Gewaltige Megalithen-Anlage in Spanien entdeckt

Einige Beispiele der megalithischen Strukturen von La Torre-La Janera. Copyright/Quelle: uhu.es
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Einige Beispiele der megalithischen Strukturen von La Torre-La Janera. Copyright/Quelle: uhu.es

Einige Beispiele der megalithischen Strukturen von La Torre-La Janera.
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Huelva (Spanien) – Nahe Huelva im Südwesten Spaniens haben Archäologen und Archäologinnen einen megalithischen Komplex aus mehr als 500 teils heute noch aufrecht stehenden Steinen, Dolmen, Steinkreisen (Kromlech), Menhiren, Grabhügeln, Steinkammergräbern entdeckt. Die Anlage von La Torre-La Janera dürfte eine der größten Anlagen ihrer Art und einzigartig in Europa sein.

Wie das Team um Dr. Jose Antonio Linares, Dr. Coronada Mora Molina von der Universidad de Huelva und Dr. Primitiva Bueno von der Universidad de Alcalá aktuell im spanischsprachigen Fachjournal Trabajos de Prehistoria” (DOI: 10.3989/tp.2022.12290) berichtet, sind die mehr als 500 Strukturen über ein Gebiet von etwa 600 Hektar verteilt. Entdeckt wurde der Komplex bei Erschließungsarbeiten für eine geplante Avocado-Plantage, die es in der ursprünglich geplanten Form nun nicht mehr geben wird.

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Die Forschenden vermuten, dass die ältesten Steine bereits im 6. oder 5. Jahrtausend v. Chr. am Fundort La Torre-La Janera aufgerichtet wurden. Die jüngsten Funde sind vermutlich rund 4000 Jahre alt. Bei der Mehrzahl der entdeckten Bauten handelt es sich um Menhire und andere einst aufgestellte oder auch heute noch stehende Steine. Die Archäologen geben ihre Zahl mit 562 an. Die Höhe der Steine beträgt demnach 1 bis 3 Metern über Bodenniveau.

Die Reste eines Dolmens Copyright/Quelle: uhu.es

Die Reste eines Dolmens
Copyright/Quelle: uhu.es

Die Forschenden zeigen sich nicht nur von dem teils exzellenten Erhaltungszustand der Steine, sondern auch von dem Umstand beeindruckt, dass an einigen Orten unterschiedliche Strukturen in unmittelbarer Nähe zueinander und aneinander ausgerichtet platziert wurden. Tatsächlich findet man eine solche dichte Anordnung unterschiedlicher Strukturen und Bauten auch international eher selten. Besonders Dolmen finden sich in dem Gebiet meist auf Anhöhen und Hügeln, von wo der Sonnenaufgang – gerade während der Sonnenwenden – gut zu beobachten war, berichten die Archäologinnen und Archäologen.

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Die weitere archäologischer Erkundung, Erschließung und Dokumentation des Megalithen-Komplexes, dessen erste Steine bereits 2018 entdeckt worden waren, wird noch weitere Jahre in Anspruch nehmen und ist derzeit bis 2026 angesetzt.




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Recherchequellen: Universidad de Huelva, Trabajos de Prehistoria

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