Zauberkünstler als Begutachter einer spiritistischen Séance: “Kein Bühnenmagier der Welt kann so etwas”


Archivbild: Während einer Séance tritt zwischen dem Medium Kai Mügge und einem Sitzer sogenanntes Ektoplasma aus.

Copyright: K. Mügge / Felix-Zirkel

Hanau (Deutschland) – Immer wieder lädt Kai Mügge, der als Medium des spiritistischen “Felix-Zirkels” wirkt, neben Wissenschaftlern auch professionelle Zauberkünstler und Trickmagier zu seinen Séancen ein, um die dabei immer wieder auftretenden, teil extremen Erscheinungen und Phänomene begutachten zu lassen und darauf zu prüfen, ob nicht doch Techniken aus dem bühnenmagischen Repertoire verwendet werden. Kürzlich tat dies der Zauberkünstler “J.C.Secret” (Pseduonym) und berichtet über seine Beobachtungen.

Wie Kai Mügge auf seiner Webseite berichtet, ist “Jean Claude Secrets” (Pseudonym, der echte Künstlername ist GreWi bekannt) ein 36-jähriger hauptberuflicher Schweizer Zauberkünstler, der seit fast 20 Jahren weltweit von führenden Schweizer Pharma-Riesen, Deutschen Top-Unternehmen, sowie regelmäßig von Schweizer und Deutschen Fernsehformaten gebucht wird: “Jean Claude studiert die vielen Aspekte der Zauberkunst seit seinem 10. Lebensjahr, ist Kosmopolit und ein hauptberuflicher Zauberprofi, der von seiner Kunst gut leben kann.”

Hintergrund: Kai Mügge und der Felix-Zirkel
2004 gründete der Sozialpädagoge und Filmemacher Kai Mügge (s. Abb. l.) eine Experimentalgruppe für Séance-Raum-Phänomene. Was als Filmprojekt begann, wurde zu einem einzigartigen Langzeitprojekt. Nach fünf Jahren erzielt die Gruppe regelmäßige positive experimentelle paranormale Ergebnisse. Vor nationalen, sowie internationalen Gästen hat der Zirkel bereits viele seiner Ergebnisse demonstriert.

Im Januar 2018 besuchte “Jean Claude”, auf die Vermittlung eines Freundes hin, eine Séance des Felix Zirkels. Während er das Geschehen als sogenannter Sitzer erlebte, durfte der vermittelnde Freund das Medium während des ganzen Geschehens vor dem Kabinett sitzend halten und so kontrollieren.

www.grenzwissenschaft-aktuell.de
+ HIER können Sie den täglichen kostenlosen GreWi-Newsletter bestellen +

Im folgenden veröffentlicht GreWi (mit freundlicher Genehmigung von Kai Mügge) das Statement von “J. C. Secret” im unkommentierten Original:

Ich habe das Ganze als sehr herzlich erlebt. Erstmal das Beisammensitzen oben in der elterlichen Wohnung, es gab ein paar Snacks, die Mutter hat sich liebevoll dazu gesellt und was mir besonders positiv aufgefallen ist, dass Kai jeder Person einzeln herzlich gedankt hat, nachdem diese sich vorgestellt hat, dass sie heute da ist und sich Zeit genommen hat. Immer mit gefalteten Händen ‘danke, dass Du da bist‘, gesagt – das fand ich sehr, sehr schön. Ich fand es außerdem positiv, dass Kai unterstrich, wie wichtig es sei, dass die Gruppe sich wohlfühle und eine gute positive Gruppendynamik entstehe, und wie sich das auf die Séance auswirkt, dass jeder eine gute Motivation mit einbringe.

Die Seance selber – ich kannte das bis jetzt ja nur aus Filmen – fand im Haus der Familie statt, die das seit Jahren betreibt.

DIE PHÄNOMENE

Phänomen: Berührungswellen gehen über die Sitzer im Raume in unterschiedlichen Graden an Komplexität.
Kommentar J.C.S.: Die vielen Berührungen in der Dunkelheit, so etwas kennt man in Zaubershows nicht, und da war ich mir noch nicht sicher, was wirklich vor sich geht.

Phänomen: Leuchtendes Taschentuch wird von Sitzer in den Raum gehalten und im Gegenlicht sichtbare Hände beginnen darauf zuzugreifen (Medium und alle Sitzer sitzen in Handkette, es sind keine Hände frei im Raume), zu zupfen, zu ziehen und letztendlich es zu ergreifen und durch den Raum zu einem anderen Sitzer zu tragen…
Kommentar J.C.S.: Dann das Tuch, das könnte zwar auch in Zaubershows schweben, von A nach B, aber nicht, wenn es jemand festhält (Halten durch einen Sitzer), und wenn aus allen Richtungen das Tuch von Schatten, die man sieht, in Bewegung gebracht wird, das ist so gut wie unmöglich. Ein Tuch schweben lassen von A nach B würde man hinkriegen (bühnenmagisch), aber dass das einer der Sitzer festhält und es hin und her bewegt und gezogen wird, das ist nicht mehr möglich, vor allem das Ziehen, da bräuchte man eine Anglerschnur, weil die normalerweise äußerst dünnen üblichen Fäden reißen. Hier aber hat man ja die Handschatten gesehen, die an dem Tuch gezogen haben.

