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Forschungskamera filmt Überflug eines Hessdalen-Phänomens

Hessdalen (Norwegen) – Nachdem es in den vergangenen Jahren etwas ruhiger um die Lichtphänomene im norwegischen Hochtal Hessdalen geworden ist, konnte eine der dort platzierten Forschungskameras kürzlich erneut einen Kandidaten anschauliches Beispiel für die Hessdalen-Phänomene filmen.

Standbild mit Ausschnittsvergrößerung aus der Aufnahmen „Ascending Light“ vom 25.12.2025.Copyright: Project Hessdalen
Standbild mit Ausschnittsvergrößerung aus der Aufnahmen „Ascending Light“ vom 25.12.2025.
Copyright: Project Hessdalen

Wie die Forschenden des Hessdalen-Project aktuell auf ihrer Webseite noch vorsichtig berichten, sei die Auswertung und Beurteilung der Aufnahme noch nicht gänzlich abgeschlossen. Nach der spektakulären Aufnahme eines Hessdalen-Phänomens im Sommer 2007 (siehe „Hintergrund“-Video) stellt die neue Videoaufnahme dennoch eine der interessanteren Aufnahmen seither dar.

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Ein aufsteigendes Licht

Aufgenommen wurde der aktuelle Film am 25. Dezember 2025 mit der CAM2-Kamera auf der sogenannten „Blue Box“, einer Forschungsstation des Projekts, das große Teile der Umgebung im Blick zahlreicher Instrumente hat. Das Video zeigt, wie plötzlich (ab Timecode: 00:08) in einem Wäldchen im Vordergrund ein Licht erscheint, das schnell an Höhe zu gewinnen scheint und – offenbar dem Gelände folgend – eine bergauf gerichtete Flugbahn einnimmt. Dabei ist das Licht derart hell, dass es mancherorts auch seine unmittelbare Umgebung zu erhellen scheint.

Leider wurde das Licht von anderen Kameras auf der Blue Box, etwa der SkyCam-6 des „Interdisziplinären Forschungsnetzwerk für Extraterrestrik“ (IFEX) an der Universität Würzburg (…GreWi berichtete) nicht aufgezeichnet, weil es sich gerade knapp außerhalb deren Sichtausschnitts befand.

Hintergrund
Bei den Hessdalen-Phänomenen handelt es sich um meist mehr oder weniger kugelförmig erscheinende Lichtphänomene, die über die Landschaft fliegen, bereits von hunderten Augenzeugen beobachtet und zahlreich auf Foto und Film gebannt wurden. Teilweise kam es zu 20 Sichtungen innerhalb von nur einer Woche. 1983 wurde mit „Project Hessdalen“ dann ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, an dem sich jedes Jahr auch Studenten im Rahmen eines „Science Camps“ beteiligen (…GreWi berichtete) und währenddessen es 2007 zur bislang spektakulärsten dokumentierten Beobachtung des Hessdalen-Phänomens kam, wie sie auch auf Film gebannt werden konnte.

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Erklärungsansätze

Angesichts der Aufnahmen werden derzeit zunächst auch mögliche profane Erklärungen für das „aufsteigende Licht“, dessen Größe die Forschenden anhand von Vergleichsobjekten in der Gegend auf etwa 50 Zentimeter Durchmesser schätzen.

Zwar erinnere die Flugbahn an die einer dem Terrain folgenden Drohne, doch kehre diese Drohne nicht erkennbar an ihren Ausgangspunkt zurück. Auf weiteren Aufnahmen sei zudem keine Aktivität zu erkennen, die auf ein Abholen oder Einsammeln einer solchen Drohne hindeuten. Zudem zeigen die Aufnahmen auch nicht die typische und erforderliche Beleuchtung einer solchen Drohne. Auch ein Auto oder Schneemobil schließen die Forschenden aufgrund des Kurses des Objekts derzeit eher aus. Zum einen gibt es keine dem Kurs folgenden Wege und Straßen. Zum anderen zeigen Aufnahmen von Schneemobilen andere Eigenschaften als das neue Video. Ein weiterer Grund gegen diese Hypothese sei der Umstand, dass das Licht teilweise vor hohen Baumwipfeln oder deutlich darüber passiert. Das fortwährende Erscheinungsbild des Lichts spreche auch gegen einen Kamerainternen Effekt oder Bildartefakte (bspw. sogenanntes Ghosting). Natürlich wurde auch die Möglichkeit einer sog. Himmelslaterne diskutiert (kleine, von einem Brandsatz feuerte und dann frei fliegenden Heißluftballons). Allerdings erscheint auch hier die Flugbahn, vermeintlich ungehindert durch Baumbestand, eher unwahrscheinlich. Obwohl es in Norwegen kein grundsätzliches Verbot für den Besitz oder den Betrieb von Himmelslaternen gibt, weisen lokale Behörden und Zivilschutz immer wieder auf die mit den unkontrolliert fliegenden Feuern einhergehende hohe Brandgefahr hin. Völlig auszuschließen, ist ein solcher Flug jedoch nicht.

Stattdessen passe sowohl die Größe als auch das beobachtbare Verhalten sowie die visuelle Erscheinung des Lichts im Video zu den historischen Beobachtungen und Beschreibungen zahlreicher typischer Hessdalen-Phänomene.

– Weitere Informationen und Ansichten zum Fall finden Sie auf der Webseite von Project Hessdalen

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
SkyCAM-6: IFEX installiert neue KI-Kamera zur Erforschung der Hessdalen-Phänomene in Norwegen 29. März 2024
Neue Forschungsstation für das Hessdalen-Phänomen 10. April 2018

Quelle: Project Hessdalen, eigene Recherchen GreWi.de

© grenzwissenschaft-aktuell.de

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Andreas Müller
Fachjournalist Anomalistik | Autor | Publizist
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