwei belanglosen Einträgen verwaist.

Laut Informationen, die DefenseScoop.com durch einen Pentagonsprecher vorliegen, habe Hicks auch schon kurz- bis mittelfristige Pläne für das AARO. Demnach solle die öffentliche Webseite der AARO binnen einer Woche, vielleicht sogar schon heute online gehen. (Anm. GreWi: Im DefenseScoop-Artikel, der am 30. August, also einem Mittwoch erschien, ist von Thursday, also Donnerstag, die Rede. Unklar ist jedoch, ob damit der 31. August, also heute oder der nächste Donnerstag gemeint ist. GreWi wird berichten…)

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Laut den DefenseScoop.com vorliegenden Informationen soll die AARO Webseite regelmäßig über die Arbeit und Aktivitäten der UAP/UFO-Untersuchungsbehörde unterrichten. Hinzu sollen Fotos, Video und andere Medien zu UFO-Sichtungen deklassifiziert und über die Webseite veröffentlicht werden. Auch soll die Webseite über ein sicheres Meldeportal für UFO/UAP-Sichtungen verfügen, das im Oktober an den Start gehen soll und zunächst nur ehemaligen und aktiven Mitgliedern der US-Regierung, Streitkräfte und Geheimdienste sowie Regierungspartner zur Verfügung stehen, die direkten Kenntnis über UFO-Programme haben, die bis 1945 zurückgehen. Die zivile Öffentlichkeit wird dann erst in einer weiteren Phase die Möglichkeit haben, UFO-Sichtungen über das System zu melden.

„Ich glaube, dass Transparenz eine entscheidende Komponente der Arbeit von AARO ist, und ich verpflichte mich, AAROs Entdeckungen mit dem Kongress und der Öffentlichkeit zu teilen, dies im Einklang mit unserer Verantwortung, kritische nationale Verteidigungs- und Geheimdienstfähigkeiten zu schützen.“, so Hick gegenüber dem Portal.

Bislang habe das AARO seine operativen Möglichkeiten noch nicht vollständig ausgeschöpft. Man hoffe jedoch, dass dies im kommenden Jahr der Fall sein werde, so die Vize-Außenministerin weiter.

Den Grund für die aktuelle Priorisierung der AARO auf höchster politischer Ebene erläutert Hicks gegenüber DefenseScoop.com wie folgt:

„Das [Verteidigungs-]Ministerium nimmt UAP [UFOs] ernst, weil UAP eine potenzielle Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellen. Sie bergen auch Sicherheitsrisiken und gefährden potenziell unser Personal, unsere Ausrüstung, Stützpunkte und die Sicherheit unserer Operationen. Das Verteidigungsministerium konzentriert sich über AARO darauf, UAP besser zu verstehen und unsere Fähigkeiten zur Erkennung, Sammlung, Analyse und letztendlich zur Lösung von UAP zu verbessern, um strategische Überraschungen zu verhindern und unsere Streitkräfte, Operationen und Nation zu schützen.“

Laut Hicks habe das AARO „bedeutende Schritte“ unternommen, um Transparenz und Vertrauen gegenüber der US-Bevölkerung, dem Kongress, dem eigenen Ministerium und den Geheimdiensten herzustellen, um UFOs bzw. UAP und deren Untersuchung zu gewährleisten.

„AARO arbeitet auch daran, die Berichterstattung über UAP zu standardisieren und zu entstigmatisieren sowie Berichte über aktuelle und historische Ereignisse gründlich zu analysieren. Wir haben immer noch einen langen Weg vor uns, aber ich habe AARO beauftragt, sich aggressiv darum zu bemühen, seine Ergebnisse so weit wie möglich dem Kongress und wann immer möglich, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Auf die Frage, wie groß die Sorge sei, dass es sich bei „einigen UAP-Vorfällen um fortschrittliche Plattformen potenzieller Gegner der USA, wie etwa China oder Russland handele, erklärte die stellvertretende US-Verteidigungsministerin gegenüber DefenseScoop-com abschließend, das US-Verteidigungsministerium habe potenzielle Bedrohungen neuer Technologien, wie sie auch von möglichen Feinden entwickelt werden könne, stets im Blick.

„Deswegen nimmt das Ministerium UAP auch ernst. Wir müssen diese UAP, die Verhaltensweisen zeigen, die von unseren Sensoren oder Beobachtern nicht leicht verstanden werden, verstehen, um sicherzustellen, dass sie keine Bedrohung für unser Land darstellen.“

GreWi-Kommentar…
Die Übernahme der Aufsicht der US-UFO-Untersuchungsbehörde durch die Nummer Zwei des US-Verteidigungsministeriums stellt einen weiteren Schritt dar, der die Bedeutung des Phänomens in den USA auf allerhöchster politischer Ebene verortet. In Deutschland ist man davon leider noch weit entfernt. Man stelle sich nur einmal vor, GreWi könne morgen darüber berichten, dass die den Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius vertretenden Staatssekretärin Siemtje Möller oder deren Kollege Thomas Hitschler die Aufsicht über eine offizielle deutsche UFO-Forschungsstelle übernehmen würden…

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Recherchequelle: DefenseScoop.com, US Gov., eigenen Recherchen grenzwissenschaft-aktuell.de

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