USA: Laienforscher finden möglichen Steinkreis am Grund der Großen Seen

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Künstliche Steinsetzungen am Grund der Mackinacstraße zwischen dem Huron- und dem Michigansee? Copyright: Terri Wilkerson

Künstliche Steinsetzungen am Grund der Mackinacstraße zwischen dem Huron- und dem Michigansee?
Copyright: Terri Wilkerson

Detroit (USA) – Nachdem bereits 2009 künstliche Strukturen am Grund des zu den fünf Großen Seen Nordamerikas gehörenden Huronsees entdeckt wurden, hat eine Gruppe von Laienforschern nun am Grunde der Verbindung zwischen dem Huron- und dem Michigansee Hinweise auf weitere Steinsetzungen gefunden.

Wie die “Detroit Free Press” berichtet, war die Gruppe, die vornehmlich aus Angehörigen lokaler Mitglieder der Odawa, Ojibwa und Potawatomi-Stämme bestand, eigentlich darum bemüht, mit einer ferngesteuerten Tauch-Sonde den Verlauf der Enbridge’s Line 5 Öl- und Gas-Pipleline in der Mackinacstraße nach Schiffswracks abzusuchen.

Auf den Sonar-Aufnahmen der Tauchsonde entdeckte die Gruppe um Andrea Pierce und Terri Wilkerson dann Anordnungen großer Steine, deren Ausrichtung in Linien und Kreisen an künstliche Steinsetzungen in Form von Alleen und Steinkreisen erinnern (s. Abb.o.).

„Wenn diese Anordnung von Menschen gemacht wurden, so müssen sie mehr als 10.000 Jahre alt sein und aus jener Zeit stammen, als die Michigan-Halbinseln noch oberhalb des heutigen Wasserspiegels lagen“, so Pierce.

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Die Entdecker sehen in ihrem Fund eine Verbindung zu den Entdeckungen, die 2009 einem Team aus Archäologen um Professor John O’Shea von der University of Michigan am Grund des Huronsees nahe Alpena in US-Bundesstaat Michigan gelungen waren. Damals entdeckten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen rund 9.000 Jahre alte Reste von einst auf trockenem Land gelegen Steinstrukturen, die die Forscher als Rentier-Jagdanlagen interpretierten.

Sonaraufnahmen von 2009 zeigen ebenfalls in parallelen Linien angeordnete Steinsetzungen an Grund des Huronsees. Eine grafische Umsetzung ist links abgebildet. Copyright/Quelle: O’Shea et al., PNAS 2014

Sonaraufnahmen von 2009 zeigen ebenfalls in parallelen Linien angeordnete Steinsetzungen an Grund des Huronsees. Eine grafische Umsetzung ist links abgebildet.
Copyright/Quelle: O’Shea et al., PNAS 2014

Laut der Zeitung sei eine im Namen der Ölförderfirma „Enbridge“ mit der Erkundung des Seebodens beauftragte Firma zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei den nun entdeckten Steinen nicht um kulturelle Überreste handelt – eine Einschätzung, die die indigenen Ureinwohner und Entdecker der Strukturen nicht teilen oder zumindest anzweifeln – Tatsächlich plant Enbridge weitere Bohrungen und Arbeiten, die durch archäologische Funde behindert werden könnten.

Die Vertreter der indigenen Ureinwohner fordern nun eine unabhängige Untersuchung der Entdeckungen, um mögliche Schäden an ihrem kulturellen Erbe durch die geplanten Arbeiten zu verhindern. Eine Entscheidung über die Fortsetzung der Arbeiten steht derzeit noch aus.




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Quelle Detroit Free Press

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