Chichen Itzá: Archäologen finden das Wassernest der Himmelschlange

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Die größte Chichen-Itzá-Pyramide “El Castillo”, auf deren Spitze sich der Tempel des Kukulcàn befindet.

Copyright: W. Anderhub

Chichen Itzá (Mexiko) – Mexikanische Archäologen haben unmittelbar unter dem – für sein Licht- und Schattenspiel einer die Gebäudestufen hinuntergleitenden Schlange bekannten – Tempel des Kukulcàn (bzw. Quezalcoatl) innerhalb der heutigen Maya-Ruinenstadt Chichen Itzá auf Yucatán eine natürliche Doline entdeckt.

Wie die Forscher um René Chávez von der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) aktuell berichten, stießen sie auf den natürlichen Wasserspeicher im Kalksteingrund anhand von topografischer  3D-Scans die mittels 96 rund um die Pyramide platzierten Elektroden erzeugt wurden. Sie vermuten, dass die Stufenpyramide “El Castillo” absichtlich über der Doline errichtet wurde. Die Struktur habe einen Durchmesser von 35 Metern und eine Tiefe von 20 Meter. Der Pyramidentempel erhebe sich außerhalb der der Ecken dieser natürlichen Wasserkammer, weshalb keine Gefahr einer Einsturzes der Pyramide bestehe.

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Schon zuvor hatten die Archäologen und Geologen eine Quelle unterhalb der Pyramide “El Osario” entdeckt und vermuten nun, dass beide Gewässer durch einen unterirdischen Tunnel miteinander verbunden sein könnten. Interessanterweise bedeutet der Name Chichen Itzá im Maya-Dialekt ihrer Erbauer, die sich selbst als Itz´a bezeichneten, “Am Rande des Brunnens der Itzá”.

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Grafische Umsetzungen der Messergebnisse

Quelle: unam.mx

Im kommenden Oktober wollen die Forscher im Rahmen einer zweiten Feldstudie das Innere der Kukulcàn-Pyramide (El Castillo) und so die einzelnen Bauphasen rekonstruieren. Hierbei soll dann auch nach dem vermuteten unterirdischen Tunnel zwischen den Gewässern gesucht werden.

Hintergrund
Auf der Spitze der sogenannten El-Castillo-(Die Burg)-Pyramide befindet sich der sechs Meter hohe Tempel des Kukulcán und damit der Schlangengottheit der Maya, deren Name sich inhaltlich mit dem des bekannten toltekischen Quetzalcoatl deckt.

Zweimal im Jahr, jeweils zur Tagundnachtgleiche und einige Zeit davor und danach, versinkt bei Sonnenuntergang eine Seite der Pyramide fast vollständig im Schatten. “Dann wird nur noch die Treppe von der Sonne angestrahlt und auf sie projizieren sich die Stufen der Pyramide. Dieses aus Licht bestehende Band vereint sich schließlich für kurze Zeit mit einem Schlangenkopf am Fuß der Pyramide und stellt so eine gefiederte Schlange dar. Es sei nicht nachweisbar, dass dieser beeindruckende Effekt von den Maya gleich interpretiert wurde und noch weniger, dass er beim Bau der Pyramide beabsichtigt war, ist ein Teil der Meinungen. Andere Quellen sprechen davon, dass der Effekt errechnet wurde.” (Quelle: Wikipedia)

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