Phänomen: Eine bläulich leuchtende Kugel beginnt aus dem Kabinett zu schweben und fliegt bis in die Mitte des Raumes, während das Medium aus dem Kabinett heraus mit den Sitzern spricht…
Kommentar J.C.S.: Ebenso die leuchtende schwebende Kugel, die aus dem Kabinett kam, da bedürfte es eines ganzen Fadensystems an der Decke, um das zu steuern. Meinem Wissen nach befand sich kein solches System an der Decke, ansonsten ist sowas nicht möglich.

– Lesen Sie HIER das GreWi-Spezial zum Thema –
Physikalischer Spiritualismus bzw. Mediumismus heute

Phänomen: Ein Sitzer nimmt im Schneidersitz im Rotlicht vor dem Medium Platz und untersucht seine Hände. Dann formt der Sitzer mit seinen beiden Händen ein Gefäß und hält es unter die leeren Hände des Mediums. Dann fallen sichtbare Gegenstände aus diesen.
Kommentar J.C.S.: Der Handapport war auch richtig stark. Eigentlich wie ein Zauberkünstler hatte er seine Ärmel oben und seine Handflächen gezeigt, das macht ein Bühnenmagier zwar, um zu zeigen, ich habe nichts in den Ärmeln versteckt, dann habe ich aber ganz genau hin gekuckt, wie Kai das wohl macht: Es gibt keine rationale Erklärung dafür, das war unfassbar gut, ein absolutes Highlight und mir ein Rätsel, wie man sowas macht. Da gibt es auch nichts mehr hinzuzufügen, keine Möglichkeit das zu faken, kein Bühnenmagier der Welt kann sowas!

 

Phänomen: Direkt nach den Handapporten, ohne eine weitere Dunkelphase, fällt dem Medium das Sprechen plötzlich schwer und sein Mund, sowie alle anderen Öffnungen seines Kopfes füllen sich mit unterschiedlichen Objekten. Die Sitzer gleiten schnell von ihren Stühlen und nehmen direkt vor dem Medium am Boden Platz. Julia bescheint sein Gesicht mit weißem Licht. 52 kleine Edelsteine generieren sich so. Unter anderem fielen an diesem Abend mindestens acht Objekte aus den Augen des Mediums
Kommentar J.C.S.: Die Steine aus den Gesichtsöffnungen, vor allen Dingen aus den Augen und zwei sehr große aus der Nase, das war sehr überzeugend. Das kriegt man bühnenmagisch so nicht hin, es gibt zwar Zaubertricks, wo etwas aus dem Auge herauskommt, aber nicht in der Form und nicht so krass.

Filmbeleg für Materialisation von Steinen aus den Kopföffnungen des Mediums während einer anderen Séance (nicht mit J.C.S)

Phänomen: Ektoplasma fließt langsam in einem langen Strang aus dem Mund des Mediums. Am Ende des Stranges bildet sich eine Hand, die in der Folge eigenbeweglich gestikuliert…
Kommentar J.C.S.: Das erste Ektoplasma, das sich zuerst zu einer Hand formt, die dann immer weiter herauskommt…- spätestens bei den Eigenbewegungen, die die Hand vollzog, hört es auf (mit den Möglichkeiten der Bühnenmagie).

Filmbeleg für die Materialisation von sog. Ektoplasma während einer anderen Séance (nicht mit J.C.S)

Phänomen: Große Mengen Ektoplasma treten aus dem Mund des Mediums aus und sammeln sich am Boden. Eigenbewegungen des sich ganz vom Medium getrennt habenden Plasmas werden von allen in hellem Rotlicht beobachtet. Teile davon bewegen sich am Körper des Mediums hinauf…
Kommentar J.C.S.: Das mehr wattige, zweite Ektoplasma, das aus dem Mund austrat, das ist unmöglich zu imitieren, alleine das Volumen – auch so etwas aus dem Magen hervor zu würgen, ich glaube nicht, dass so etwas machbar wäre. Auch so, wie die Masse sich dann bewegte, und am Medium sich hocharbeitete, so etwas zu imitieren, wäre denkbar, wenn man sich einzelne Aspekte des Geschehens herausnimmt, aber im Ganzen unmöglich!

 

RÉSUMÉE
So etwas Krasses habe ich noch nie erlebt. Ich war zum Beispiel in Las Vegas bei David Copperfield und auch bei anderen Bühnen-Magiern und die machen ja oft große Illusionen, das ist ja hier ganz anders. In der Séance waren wir ja hautnah am Medium, die Phänomene spielten sich direkt an unseren eigenen Körpern ab. Also nein, unerklärlich.

Das Geschehen hat in mir großes Staunen ausgelöst, auch jetzt Wochen danach, denke ich, das ist ja wirklich unglaublich, dass so etwas existiert. Ich fand es eine wahnsinnige Erfahrung.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Mediales Schreiben: Neuroscans belegen veränderte Hirnaktivität während des Kontakts zur Anderswelt 23. November 2013
Wissenschaftler wollen kontrollierte Beweise für spiritistische Seance-Phänomene erbringen 7. Juni 2013
Spiritistischer Apport: Jenseitsbotschaft von Albert Hofmann 7. April 2009

© grenzwissenschaft-aktuell.de